Das Literatur-Lesebuch
Deutsche Literatur aus 10 Jahrhunderten
(pr).
„Das Literatur-Lesebuch“, ausgewählt und zusammengestellt von
Herausgeber Manfred Mai möchte Freude am Lesen und an der Literatur vermitteln.
Deshalb sind in dem Hausbuch für die ganze Familie mehr als 70 Gedichte,
Kurzgeschichten, Theaterszenen und Auszüge aus bekannten Romanen aus zehn
Jahrhunderten deutscher Literaturgeschichte zu finden. Da ist für jeden
etwas dabei.
Die Erzählung „Wie Till Eulenspiegel einem Esel das Lesen beibrachte“
von Erich Kästner beschreibt beispielsweise, dass Till Eulenspiegel die
Professoren der Erfurter Universität hereinlegte, indem er behauptete einem
Esel das Lesen beibringen zu können. Als nach einer Woche die Professoren
sich von seiner Arbeit ein Bild machen wollten, gab Till Eulenspiegel den Ruf
„I-A“ des Esels als erste Erfolge seiner Lehrstunden aus.
Im „Literatur-Lesebuch“ finden sich aber auch Geschichten und Gedichte
von Martin Luther, Gotthold Ephraim Lessing, Goethe und Schiller. So gibt es
Auszüge aus Lessings „Nathan der Weise“ aus Goethes „Die
Leiden des jungen Werther“ und aus Schillers „Wilhelm Tell“.
Die Kurzgeschichte „Stadtmaus und Feldmaus“ von Martin Luther handelt
von einer Stadtmaus, die einer Feldmaus gegenüber davon prahlt, dass es
in der Stadt viel mehr zu essen gibt. Die Feldmaus zieht deswegen auch in die
Stadt, merkt aber schnell, dass es ihr dort viel zu gefährlich ist, weil
man als Maus ständig gejagt wird, und kehrt Stefanie Harjes aufs Land zurück.
Viele Gedichte und Balladen bieten eine schöne Abwechslung zu den zahlreiche
Erzählungen. So findet man in „Das Literatur-Lesebuch“ beispielsweise
„Der Zauberlehrling“ von Goethe, „Der Taucher“ von Schiller,
„Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff oder „Ich
weiß nicht was soll es bedeuten“ von Heinrich Heine.
Aber auch modernere Autoren kommen in dem Hausbuch vor. Es gibt einen Auszug
aus den „Buddenbrooks“ von Thomas Mann, aber auch aus „Schlafes
Bruder“ von Robert Steiner. „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“
von Heinrich Böll beschreibt das Treffen eines Touristen mit einem Fischer
in einer Küstenstadt in Westeuropa. Der Tourist begreift nicht, warum der
Fischer an einem so günstigen Tag nicht noch einmal zum Fischen herausfährt
und rechnet dem Fischer deswegen vor, wie viel er damit dann verdienen könne.
Wenn er also ein paar Jahre mehr arbeiten würde, könne er schließlich
ganz beruhigt am Hafen liegen und sich entspannen. Der Fischer antwortet darauf
nur: „Aber das tu ich ja schon jetzt.“
„Das Literatur-Lesebuch“ bietet eine gelungene Zusammenstellung
von Geschichten, Gedichten und Auszügen der verschiedensten Romane der
deutschsprachigen Literatur. Alle großen Namen sind darin vertreten, aber
auch jüngere Autoren, wie Jana Hensel oder Karen Duve. Die abgedruckten
Texte bilden so einen Querschnitt aus 1.000 Jahren deutscher Literaturgeschichte.
Dabei sind die Texte chronologisch nach Erscheinen geordnet. Eine Ausnahme stellt
nur „Till Eulenspiegel“ von Erich Kästner dar, das auf einen
historischen Stoff zurückgeht und deshalb am Anfang des Buches zu finden
ist.
Zusätzlich zu den Texten sind im Anhang „Anmerkungen zu den Autoren“
abgedruckt, die ebenfalls chronologisch geordnet sind. Zu jedem Autor gibt es
dort zwei bis drei erklärende Sätze, die nicht unbedingt informativ,
dafür aber amüsant sind. Zu Schiller steht dort beispielsweise: „Friedrich
Schiller (1759-1805) gilt neben Goethe als der größte deutsche Dichter.
Er hatte es im Leben sehr schwer und musste seine Werke einem kranken Körper
abtrotzen.“
Viele künstlerische Illustrationen von Stefanie Harjes begleiten die Texte.
Die Illustratorin hat darin ihren Assoziationen freien Lauf gelassen. Zu „Kleine
Fabel“ von Franz Kafka sieht man beispielsweise eine lasziv als Katze
verkleidete Frau, aus deren Mund ein Mäuseschwanz hervorhängt. Bei
„Der Panther“ von Rainer Maria Rilke ist das Bild eines Panthers,
der von weißen Flächen durchbrochen ist, die Stäbe symbolisieren,
abgedruckt. Dadurch wird das Buch nicht nur zu einem literarischen, sondern
auch zu einem künstlerischen Vergnügen. Das Buch ist empfohlen für
Kinder ab zehn Jahren. Die Illustrationen, aber auch einige Texte, sind allerdings
nicht unbedingt für kleine Kinder geeignet und sollten von den Eltern vorher
angesehen werden.
„Das Literatur-Lesebuch“ liefert eine anspruchsvolle Zusammenstellung
von verschiedenen Texten der unterschiedlichsten Autoren aus zehn Jahrhunderten.
Ein Hausbuch für alle Literaturfans und solche, die es werden wollen.
Herausgeberportrait:
Manfred Mai ist für seine Erstlese- und Vorlesebücher bekannt. Gleichzeitig
ist er ein versierter Kenner der deutschen Literaturgeschichte.
Illustratorenportrait:
Stefanie Harjes lebt in Hamburg und zeichnet vor allem für Zeitschriften
und Magazine.
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