Wege der Trauer
Zwölf Porträts trauender Menschen
(ini).
„Blitzlichtaufnahmen“ nennt Fotograf Markus Pletz seine
zwölf Porträts trauernder Menschen, die ihren Partner oder ihre Partnerin
verloren haben, „Momentaufnahmen aus dem Leben“. Sein Bildband
„Wege der Trauer“ ist kein Ratgeber, kein Sachbuch und auch kein
Trauerwegweiser. „Schweigen zu müssen bedeutet, den Toten ein
zweites Mal sterben zu lassen“, diesen Satz stellt er seinem Buch
voran. Deshalb lässt er die Trauernden einfach erzählen, stellt nur
wenige Fragen und ist somit weniger Autor als Dokumentarist. Die Schwarzweiß-Fotos
von Markus Pletz geben den Gesprächen ein manchmal sehr überraschendes
Gesicht. Sie gewähren einen zweiten „Ein-Blick“ in das Leben
der Trauernden, ohne sie bloß zu stellen.
Jede der porträtierten Personen hat seinen eigenen Weg der Trauer. Ulla
Engelhardt engagiert sich nach dem Tod ihres Mannes für die Internetseite
verwitwet.de, auf der sich Trauernde austauschen können. Brigitte Zander
hat das langsame Sterben ihres Mannes in Bildern und Zeichnungen festgehalten
und auf diese Weise Abschied von ihm genommen. Ingrid Gosing, deren Mann sich
das Leben genommen hat, lebt stets in der Nähe seiner alten Strickjacke
und mit dem Gefühl „ich will ihn zurück“.
„Wege der Trauer“ ist ein sehr persönliches und berührendes
Buch. Es kann Betroffenen helfen und ihre Trauerarbeit begleiten, aber auch
alle anderen Leser anregen, sich mit dem Thema Tod und Trauer auseinander zu
setzen – ein Thema, das uns alle angeht!
Autorenportrait:
Markus Pletz, Jahrgang 1967, wurde in Hannover geboren und lebt heute als freier
Fotodesigner in Mainz. Davor war er mehrere Jahre als Krankenpfleger tätig,
ein Beruf, in dem man sich ständig mit dem Tod auseinandersetzen muss.
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