Alles über Huckleberry Finn

Auf den Spuren von Mark Twain

Alles über Huckleberry Finn(akg). „Die gesamte amerikanische Literatur stammt von einem Buch von Mark Twain ab, das Huckleberry Finn heißt. Vorher gab es nichts, und hinterher hat es nichts Vergleichbares mehr gegeben.“ – Von niemand Geringerem als Ernest Hemingway stammt dieser Ausspruch, der sich damit in die Diskussion über das wohl widersprüchlichste Jugendbuch aller Zeiten einreiht: Erst als Geschenkbuch für Jungen und Mädchen vermarktet, ist es wenig später aus den Kinderbuchabteilungen öffentlicher Bibliotheken überall im Land entfernt worden. Und obwohl es an Universitäten innerhalb wie außerhalb der USA zur Pflichtlektüre zählt, wurde es aus dem Kanon amerikanischer Schulen ausgeschlossen. Was aber macht Mark Twains Jugendbuch noch mehr als ein Jahrhundert nach seinem Erscheinen zu dem meistdiskutierten Klassiker der amerikanischen Literatur? „Alles über Huckleberry Finn“ antwortet auf diese spannende Frage. Auf über 600 Seiten gibt Herausgeber Michael Patrick Hearn Hintergrundinformationen zu dem wohl bekanntesten Jungabenteurer der USA. Dabei geht er besonders detailliert auf die Biographie seines legendären Schöpfers Mark Twain ein, dessen Lebenslauf und Ansichten ebenso widersprüchlich sind wie die seines berühmten Protagonisten.

1835 als Samuel Langhorne Clemens geboren, wuchs Mark Twain in den Südstaaten der USA auf und befuhr den Mississippi. Als Mann, der sich das Fluchen nicht abgewöhnen konnte, heiratete er eine Frau, in deren Familie Gottesfürchtigkeit und Moral einen großen Stellenwert einnahmen. Auf Olivia Clemens’ Sittlichkeit ist es zurückzuführen, dass nicht noch derbere Ausdrücke aus dem Mund von Abenteurer Huck Finn kamen. War sie doch stets die erste, die die Entwürfe ihres berühmten Mannes lesen durfte – und korrigierte. Doch auch trotz ihres Rotstifts riefen die „Abenteuer von Huckleberry Finn“ in der amerikanischen Bevölkerung von 1886 Entsetzen hervor. Einen Jungen, der Kraftausdrücke gebrauchte, sich über die amerikanische Gesellschaft lustig machte und zusätzlich noch mit starkem Südstaatendialekt sprach, hatte es bisher noch nicht gegeben. Literaturwissenschaftler und Buchautor Michael Patrick Hearn bezweifelt allerdings, dass Mark Twain sich der Bedeutsamkeit seiner Schöpfung überhaupt bewusst war...

Will man „Alles über Huckleberry Finn“ wissen, ist das aus dem Amerikanischen von Friedhelm Rathjen übersetzte Werk sehr zu empfehlen. Nicht nur das Leben von Mark Twain wird in allen Einzelheiten beschrieben, auch die kompletten „Abenteuer von Huckleberry Finn“ werden reichlich kommentiert wiedergegeben. Zusätzlich liefern die zum Teil farbig illustrierten Abbildungen wertvolles Anschauungsmaterial – etwa Karikaturen des Autors, Fotos von dessen Familie oder Zeichnungen aus der Erstausgabe von Huckleberry Finn.

Mark Twain wird nachgesagt, dass er mit seinem „Kind von schlechtem Ruf“ die Sprache auf den neuesten Stand gebracht habe. Michael Patrick Hearn hat diesen Zauber in „Alles über Huckleberry Finn“ retten können und liefert damit garantierten Lesespaß!

Herausgeberportrait:
Michael Patrick Hearn ist Literaturwissenschaftler und Journalist. Von ihm ist bereits erschienen: „Alles über den Zauberer von Oz“.

Alles über Huckleberry Finn

Michael Patrick Hearn (Hrsg.)
Alles über Huckleberry Finn
Mit Illustrationen von E. W. Kemble
Aus dem Amerikanischen von Friedhelm Rathjen
Europa Verlag, Hamburg
ISBN 3-203-83535-5
Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage, 455 Seiten, mit zahlreichen zweifarbigen Illustrationen und s/w-Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen.
Unverbindliche Preisangabe: € 39,90 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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