Wie ich ein Buch nicht schreiben kann und es trotzdem versuche
Vom Textversuch zum vollendeten Roman
(mkb).
Wenn Monika Maron die Mitwirkenden ihres Werkes einsammelt und ins Rennen schickt,
so ist es vom Reißbrett bis zum vollendeten Roman noch ein sehr langer
Weg. Ihr Werkstattbuch „Wie ich ein Buch nicht schreiben kann und es trotzdem
versuche“ wirft einen Blick auf die Entstehung jener Figuren, mit denen
der Leser im Laufe ihres Romans lacht, liebt und weint.
Monika Maron nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise, lässt uns teilhaben
an der Persönlichkeitsbildung ihrer Romanfiguren, lädt zu einer philosophischen
Reise in ihr Innerstes, die bis zur Definitionssuche für Freiheit führt:
„In New York verstand ich;(....) dass der Schutz vor Verbrechen die
Freiheit aller, auch der Nicht-Verbrecher einschränkt und Verbrechen darum
zwar verboten, aber nicht unbedingt verhindert werden können; dass der
Preis der Freiheit die Sicherheit ist und der Preis für die Sicherheit
die Freiheit.“ Jeder philosophische Exkurs fließt in bereits
Geschriebenes oder im Geiste Verfasstes, mündet in die Reise der Autorin
nach Mexiko – Johanna, ihre Hauptdarstellerin, nimmt sie mit, sucht gemeinsam
mit ihr nach Menschen, Orten und Begebenheiten, die ein Teil der Fortsetzung
von ihrem Bestseller „Endmoräne“ werden könnten.
Der strengste Kritiker ist der Schriftsteller selbst: Monika Maron schreibt,
streicht, hadert, präsentiert dem Leser Textauszüge, die sie vielleicht
beim Erscheinen des Buches längst wieder verworfen hat. Ein Roman ist weit
mehr als das Produkt von Intuition und schriftstellerischer Begabung, es ist
harte Arbeit. Monika Maron gewährt dem Leser einen Blick hinter die Kulissen
in ihre Werkstatt, lässt ihn teilhaben an ihren Zweifeln, Schreibhemmungen
und Inspirationslöchern, die sie im Laufe ihrer Arbeit immer wieder ereilen.
„Wie ich ein Buch nicht schreiben kann und es trotzdem versuche“
ist das Buch zum Buch, die Schreibwerkstatt einer preisgekrönten Autorin,
gleichwohl für den Leser als auch für den angehenden und gesetzten
Schriftsteller. Es ist der Abdruck einer Poetikvorlesung der Autorin in Frankfurt,
die selbstkritisch, philosophisch und mit offensichtlicher Lust in die Tasten
greift und beweist, dass auch aus Zweifeln ein wunderbares Werk nach dem anderen
sprießen kann.
Flüssig und humorvoll geschrieben: „Wie ich ein Buch nicht schreiben
kann und es trotzdem versuche“ ist ein schönes Buch über den
Roman aus der Perspektive einer Schriftstellerin!
Autorenportrait:
Monika Maron, 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte
1988 in die Bundesrepublik und lebt heute wieder in Berlin. Sie veröffentlichte
Romane, Erzählungen und Essays und wurde u.a. mit dem Kleist-Preis und
dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet.
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