Der letzte Tauchgang
Drama im Atlantik
(twi/sl).
Tauchen ist eine sehr faszinierender aber auch gefährlicher Sport, weil
der Mensch für eine Unterwasseratmung nicht geschaffen ist und sich somit
Hilfsmitteln bedienen muss. Das technische Tauchen, wie im Buch „Der letzte
Tauchgang“ von Bernie Chowdhury eindringlich beschrieben, ist im Gegensatz
zum Sporttauchen noch komplizierter. Die Folgen einer falschen Entscheidung
sind katastrophal für einen selbst und oft auch für den Tauchpartner.
Das Tauchen in große Tiefen über 50 Metern zu Wracks und in weitverzweigte
Höhlensysteme fordert den ganzen Menschen, Fehlgriffe darf und kann man
sich nicht leisten. Autor Bernie Chowdhury ist ein Profitaucher, der sich selbst
schon in extreme Situationen gebracht hat, aus denen er nur durch ein Wunder
ohne bleibende Schäden heraus kam. Viele seiner Tauchkameraden hatten da
weniger Glück, und er berichtet in seinem Buch „Der letzte Tauchgang“
darüber hinaus von diversen Tauchunfällen, die einem Sporttaucher
die Haare zu Berge stehen lassen.
In dem Buch „Der letzte Tauchgang“ schildert Bernie Chowdhury allerdings
die Ereignisse um die Identifizierung von U-869, welches lange Zeit als „U-Who“
galt, da man das U-Boot nirgends zuordnen konnte. Die zentralen Personen sind
Chris und Chrissy Rouse, Vater und Sohn, beides erfahrene Taucher, die innerhalb
von vier Jahren alle möglichen und unmöglichen Tauchobjekte besucht
und erforscht hatten. Selbst die „Andrea Doria“ war vor ihrer Forscherleidenschaft
nicht sicher, beide holten diverse Gegenstände aus dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff.
Bernie Chowdhury berichtet wiederholt von den schrecklichen Tauchunfällen,
die sich in der Nähe von Chris und Chrissy Rouse zutrugen, und weist oft
auf plötzliche Selbstüberschätzung der Taucher hin, selbst wenn
sie bereits Jahre unfallfrei getaucht haben. Die narkotisierende Wirkung der
Tiefe, der Tiefenrausch, und die Gier nach Trophäen tut dann oft ihr übriges.
Im Fall der beiden Rouses führte dies nach fehlenden Dekompressionsstops
zu einem schrecklichen Tauchunfall. Dieser hätte verhindert werden können,
wenn man sich richtig vorbereitet hätte, die Ausrüstung mit Sprechfunk
vollständig gewesen wäre, und man nicht unverantwortlicher Weise in
große Tiefen mit Pressluft getaucht wäre.
Sven Dörper und Thomas Wollermann haben „Der letzte Tauchgang“
aus dem Englischen übersetzt. Es ist ihnen gelungen, auch die Spannung,
welche dieses Buch in sich trägt, eindringlich herüber zu bringen.
„Der letzte Tauchgang“ ist ein Buch, welches jeden begeisterten
Taucher nachdenklich machen sollte. Es fasziniert und berührt einen gleichsam.
Es sei jedem Taucher, insbesondere wenn er tiefer tauchen will und sich gern
Risiken aussetzt, empfohlen, da es vorbehaltlos schildert, was Unvernunft und
Ehrgeiz anrichten können.
Autorenportrait:
Bernie Chowdhury, Herausgeber und Chefredakteur des US-Tauchmagazins „Immersed“,
ist leidenschaftlicher Sporttaucher. Er leitete Tauchexpeditionen in die norwegische
Arktis, in isländische Unterwasserhöhlen und ins Wrack der legendären
„Andrea Doria“. Er arbeitet unter anderem als Berater für die
Entwicklung von Tauchcomputern und begleitete als Experte mehrere Tauchgänge
der britischen Streitkräfte. Fast auf den Tag genau ein Jahr vor der Tragödie
im U-Boot-Wrack entging er beim Tauchen selbst nur knapp dem Tod.
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