Zurück ins Leben

Hilfe für Trauernde

Zurück ins Leben(mkb). Wenn der Tod eine Familie auseinanderreißt, so wirft das Schatten über die Zukunft; zerreißt der Tod aber eine junge Familie, dann liegt für den Zurückgebliebenen die Welt vollends in Scherben. Martina Nicolaidis hat es erlebt: Mit nur 29 Jahren und einer gerade sechs Wochen alten Tochter verlor sie ihren Mann bei einem Autounfall, hat alle Höhen und Tiefen eines derartigen Verlustes durchlebt und beschlossen, ihre Erfahrung an Leidende weiterzugeben. „Zurück ins Leben“ ist ein gemeinsames Werk mit Peter Zehentner, wirft dem Trauernden einen Anker der Hoffnung zu, bietet Angehörigen und Freunden die Möglichkeit, ehrlich und wirkungsvoll Hilfe zu leisten.

Wenn ein junger Mensch stirbt, sind die Überforderung und die Hilflosigkeit des sozialen Umfeldes oft besonders groß.“ Wut und Selbstmordgedanken, das Gefühl verrückt zu werden, Zwiegespräche mit sich und dem/der Toten oder Schuldgefühle werfen die Trauernden in ein Chaos schmerzvoller Verarbeitung. „Zurück ins Leben“ wirbt um Verständnis, Verständnis von Freunden und Bekannten, Verständnis der Trauernden für sich selbst, die sich mit ihrem Problem immer mehr ins Abseits drängen, einen Alltag kaum mehr bewältigen können.

Während der Schock im Umfeld irgendwann der eigenen Tagesroutine weicht, das Mitgefühl nachlässt, bleibt der Trauernde oftmals mit seiner schweren Bürde alleine zurück. „Trauernde“, so versichern die Autoren, „brauchen viel Mitgefühl und Geborgenheit, aber kein Mitleid!“ Einfach nur da sein genügt, keine weisen Ratschläge, Sätze wie „Das wird schon wieder!“ ersetzen durch ein ehrliches, verständnisvolles „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“.

Trauerphasen folgen einem Schema, beginnen mit dem „Nicht-wahrhaben-wollen“, der eintretenden Empfindungslosigkeit nach dem ersten Schock. Danach brechen die Gefühle auf, Niedergeschlagenheit und Wut wechseln sich ab, die Suche nach dem Tod folgt und weicht nach und nach der Suche nach dem Ich. Ein langer, leidvoller Weg, der psychische und physische Folgeerscheinungen mit sich bringen kann. „Zurück ins Leben“ ist die Hilfe zur Selbsthilfe, zahlreiche Internetadressen im Anhang listen Anlaufstellen auf, denn die Autoren raten doch zur Therapie, der Hilfe von Außen. Sie selbst sind die Leiter einer solchen Hilfsstelle, die Martina Nicolaidis 1998 unter „Die Nicolaidis Stiftung“ ins Leben gerufen hat. Damit hat sie einen Missstand in Angriff genommen, sich dem Mangel am öffentlichen Interesse am Leid der Trauernden entgegengestellt und bietet gemeinsam mit Peter Zehentner eine professionell geführte Selbsthilfegruppe an.

„Zurück ins Leben“ geht gemeinsam mit den Trauernden die kleinen und großen Schritte der Trauer, soll „(...)Mut machen und jungen Trauernden dabei helfen, den eigenen Weg zurück ins Leben zu finden.“ Ein mitfühlendes Werk mit lebbaren Ratschlägen, die mit wenig viel bewirken können.

Autorenportrait:
Martina Nicolaidis verlor sechs Wochen nach der Geburt ihrer Tochter (sie selbst war damals 29) ihren Mann durch einen Autounfall. Aus der persönlichen Betroffenheit heraus gründete sie 1998 die inzwischen deutschlandweit agierende „Nicolaidis Stiftung“ in München, die sich zum Ziel gesetzt hat, jungen Trauernden und deren Kindern zu helfen.
Peter Zehentner ist Supervisor, Seminarleiter und Dozent und leitet das Krisen-Interventions-Team (KIT) in München.

Zurück ins Leben

Martina Nicolaidis und Peter Zehentner
Zurück ins Leben
Hilfe für Trauernde
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek
ISBN 3-499-61958-X
Originalausgabe, 1. Auflage 2005, 186 Seiten, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 8,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 16,50

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