Zauberer, Hexen und Magie
Die schwarze Kunst in all ihre Facetten – Aus der Reihe „Was ist was“
(flk).
Mit der Liebe ist das so eine Sache: Will man nicht auf die Macht des Schicksals
vertrauen, so bietet sich natürlich noch die Möglichkeit, dem Glück
mithilfe eines Liebeszaubers auf die Sprünge zu helfen. Im Sachbuch „Zauberer,
Hexen und Magie“ aus der Reihe „Was ist Was“ wird erklärt,
wie so ein Trank schnell zu brauen ist: Otternfleisch, Spinnen, Fingerkraut
und etwas Gehirnmasse eines ungetauften Säuglings zusammenrühren –
et voilà! Nun sollte dem Glück eigentlich nichts mehr im Wege stehen.
Natürlich bietet das von Professor Dr. Christoph Daxelmüller verfasste
Buch für Kinder ab zehn Jahren auch für weniger geübte Köche
eine Menge Lesespaß. Der Autor hat sich nämlich der Schwarzen Kunst
in ihren geschichtlichen und gesellschaftlichen Dimensionen angenommen.
Das erste Kapitel stimmt den Leser so auch gleich in die Thematik ein: Berühmte
Zauberer von Merlin bis Faust werden kurz porträtiert, dann werden die
wichtigsten Grundbegriffe vorgestellt: Weiße und schwarze Magie, Hilfsgeister,
Dämone, und natürlich darf auch die Grimmsche Märchenhexe nicht
fehlen. Die weiteren Kapitel beleuchten danach vor allem die wichtigsten Zauberrituale,
Teufelspakte und Beschwörungsformeln. „Wie nimmt der Teufel Gestalt
an?“ oder „Was ist die Hexensalbe?“ sind hier nur zwei Beispiele
aus der Fülle an Informationen, die „Zauberer, Hexen und Magie“
bietet.
Der nächste Abschnitt befasst sich dann mit dem Kapitel der Hexenverfolgung,
die besonders in Europa mit unvorstellbarer Brutalität geführt wurde.
Professor Dr. Christoph Daxelmüller zeigt anhand verschiedenster Fälle,
welche Macht Kirche und Obrigkeit auf die einfache Bevölkerung ausübten,
wie Unwissenheit und Verblendung die Menschen dazu veranlasste, Unschuldige
als Reaktion auf Missernten und Unwetter auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.
Es waren damals – so zeigt es das Buch in aller Deutlichkeit – vor
allem missgünstige Nachbarn oder, wie im Fall der Prozesse von Salem, unbedarfte
Kinder, die ihre Mitmenschen den Folterknechten der Inquisition auslieferten.
In der kleinen amerikanischen Stadt hatten noch zu Ende des 17. Jahrhunderts
20 Unschuldige sterben müssen, weil sieben kleine Mädchen theatralisch
vorgaben vom Teufel besessen zu sein.
Im letzten Teil widmet sich das Sachbuch „Zauberer, Hexen und Magie“
dann den zeitgenössischen Formen des Okkultismus und Spiritismus. Gläserrücken,
Handlesen und Horoskoperstellung gehören hier ebenso dazu wie die Beschäftigung
mit alternativen Heilmitteln und Voodoo-Kulte bei afrikanischen Eingeborenen.
Überaus gelungen an diesem Buch ist die Aufbereitung dieses doch schwierigen
Themas, so dass auch jüngere Leser schnell einen Überblick über
die wichtigsten historischen Zusammenhänge erhalten. Professor Dr. Christoph
Daxelmüller gelingt es besonders im Kapitel der Hexenverbrennung, die Urängste
der damaligen Menschen darzustellen, denen unser heutiges naturwissenschaftliches
Wissen noch nicht zur Verfügung stand, und die deshalb ihr christliches
Weltbild gegen jedwede Form des Anderssein zu verteidigen suchten.
Graphisch untermalt werden die Informationen durch zahlreiche schöne Illustrationen
von Filippo Pietrobon sowie aktuelle Fotos. Historische Abbildungen aus verschiedenen
Epochen runden das Thema dann ab.
„Zauberer, Hexen und Magie“ ist ein überaus gelungenes und
informatives Sachbuch, das vor allem jüngeren Lesern einen interessanten
und fesselnden Einblick in die Thematik bietet!
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