Das Afrika-Lexikon
Ein Kontinent in 1000 Stichwörtern
(sl).
Wer ist Kabaka? Was ist ein Levirat? Und wo spricht man Kwa? – Diese und
viele weitere Fragen beantwortet „Das Afrika-Lexikon“, herausgegeben
von Jacob E. Mabe. Rund 200 namhafte Autoren aus Afrika und Europa haben an
dem Nachschlagewerk gearbeitet. Herausgekommen ist ein Standardwerk, das in
seiner Art einzigartig ist. In 1.000 Stichwörtern – von A wie Abhängigkeit
über K wie Kabaka bis hin zu Z wie Zwangsarbeit – und über 700
Seiten wird der afrikanische Kontinent erfasst, seine Geografie und Geschichte,
Politik und Wirtschaft, Gesellschaften und Kulturen, Sprachen und Literatur,
Kunst und Musik, Religionen und Philosophie mal in prägnanten Absätzen,
meist aber in ausführlichen Artikeln fundiert dargestellt. Leider fehlen
Personenartikel ganz, selbst Nelson Mandela wird nicht erwähnt.
Eine weitere Besonderheit ist die Kooperation zweier Verlage: Der J.B. Metzler
Verlag gehört zu den führenden Lexikaverlagen und der Peter Hammer
Verlag mit seinen jahrzehntelangen Beziehungen zu afrikanischen Literaturen
ermöglichten durch ihre Zusammenarbeit „Das Afrika-Lexikon“.
Es hat zum Ziel „einerseits, das Kulturrepertoire Afrikas aus verschiedenen
wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu untersuchen, und andererseits, das bislang
erreichte Wissen einem breiteren Leserkreis zugänglich zu machen“,
wie Herausgeber Jacob E. Mabe in seinem Vorwort verdeutlicht. Doch insbesondere
dem breiten Leserkreis hätte mehr optische Ansprache gut getan. Zwar sind
die Texte durchweg gut verständlich, wenn auch einige wenige wissenschaftlich,
jedoch wären mehr als nur die 101 Abbildungen in Schwarzweiß, Karten
und Tabellen zur besseren Illustration wünschenswert gewesen. Denn eines
macht „Das Afrika-Lexikon“ ganz deutlich – Afrika ist nicht
nur ein schwarzer Kontinent, sondern vor allem ein kunterbunter.
Übrigens ist „Kabaka“ der Titel der Herrscher von
Buganda, als „Levirat“ bezeichnet man die Sekundärehe
zwischen einer Witwe und einem Bruder ihres verstorbenen Ehemannes, die dazu
dient, der Verwandtschaftslinie Bestand zu geben, und „Kwa“
ist die Sprachfamilie des Niger-Kongo, die in Westafrika von Liberia bis Nigeria
beheimatet ist. – Im Anhang des Lexikons finden sich ein Verzeichnis der
Autoren, die auch unter dem jeweils geschriebenen Artikel genannt sind, sowie
vier Seiten mit weiterführender Literatur.
„Das Afrika-Lexikon“ ist nicht nur ein unverzichtbares Nachschlagewerk
für Afrikanisten und Erdkundelehrer, sondern lädt jeden interessierten
Leser ein, den abwechslungsreichen Kontinent zwischen Tunesien und Südafrika,
Westsahara und Somalia zu entdecken!
Herausgeberportrait:
Jacob Emmanuel Mabe, geboren 1959 in Mandumba, Kamerun. Politologe (Promotion
1992 in Augsburg) und Philosoph (Promotion 1996 in München), seit 2003
am Frankreich-Zentrum und am Institut für Philosophie der TU Berlin.
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