Zum Taufen nimmt man Wasser ohne Seife
Die Geschichte eines kleinen Beschützers
(pr).
Da sich fast niemand an seine eigene Taufe erinnert, hat das Bilderbuch „Zum
Taufen nimmt man Wasser ohne Seife“ von Autorin Ursel Scheffler nicht
nur einen unterhaltenden, sondern zugleich auch aufklärenden Charakter.
Erzählt wird die Geschichte des kleinen Florians, der sehr ungern badet,
da das Haarwaschmittel beim Abduschen sich mit Vorliebe im sensiblen Augenbereich
Halt zu schaffen versucht. Als Florians ältere Geschwister Anne und Olivia
ihn anflunkern und ihm erzählen, dass ihre neugeborene Schwester Sophie
mit Seifenwasser getauft wird, steht für den mutigen Bruder fest, dass
er sein wehrloses Geschwisterchen vor dieser Prozedur bewahren muss. Die Tatsache,
dass er sich schon immer eine kleine Schwester gewünscht hat, intensiviert
seinen Beschützerinstinkt.
Ursel Scheffler nähert sich mit ihrem Buch „Zum Taufen nimmt man
Wasser ohne Seife“ sehr eindrucksvoll dem Thema Taufe und dessen Bedeutung
für die Familie. Sie beschreibt humorvoll den Ablauf dieses kirchlichen
Ereignisses und erläutert, welche Rolle die Taufpaten dabei spielen: „Ein
Pate soll das Kind beschützen. Er soll ihm von Gott erzählen und er
soll für das Kind sorgen, wenn seine Eltern es nicht können.“
Eine Erkenntnis, die nicht nur für Kinder interessant ist, da in der heutigen
Zeit Taufpaten eher als Geschenke überbringende Boten und weniger als „Gottes
Botschafter“ in Erscheinung treten. „Zum Taufen nimmt man Wasser
ohne Seife“ ist ein Buch mit religiösem Anspruch. Dass die Patentante
zur „Badetante“ umbenannt wird, unterstreicht die sprachliche Gewandtheit
Ursel Schefflers, die die Möglichkeiten ihrer kreativen Entfaltung unter
Beweis stellt. Das Bilderbuch stellt somit ein ernstes Thema spannend und humorvoll
dar.
Nebenbei vermittelt Ursel Scheffler mit ihrem Buch „Zum Taufen nimmt man
Wasser ohne Seife“ wichtige Umgangsformen, die innerhalb des Familienlebens
berücksichtigt werden sollten. Sie beschreibt sehr anschaulich das alltägliche
Familienleben aus Sicht des kleinen Florians, der oft den Hänseleien seiner
älteren Schwestern Anne und Olivia ausgesetzt ist. Auch das angemessene
Verhalten Kindern gegenüber Neugeborenen scheint der Autorin am Herzen
zu liegen: „„Meine Sophie! Ich werde Tag und Nacht auf sie aufpassen“,
verspricht Florian. „Muss man auch“, sagt Mama. „Kleine Babys
sind noch zart und zerbrechlich.““
Das kurzweilige Lesevergnügen wird durch Illustrationen von Jutta Timm
unterstützt. Die in ihren Bildern realistisch dargestellten Alltagssituationen
vergegenwärtigen dem Leser das bunte Treiben des kleinen Florians. Die
seitengroßen, detaillierten Illustrationen wurden überwiegend mit
warmen Aquarellfarben angefertigt und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit.
Jutta Timm versteht es, mit ihren Illustrationen im Betrachter den Eindruck
von einer heilen Welt zu erwecken.
„Zum Taufen nimmt man Wasser ohne Seife“ ist ein unterhaltsames
und moralisch wertvolles Bilderbuch, das Kinder mit den Grundgedanken der Taufe
vertraut macht!
Autorenportrait:
Ursel Scheffler wurde in der Spielzeugstadt Nürnberg geboren und hatte
schon immer eine Vorliebe für Kinder und Kinderbücher. Sie hat in
Erlangen und München Literatur und Sprachen studiert und ihre Magisterarbeit
über das französische Märchen geschrieben. Nach ihrer Heirat
in München hielten sie ihre drei Kinder Sabine, Jan und Sibylle zunächst
davon ab, einen „ordentlichen“ Beruf zu ergreifen. Das regte sie
aber nicht weiter auf, sondern zum Geschichtenerfinden an. Nach Stationen in
Frankfurt und Stuttgart steht ihr Schreibtisch jetzt in Hamburg. Der Stapel
Bücher, den sie inzwischen geschrieben hat, ist ihr über den Kopf
gewachsen, genau wie ihre Kinder.
Illustratorenportrait:
Jutta Timm, wurde in Cuxhaven geboren. Sie hat Werbegrafik studiert. Ihr Mann
und zwei muntere Kinder hielten sie eine Weile vom Zeichentisch ab. Ein Zusammenstoß
auf der Schipiste brachte ihr ein kaputtes Knie ein und eine Bekanntschaft mit
Ursel Scheffler, die gerade einen Illustrator für ein Sagenbuch suchte
und überraschend im Schnee fündig wurde. Und wie es in Märchen
und Sagen so ist: Sie entdeckten, dass sie außer (fast) der gleichen Adresse
auch noch einen frechen Cockerspaniel, die Vorliebe für augenzwinkernden
Humor und noch viele andere Dinge gemeinsam haben. Inzwischen haben sie viele
Bücher zusammen gemacht.
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