Der Schrecken der Ozeane

Die Abenteuer des Freibeuters Buckelbert Hansen erzählt von seinem treuen Raben Friedrich

Der Schrecken der Ozeane(emk). Ob es wahr ist, dass Buckelbert Hansen das Labskaus erfunden hat? Ob es wahr ist, dass ihm auch das Rezept der Hamburger Aalsuppe zu verdanken ist? Ob es wahr ist, dass Jungfrauentränen in eine echte Piratenbrause gehören? Wen kümmert hier schon die Wahrheit oder ob es sich um Seemannsgarn handelt? – In seinem ersten Kinderbuch „Der Schrecken der Ozeane“ fabuliert Autor Leuw von Katzenstein munter drauf los und zwar in einer Weise, dass nicht nur Kinder ab zwölf Jahren ihren Spaß haben, sondern auch Erwachsene sich scheckig lachen können.

Eigentlich ist der Briefschreiber der Rahmenhandlung ein „Rabenonkel“, denn er hat noch kein Weihnachtsgeschenk für seine Neffen. Ausgerechnet ein Rabe, der sprechen kann, hilft ihm aus der Verlegenheit, indem er ihm die Geschichte von Buckelbert Hansen, dem Schrecken der Meere, erzählt. In Fortsetzungen. Und gegen Bezahlung natürlich, nämlich diverse Rühreier auf dem Balkon, auch bei Winterskälte. Denn der Rabe Friedrich ist schon einmal gefangen worden und darum vorsichtig. Weil er als Rabe ein Ladenhüter war, brachte ihm der Besitzer der Zoohandlung das Sprechen bei, um ihn dann als Papagei an eben diesen Buckelbert Hansen zu verkaufen. Dem wird er ein treuer Begleiter und Ratgeber. Zunächst aber hilft er ihm, ein Schiff aus dem Hamburger Hafen zu klauen. Damit fängt die Seeräubergeschichte an, und da ist lügen erlaubt, bis sich die Balken biegen.

Es folgt ein haarsträubendes Piraten-Abenteuer nach dem anderen, das Leuw von Katzenstein, nicht gerade zimperlich im Umgang mit Schimpfworten, aufgeschrieben hat. Angereichert mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus, könnte „Der Schrecken der Ozeane“ als Hamburgensie durchgehen: Angefangen bei ironischen Bemerkungen über das Hamburger Wetter, die (erlogene) Beschreibung des Jungfernstiegs und seines Namens, den Passagen auf Missingsch – die übrigens in Fußnoten ins Hochdeutsche übersetzt sind! –, bis hin zur Wiedergabe von Rezepten oben genannter Hamburger Spezialitäten, allerdings mit sehr merkwürdigen Zusätzen „verfeinert“.

Und natürlich stammt der Freibeuter Buckelbert Hansen auch aus Hamburg. Ebenso wie seine Seeräubermannschaft, „an die fünfzig verwegene Gestalten…, unrasiert und zerlumpt die meisten, aber voller Tatendurst und Wagemut… und diejenigen, die noch beide Augen hatten, kniffen eins davon zu…“ Außer ihnen stehen auf der weitläufigen „Besetzungsliste“: Herzog Henning von Hamburg und seine 14 hässlichen Töchter, ein Krokodil, das lateinisch spricht, ein Pudel, der aus weiter Entfernung den Inhalt von Schiffsladungen riechen kann, die Riesenkrake Charles, die Königin von England samt Pferd, die Prinzessin von Lissabon und noch viele andere, sehr originelle Personen, vorwiegend Piraten, Bänkelsänger und Raubritter. Welche Rolle sie alle in „Der Schrecken der Ozeane“ spielen, soll hier aber nicht verraten werden! Leuw von Katzenstein setzt seiner Phantasie jedenfalls keine Grenzen.

Möwen, Schiffe, Hamburger Stadtansichten sowie Haupt- und Nebenpersonen der Handlung sind witzig in Schwarzweiß-Illustrationen von Thomas M. Müller in Buch und Booklet der Hörbuchausgabe wiedergegeben.

Gott sei Dank sind gleichzeitig mit dem Buch „Der Schrecken der Ozeane“ auch vier CDs erschienen, so dass man den Spaß nicht nur lesen sondern auch hören kann. Den Sprechern, wie Wolfgang Niedecken, und Schauspielern, viele vom Hamburger Thalia Theater, scheint die Aufnahme bannig viel Spaß gemacht zu haben. Herrlich, wenn Peter Franke als Henning der Hungrige in Hamburger Mundart spricht! Mit Einverständnis von Leuw von Katzenstein wurde die Hörfassung etwas gekürzt, so dass fast sechs Stunden umwerfend lustige und schön schaurige Unterhaltung dabei herauskam. Auf einer Extra-CD, „Hammerhai und Zitterrochen“, sind zusätzliche Piraten-Lieder von der Band „Das gelbe Fieber“ zu hören, von denen nicht alle im Buch abgedruckt sind. Gedichtet von Leuw von Katzenstein, gesungen von Stefan Schad, Cornelia Schirmer und Peter Franke. Die Musik ist von Cornelia Schirmer, Frank Wulff und Wolfgang von Henko, unter den Instrumenten gibt es eine Ukulele und eine Singende Säge. Im Booklet finden sich Liedtexte, Trackliste, ein „Kleines Latinum für Anfänger“, die Rezepte aus dem Buch sowie die Liste der Figuren und ihrer Sprecher mit Fotos. Die frechen Piratensongs machen den „Schrecken der Ozeane“ vollkommen.

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Autorenportrait:
Leuw von Katzenstein wurde 1949 als Sohn einer flämischen Bibliothekarin und eines baltischen Adeligen geboren. Standesgemäße Erziehung in sechs Internaten. Übte nach einer Ausbildung zum Anwaltsgehilfen diverse Verwaltungstätigkeiten aus. Danach verschiedene Positionen in der Unterhaltungsindustrie. Lebt und arbeitet zurzeit als Chefbuchhalter eines Revuetheaters in der Nähe von Buxtehude und ist Vater von fünf Kindern. – Um ganz ehrlich zu sein: Leuw von Katzenstein ist ein Pseudonym für Ludwig Graf von Otting, kaufmännischer Leiter des Thalia Theaters, Hamburg.

Illustratorenportrait:
Thomas Müller, geboren 1966, studierte an der „Hochschule für Grafik und Buchkunst“ in Leipzig und an der „Kantonalen Schule für Gestaltung“ in Luzern. Er zeichnet Plakate, Grafiken, Buchillustrationen und lebt mit seiner Familie in Leipzig. Außerdem illustrierte er das Bilderbuch „Leon Pirat".

Der Schrecken der Ozeane

Leuw von Katzenstein
Der Schrecken der Ozeane
Die Abenteuer des Freibeuters Buckelbert Hansen erzählt von seinem treuen Raben Friedrich
Mit Illustrationen von Thomas M. Müller
Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim
ISBN 3-407-79911-X
1. Auflage 2006, 288 Seiten, mit zahlreichen s/w-Abbildungen, Hardcover gebunden.
Unverbindliche Preisangabe: € 14,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 27,20

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Der Schrecken der Ozeane

Leuw von Katzenstein
Der Schrecken der Ozeane
Gelesen von Andreas Fröhlich, Leuw von Katzenstein, Wolfgang Niedecken, Rainer Strecker, Cornelia Schirmer u.v.a.
Mit Illustrationen von Thomas M. Müller
Hörcompany, Hamburg
ISBN 3-935036-88-4
Autorisierte Hörbuchfassung, szenische Lesung, 5 CDs, 18-seitiges Booklet mit zahlreichen s/w-Abbildungen, Laufzeit ca. 380 Minuten.
Unverbindliche Preisangabe: € 22,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 41,10

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