Das Kamasutra als Pop-up

Eine leidenschaftliche Entdeckungsreise

Das Kamasutra als Pop-up(sl). Als sich vor 2.000 Jahren das Leben von Mallanaga Vatsyayana dem Ende entgegen neigte, zog sich der Mann in Benares nach traditioneller Hindu-Kultur zurück, um die Weisheit früherer Gelehrter in Sutras zu komprimieren. Ein Sutra ist ein kurzer Satz, der Weisheit enthält. „Er nannte seine fertige Arbeit Kamasutra – Kama, nach dem Namen des Hindu-Gottes des erotischen Begehrens.“ Dieses Werk sollte zum meistgelesensten Sexualratgeber der Welt werden und gilt bis heute als eines der wichtigsten kulturhistorischen Werke der Weltliteratur.

In Indien war das Kamasutra über Jahrhunderte hinweg ein Buch für das tägliche Leben, für seinen sachlichen Rat geschätzt. Doch erst 1883 wurde es der westlichen Kultur zugänglich. Damals übersetzten und verlegten drei Männer das Werk: Captain Sir Richard Francis Burton, Abenteurer und Freigeist, sein Freund Foster Fitzgerald Arbuthnot und der österreichisch-ungarische Wissenschaftler Edward Rehatsek. Bis heute wird das Kamasutra „als skurriles Werk orientalischer Pornographie abgetan“ – und wird damit diesem Ratgeber bei weitem nicht gerecht. Nun liegt das Buch als eine Variante vor, die der hohen Kunst der Liebe erstmals spielerisch begegnet: „Das Kamasutra als Pop-up“.

Es beginnt mit einer wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Einleitung, dessen Autor leider unbekannt bleibt. Eingeteilt ist „Das Kamasutra als Pop-up“ in zehn Kapitel, wobei die Texte, aus dem Englischen von Guido Heel übersetzt, nur Auszüge des Kamasutras sind. Sein Augenmerk legt diese Ausgabe auf den zweiten des aus insgesamt sieben Hauptteilen bestehenden Kamasutras, weil das der spannendste Teil ist, der von den Geheimnissen eines erfüllten Geschlechtverkehrs handelt und in die altindische Liebeskunst einführt.

Immerhin über 200 farbige Abbildungen machen das Werk zu einer optischen Sinneslust. Basierend auf der ersten 1883 von Sir Richard Burton und F. F. Arbuthnot übersetzten Ausgabe haben Papiertechniker Keith Finch und Pop-up-Designer Andy Crowson außerdem sechs Pop-up-Varianten aufwändig gestaltet. Da kann man ein Liebespaar auf einem Elefanten reiten lassen oder eine Pyramide ineinander verschlungener Körper aufklappen. Anfangs sind die Pop-ups noch recht schwergängig und sollten vorsichtig bewegt werden. Dann aber steht dem Vergnügen nichts mehr im Wege.

„Das Kamasutra als Pop-up“ ist ein hochwertiges und wunderschönes Buch, das zu einer wahren leidenschaftlichen Entdeckungsreise in die Welt der indischen Liebeskunst einlädt und diese zugleich zu einem haptischen Erlebnis werden lässt!

Das Kamasutra als Pop-up

Sir Richard Burton und F. F. Arbuthnot
Das Kamasutra als Pop-up
Aus dem Englischen von Guido Heel
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin

ISBN 978-3-89602-670-5

2. Auflage 2008, 48 Seiten, mit ca. 200 farbigen Abbildungen und 6 Pop-ups, Hardcover, Format 27 x 27 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 19,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 35,90

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