Deutschland Stunde Null

Historische Luftaufnahmen 1945

Deutschland Stunde Null(mkb). „Heinz Leiwig konnte (…) eine komplette Kriegsluftbildsammlung samt zugehöriger Findhilfen übernehmen. Es ist der Verdienst von Heinz Leiwig, diese einzigartige Sammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren, um so die Erinnerung an das Leid und die Zerstörungen in Folge des Luftkrieges über Deutschland wach zu halten.“ Beim Durchblättern von „Deutschland Stunde Null“ läuft es einem kalt den Rücken runter; Bilder ausgebombter deutscher Städte aus der Vogelperspektive vermitteln einen Eindruck davon, wie Deutschland 1945 vor den Scherben seiner Vergangenheit stand. Geradezu grotesk wirken im Verhältnis die jüngsten Klagen deutscher Bürger über gestutzte Sozialleistungen. Autor Heinz Leiwig präsentiert mit der Dokumentation „Deutschland Stunde Null“ ein erschreckendes Zeitzeugnis sozialer Ungerechtigkeit, die mit Verlust und Entbehrungen Einzug nahm, für viele Deutsche in Obdachlosigkeit und Hunger endete!

„Bumerang Gewalt“ oder „Krieg lohnt nicht“ könnte die Fotosammlung ebenso gut heißen, denn sie zeigt in konzentrierter Form den Preis, den Deutschland für Hitlers Verbrechen und Kriegstreibereien bezahlt hat: „Die Apokalypse des Jahres 1945 wurde (…) für die Nachwelt konserviert, als Mahnung an die heranwachsenden Generationen, dass solch ein Wahnsinn sich nie mehr ereignen sollte.“ Ein nüchterner Blick auf das politische Weltgeschehen zeigt, dass durchaus Bedarf an Literatur wie „Deutschland Stunde Null“ besteht, dass die Völker und Religionsgruppen noch weit davon entfernt sind, in Frieden und Toleranz miteinander leben zu können, dass die Hemmschwelle für die Entscheidung Krieg immer noch zu niedrig ist.

Heinz Leiwig erklärt in kurzen Einzügen die strategischen Hintergründe einiger Luftangriffe, zeigt die Folgen der Zerschlagung bis hin zu Lübeck, welches „(…) mehr einem Feueranzünder als einem Wohnort für Menschen“ glich und weiter: „Er brauchte nur ein Feuer zu legen und erreichte ein Inferno. Die dichte Bebauung der Stadt wurde ihr zum Verhängnis.“ Zynisch sprach man fortan im Britischen Lager von „Ein Lübeck machen“ – Kunstschätze und Denkmähler einer jahrtausendalten Geschichte, tausende Heimatlose und Tote waren die katastrophale Folge des Machtstrebens. Beim Betrachten der schwarz-weißen Aufnahmen wird einem als Nachkriegsgeneration erst richtig bewusst, welche Konsequenzen die Luftangriffe auf deutsche Städte für die Bewohner gehabt haben. Bomben trieben Millionen Deutsche in die Flucht, viele standen vor dem Trümmerhaufen davon, was einst ihr Zuhause gewesen war, setzte ganze Familien gnadenlos Hunger und Kälte aus.

„Deutschland Stunde Null“ braucht wenig Worte um den Schrecken zurückzuholen, den der Zweite Weltkrieg in Deutschland hinterlassen hat. Zwangsläufig hinterfragt der Leser Sinn oder besser Unsinn eines Krieges. Ein Bildband, der mehr hinterlässt als nur Eindrücke zerstörter Städte, ein Buch das nachdenklich stimmt und die gegenwärtige politische Lage in neues Licht taucht.

Autorenportrait:
Heinz Leiwig, von Beruf Studiendirektor, veröffentlichte privat mehrere Bücher. Zu seinen bekanntesten Werken gehört zweifellos die Dokumentation „Deutschland Stunde Null“, die erstmals 1987 erschien. Diese Spezialausgabe fasst beide Bände zusammen.

Deutschland Stunde Null

Heinz Leiwig
Deutschland Stunde Null
Historische Luftaufnahmen 1945
Motorbuch Verlag, Stuttgart
ISBN 3-613-02477-2
1. Auflage 2005, 268 Seiten, mit 308 s/w-Fotos, Hardcover gebunden, Format 21 x 24,2 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 19,90 (D) / € 20,50 (A) / sFr 34,90

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