Unterwegs zu Schiller
Eine Reise durch Deutschland und zu einem großen Dichter
(bhs).
Friedrich Schiller gehört neben Goethe zu den wohl bekanntesten deutschen
Dichtern. Doch im Gegensatz zu den Werken Goethes sind Schillers Dramen und
Gedichte zunehmend unpopulär. Seine Sprache wird als überladen, pathetisch
und nur schwer zugänglich empfunden, seine Themen und Inhalte gelten vielfach
als überholt und nicht mehr zeitgemäß.
Ist das wirklich so? Wollen Sie Schiller mal so richtig kennen lernen? Welcher
Schiller darf es sein? Der wunderbare Freund? Der besorgte Familienvater? Der
liebevolle Ehemann? Schiller der Nörgler, Hitzkopf und Genießer?
Dass Friedrich Schiller auch heute noch jede Menge Überraschungen parat
hat, zeigt das Buch „Unterwegs zu Schiller“ von Heinz Stade.
Heinz Stade, Journalist und Buchautor aus Erfurt, ist in Thüringen längst
ein Markenzeichen für saubere und exakte Recherche sowie brillant formulierten
Text. So überrascht es nicht wirklich, dass Heinz Stade mit „Unterwegs
zu Schiller“ zum Schiller-Gedenkjahr 2005 ein Werk vorgelegt hat, das
den heutigen Spuren des oft kranken und daher selten gereisten Friedrich Schiller
folgt und behutsam auf die jeweiligen biografischen Kontexte eingeht.
32 Städte und Dörfer führt Heinz Stade dem Leser vor, optisch
hinterlegt durch 47 klare und gelungene Schwarz-Weiß-Fotos von Falko Behr.
Die meisten liegen in Thüringen, Schillers zweiten Heimat. Doch den größten
Raum nehmen erwartungsgemäß die wichtigen Schiller-Orte wie Marbach,
Ludwigsburg, Stuttgart, Mannheim, Jena und Weimar ein, aber auch kleinere, im
Leben des Dichters zeitweilig gar nicht unbedeutende Stationen werden berücksichtigt,
etwa Bauerbach, Leipzig-Gohlis, Dresden-Loschwitz oder Berlin.
In Momentaufnahmen wird Schillers Leben vorgestellt. Viele noch unbekannte Anekdoten
und Episoden ranken sich um Friedrich Schiller. Freunde und Bekannte haben ihre
Erlebnisse mit dem Dichter und Denker zu Papier gebracht und die Geschichten
so für die Nachwelt erhalten. Vieles fand Heinz Stade auch in alten Schriften
vom Dichter höchstpersönlich. So verleihen charakteristische Zitate
aus Schillers Feder dem Buch den Charme des Authentischen; kleine, aber wesentliche
Ausblicke in die Geschichte und Kulturgeschichte der jeweils behandelten Lokalitäten
vor und nach Friedrich Schiller vermitteln dem dankbaren Leser regionale und
topografische Überblickskenntnisse, die mehr Einblick schenken, als das
kleine, handliche Büchlein eigentlich erwarten ließe; ein Personenregister
rundet es ab.
Immer wieder macht es Freude, mit literarischen Reiseführern „in
Dichters Lande“ zu gehen, nachzuvollziehen, wo sie gelebt und gewirkt
haben, das Einst mit dem Heute zu vergleichen und, nicht zuletzt, wenig bekannte
Dichtermuseen und -denkmale zu entdecken. Für Goethe liegt da so manches
vor. Bei „Unterwegs zu Schiller“ musste der Autor lange Recherchen
anstellen und viele Fahrten unternehmen. Herausgekommen ist eine reich illustrierte
„Reise-Biografie“, die hoffen lässt „dass sich das,
was den Besten gefällt, in jedermanns Händen finden sollte.“
Wenn Heinz Stade sagt „Versprochen: die Freude, die ich bei meinen
Erkundungen unterwegs zu Schiller hatte, wird sich beim Lesen des Buches auf
Sie übertragen“, hält er definitiv, was er verspricht!
Autorenportrait:
Heinz Stade, geboren 1945 in Arnstadt, Journalist und Buchautor, lebt in Erfurt.
Seit 1989 Autor bzw. Mitautor von über zwanzig Büchern vor allem über
das Reiseland Thüringen.
Fotografenportrait:
Falko Behr, geboren 1972, seit 1995 freischaffender Fotograf in Erfurt. Arbeitsgebiete:
Buch-, Katalog- und Ausstellungsprojekte sowie Architekturfotografie.
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