Afrika

Fair gekocht und heiß gegessen

Afrika - Fair gekocht und heiß gegessen(mag). „Ein ‚afrikanisches Essen’ gibt es nicht. Es köchelt überall anders; es duftet nach Tradition aus verschiedenen Gegenden; es entstanden durch die Geschichte stets neu geprägte Esskulturen – so ist Nordafrika vom Islam tief geprägt, Namibia hingegen von deutscher und burischer Kultur überlagert. Vieles ist auch klima- und bodenabhängig.“ – In Europa kennen nur wenige die große Vielfalt der afrikanischen Küche. Das Autorenteam Al Imfeld, Lucas Rosenblatt und Judith Meyer stellt in seinem reichbebilderten Kochbuch „Afrika“ 40 interessante Rezepte aus den verschiedenen Gegenden Afrikas vor.

Schon im Vorwort zeigen die Autoren, dass sie nicht nur ein anregendes Kochbuch schreiben wollen, sondern auch einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände in Afrika leisten wollen, indem sie sich für einen fairen Lebensmittelhandel mit den afrikanischen Bauern einsetzen. In ihrer Einführung geben sie einen kurzen Einblick in die Geschichte der afrikanischen Agrarkultur. Da viele Produkte, die in Afrika angebaut und gegessen werden, in Europa nicht so bekannt sind, enthält das informationsreiche Buch eine umfangreiche Warenkunde. Das Buch möchte zum Kochen afrikanischer Rezepte anregen. Um dies zu erleichtern, werden Zutaten wie Maniok, Nièbè, Fonio, Sorgho, Perlhirse und Mango gesondert vorgestellt. Für die etwas geläufigeren Lebensmittel, zum Beispiel Auberginen, Kochbananen, Okras und Kichererbsen sowie Ingwer und Kokosnuss, gibt es ein nützliches Produkte ABC. Um das Nachkochen noch leichter zumachen, enthält das Kochbuch „Afrika“ auch einige Abbildungen von verwendeten Zutaten. Der Einkauf der teilweise recht exotischen Zutaten erfordert außerhalb größerer Städte sicherlich etwas Mühe, daher haben die Autoren eine Internetadresse angegeben, über die man die Zutaten beziehen kann.

Das Kochbuch „Afrika“ enthält vegetarische Mahlzeiten, Fisch- und Fleischgerichte sowie süße Speisen. Jedem Rezept ist eine ausführliche Zutatenliste vorangestellt, die schon erahnen lässt, welche wunderbaren Gerüche beim Kochen durch die Küche schweben werden. Die Rezepte sind unterschiedlich aufwändig, durch die einfache Beschreibung aber überwiegend leicht nachzukochen. „Afrika“ ist kein Kochbuch für Anfänger, da es einfache Kochkenntnisse vorausgesetzt. Die Vielfalt der Speisen wird noch dadurch gesteigert, dass einigen Rezepten eine leckere Variante beigegeben ist. Im Anhang des Kochbuches befindet sich noch ein nützliches Register der in den Rezepten verwendeten Zutaten, so dass der Leser sich nicht nur am Inhaltsverzeichnis orientieren muss.

Jedem Rezept ist eine blattgroße farbige Fotographie gegenüber gestellt, so dass der Leser einen Eindruck der fertig zubereiteten Mahlzeit erhält. Die appetitmachenden Bilder sind teilweise in interessanten Perspektiven aufgenommen und machen neugierig auf die vielfältige Küche Afrikas. Neben den zahlreichen Abbildungen der Gerichte, enthält das Buch auch viele schöne Fotografien des Alltags in Afrika. Die Bilder von Patrick Zemp, Jean-Louis Brocart und Robert Schmid vermitteln einen Eindruck von der Farbenpracht und der Lebensfreude der Menschen in Afrika. Auf vielen Fotografien sind Kinder abgebildet, es sind auch Aufnahmen von Menschen beim Anbau von Lebensmitteln zu sehen. Diese Fotografien machen das Kochbuch „Afrika“ zu einer verführerischen Reise zu den Kochtöpfen Afrikas.

In dem sorgfältig gestalteten Buch des Autorenteams Al Imfeld, Lucas Rosenblatt und Judith Meyer tauchen auf jeder Seite kurze Einschübe auf, die durch einen kleinen Fußabdruck und den violetten Druck hervorgehoben sind. In diesen kurzen Anmerkungen finden sich Informationen, Impressionen oder Gedanken, die die Texte und Rezepte ergänzen. Der Rezeptteil des Buches wird durch einige Texte aufgelockert, in diesen erfährt der Leser mehr über die Menschen, die die Lebensmittel anbauen. Beim Lesen des Buches wird das Anliegen der Autoren überdeutlich: Mit ihrem Engagement wollen sie dazu beitragen, dass die Bauern in Afrika ihre Produkte zu fairen Preisen verkaufen können. Ihr Buch „Afrika“ will nicht nur ein Kochbuch sein, es ist ein Plädoyer für den fairen Handel mit Afrika.

Das reich bebilderte Kochbuch „Afrika“ verführt den Leser in die wunderbare Küche Afrikas und macht neugierig darauf, die exotischen Gerichte auszuprobieren!

Autorenportrait:
Al Imfeld hat Theologie und Soziologie, Journalismus und Tropenwirtschaft studiert. In den 1960er Jahren war er an der Entstehung der „Ecofarming Bewegung“ beteiligt. Anfang der 70er Jahre gründete er den „Infodienst der 3. Welt“. Er ist Mitbegründer der „Gesellschaft zur Förderung der Literatur in Afrika, Asien und Lateinamerika“.
Lucas Rosenblatt und Judith Meyer betreiben gemeinsam ein Unternehmen, das Kochevents veranstaltet, exklusives Catering anbietet und Beratertätigkeiten für Firmen im kulinarischen Bereich übernimmt. Seit 2003 ist dem Unternehmen eine Kochschule angegliedert.

Afrika - Fair gekocht und heiß gegessen

Al Imfeld, Sara Meyer, Lucas Rosenblatt und Judith Meyer
Afrika
Fair gekocht und heiß gegessen
Mit Fotos von Patrick Zemp, Jean-Louis Brocart und Robert Schmid
Edition Fona, Lenzburg
ISBN 3-03780-203-0
1. Auflage 2005, 144 Seiten, mit 115 Farbfotos, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 18,5 x 24 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 19,90 (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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