Venedig und seine Lagune
Wunderbarer Bildband über eine außergewöhnliche Stadt
(pr).
Venedig, einst mächtigste Handelsstadt des Mittelmeerraumes, ist heute
vor allen Dingen das Ziel für unzählige Touristen jährlich. Viele
haben die Stadt zwischen „aqua“ und „terra“ (zwischen
Wasser und Land) schon besucht oder planen zumindest, die Stadt einmal zu besichtigen.
Der Bildband „Venedig und seine Lagune“ mit Texten von Dorothea
Kallenberg bringt dem Leser diese einmalige Stadt auf wunderbare Art und Weise
näher. Immer wieder wechselt sich der informative Text über die Geschichte,
die Bewohner und die Gebäude Venedigs mit außergewöhnlichen
Fotos von Horst Haas ab, die das bekannte Venedig aber auch seine unbekannten
Seiten zeigen.
„In den Fotos zu diesem Band, der die Perspektive der Gondoliere und
der Fischer, der sportlichen Ruderer und derer, die gerudert werden, einnimmt,
lernt man Venedig von unten zu verstehen.“ So fasst Dorothea Kallenberg
das Besondere dieses Bildbandes zusammen. Denn hier werden auch Perspektiven
eingenommen, die sonst selten zu sehen sind. Kleine Details werden gezeigt,
wie Türklopfer und Wasserspeier, aber auch die großartigen Gebäude
und Paläste der Stadt.
Natürlich wird dem Markusplatz, dem einzigen Platz der Stadt, der sich
„Piazza“ nennen darf, viel Raum gewidmet, ist er doch quasi das
Tor zu Venedig. Hier legten im Mittelalter die Handelsschiffe an, die Sklaven
und Gold in die Stadt brachten. Kein Venezianer würde jedoch durch die
beiden Säulen mit den geflügelten Löwen, dem Wahrzeichen der
Stadt und des Heiligen Markus, gehen. Es heißt, dies bringe Unglück,
weil dieser Teil des Platzes früher als Richt- und Schädelstätte
diente. Dorothea Kallenberg beschreibt auch, wie die Venezianer zu ihrem Heiligen
Markus kamen: Sie schmuggelten die Mumie des Heiligen unter Pökelfleisch
versteckt durch muslimische Zollkontrollen.
Der Bildband beschränkt sich jedoch nicht darauf, die prunkvollen Seiten
Venedigs zu zeigen, sondern geht auch auf die Probleme der Stadt ein. Sie ist
ständig von Hochwassern bedroht, etwa 80 Mal im Jahr ist der Markusplatz
überschwemmt. Damit das Leben dennoch weitergehen kann, werden Stege bereitgestellt.
Außerdem leidet das Fundament der Stadt unter den Wellen, die zahlreiche
Motorboote schlagen. Trotzdem versprüht Venedig einen Charme, den man nicht
beschreiben kann.
Genau diesen Charme haben die Fotos von Horst Haas eingefangen. Sie stellen
die großen Paläste der Venedigs dar, den Dogenpalast, den „Ca’d’Oro“,
einen der schönsten Profanbauten der Hochgotik, und den „Palazzo
Contarini“, der wegen seiner Schneckenhaustreppe berühmt ist. Sie
zeigen die Basilika von „San Marco“ und andere Kirchen der Lagunenstadt,
aber sie gehen vor allen Dingen auf Venedig, wie es wirklich ist, ein. Viele
Bilder sind bestimmt von einer nebligen Atmosphäre. Da sieht man Venedig
am Morgen erwachen, bevor der Touristenstrom die Stadt erobert, und während
der zahlreichen Hochwassertage.
Ein Foto wurde vom Glockenturm der Kirche „San Giorgo Maggiore“
aus gemacht. Im Hintergrund sieht man verschwommen Inseln. Der Vordergrund zeigt
die Statue eines Engels, dessen Arm abgebrochen ist. Er baumelt lose an einem
Fahnenmast. Auf einem weiteren Foto ist die Armlehne eines Stuhls, bei dem die
goldene Farbe abbröckelt, zu sehen. Wieder andere Bilder stellen abbröckelnde
Fassaden dar und machen deutlich, dass Venedigs Charme besonders von der Vergänglichkeit
bestimmt wird. Auch die Bewohner Venedigs sind in „Venedig und seine Lagune“
abgebildet. Man sieht den Fischmarkt von Rialto, die Gondoliere bei der Arbeit
und Menschen in den Gassen. Ein Foto zeigt das Wohngebiet der Arbeiter, Castello,
das ursprünglich geblieben ist. Über die Gasse spannen sich unzählige
Wäscheleinen.
„Venedig und seine Lagune“ ist ein umfangreicher Bildband, der viele
Aspekte der außergewöhnlichen Stadt Venedig darstellt. Dabei nimmt
die Lagune, die im Titel genannt ist, eher einen kleinen Teil des Bildbandes
ein. Die meisten Fotos zeigen kleine Details und vor allen Stimmungen der Stadt.
Der großartige Bildband „Venedig und seine Lagune“ bringt
einem die unvergleichliche Stadt am Meer näher und lädt ein, sich
doch einmal selbst dieses Schauspiel anzusehen!
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