Danke gut
Die besten Zeichnungen der letzten 10 Jahre von Gerhard Haderer
(pr).
„Haderers Art, die Welt zu sehen, ist nichts für platte Naturen.
Wahrer Witz schummelt sich durch halb geschlossene Lieder, sickert durch die
Haut.“ So beschreibt Michael Frank im Vorwort zu dem Bildband „Danke
gut“ die Cartoons von Gerhard Haderer. Der bekannte Karikaturist hat in
diesem Sammelband die besten seiner Zeichnungen aus den letzten 10 Jahren veröffentlicht.
Es wird keinen geben, der sich beim Betrachten dieses Bildbandes nicht schlapp
lacht! Dabei sind einige Karikaturen spezifisch deutsch, andere spezifisch österreichisch.
Wenn man mit der Situation des jeweiligen Landes nicht vertraut ist, wird man
Schwierigkeiten bekommen, diese speziellen Cartoons zu verstehen. Der überwiegende
Teil der Zeichnungen bezieht sich jedoch auf allgemeine Probleme und sind für
jeden verständlich.
Die Cartoons von Gerhard Haderer treffen meist genau das, was viele Menschen
denken. So stellt er die allgemeinen Probleme der Menschen auf unnachahmliche
Weise dar. Dadurch regen sich bei jedem die Lachmuskeln. Oft sind die Zeichnungen
von Gerhard Haderer provokant. Die österreichische Kirche mokierte sich
jüngst über seinen Band „Das
Leben des Jesus“.
Auch die Sammlung „Danke gut“ ist teilweise provozierend, Gerhard
Haderer nimmt darin beispielsweise die Politiker aller Parteien auf die Schippe.
Man sieht Gerhard Schröder vor drei Fernsehern gleichzeitig sitzen und
sich selbst betrachten, dazu die Unterschrift: „Der Medienkanzler“.
Eine andere Karikatur zeigt das Plakat eines Stummfilms. Darauf ist ein übergroßer
dicker Helmut Kohl zu sehen. Der Titel des Films: „Kohleone“,
die Unterschrift des Cartoons lautet: „Altkanzler Kohl und die schwarzen
Konten“. So ist bei Gerhard Haderer keine direkte politische Linie
zu erkennen, er zeigt nur allgemeine Missstände auf wunderbar satirische
und ironische Weise auf.
Sehr treffend ist ein dreigeteilter Cartoon, der die drei Jahre 2002, 2003 und
2004 repräsentiert. Jedes Jahr sind die Wetterverhältnisse anders,
zunächst die Überschwemmung, dann übermäßige Hitze,
zuletzt zu viel Regen. Dabei gibt in jedem Jahr ein Mann – wohl der Vertreter
einer Ölgesellschaft – den Kommentar ab: „Aufgrund der
extremen Witterung müssen wir leider die Benzinpreise erhöhen.“
Ein Thema, das jeden Sommer wieder aktuell ist.
Aber nicht nur wirtschaftliche und politische Themen werden von Gerhard Haderer
zugespitzt, gerade auch Kleinfamilien und Beamte werden von ihm häufig
aufs Korn genommen. Ein Cartoon zeigt die Familie am Weihnachtstisch. Alle schweigen,
denn überall im Raum sind Zettel mit Anweisungen verteilt wie „Kein
böses Wort über Mutters neue Frisur“ oder „Kein
Wort über Vaters Figur“, dazu die Bildunterschrift: „Weihnachtsfrieden“.
Besonders amüsant ist auch die Zeichnung mit der Unterschrift „Beamte
im Urlaub“. Darin sieht man eine Wüste, mittendrin eine rote
Ampel und davor drei Beamte, die darauf warten, dass sie grün wird. Doch
mehr über die Cartoons soll hier nicht verraten werden.
„Danke gut“ ist eine wirklich gelungene Zusammenstellung der verschiedensten
Karikaturen von Gerhard Haderer zu unterschiedlichen Themen. Da geht es um Feminismus,
um Religion, um Sport und vieles mehr. Mit einem scharfen Blick zeigt Gerhard
Haderer dem Betrachter das Absurde der Gesellschaft auf. Im Anhang des Buches
gibt es ein Interview mit Gerhard Haderer, in dem er im Gespräch mit Michael
Frank viel über sich und seine Karikaturen verrät.
„Danke gut“ ist ein großartiger Bildband, der wirklich jeden
zum Lachen bringen wird – ein absolutes Muss für alle Haderer-Fans!
Illustratorenportrait:
Gerhard Haderer wurde 1951 in Leonding bei Linz geboren. Er studierte vier Jahre
an der Fachschule für Gebrauchs- und Werbegrafik in Linz und arbeitete
im Anschluss daran als Illustrator von Panoramakarten und für Werbeagenturen.
Nach 15 Jahren verließ ihn die Lust an dieser Tätigkeit und er begann,
regelmäßig Cartoons zu zeichnen. Erste Arbeiten wurden 1985 im österreichischen
„profil“ veröffentlicht, seit 1991 wöchentlich im „Stern“.
Buchveröffentlichungen unter anderem „Das
Leben des Jesus“ und „Die
glorreichen Drei“.
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