Tödlicher Gegenwind

Atemlosigkeit über den Wolken und in den Machenschaften der Justiz

Tödlicher Gegenwind(bhs). Hoch über den Wolken Europas: „Captain, ich glaube du solltest besser mal hinten nach dem Rechten sehen!“ So lautet der Beginn von „Tödlicher Gegenwind“: Das Buch von Autor John J. Nance, der übrigens selbst Pilot ist, ist eine Mischung aus Justiz-Triller und Flugzeugabenteuer und beginnt so atemlos, wie es die ganze Handlung über auch bleibt.


Der ehemalige US-Präsident John Harris möchte in der Linienmaschine unter Kapitän Craig Dayton eigentlich nur von Athen nach Rom fliegen. Plötzlich aber tauchen am Flugsteig griechische Behördenvertreter auf: Aufgrund eines peruanischen Haftbefehls wird die sofortige Auslieferung des Ex-Präsidenten gefordert. Pflichtgefühl, der Glaube an Harris’ Unschuld und der Wunsch, dessen Leben zu beschützen, lassen Kapitän Dayton, selbst US-Bürger und Reservist der Air Force, eine tagelange Odyssee beginnen, um den Präsidenten in Sicherheit zu bringen.


Die Crew startet ohne offizielle Erlaubnis, wird ständig mit dem Haftbefehl konfrontiert, der auf demselben Abkommen basiert, mit dem einst Pinochet, langjähriger Diktator Chiles und Urheber vieler Menschenrechtsverbrechen, von Spanien ausgeliefert wurde. Da dieses Abkommen von nahezu jedem Land in Reichweite der Maschine unterzeichnet worden ist, steht Craig Dayton vor einem unlösbaren Problem. Zeitgleich versucht derweilen der umstrittene Anwalt Jay Reinhardt, den Präsidenten zu verteidigen und zu beraten.


Die Geschehnisse überschlagen sich stetig, der Leser wird von den plötzlichen Wandlungen immer wieder überrascht, das Schicksal des Präsidenten bleibt bis zum Ende hin offen. Durch zahlreiche technische Fakten, aktuelle Anmerkungen zur Luftfahrt, politische Geschehnisse, behördliche Konflikte und dem Justizwesen gelingt es John J. Nance, einen realistischen Bezug zur packenden Atmosphäre zu schaffen. Die heldenhaften Leistungen und Taten des Piloten und des Anwalts stehen dabei trotzdem stetig im Mittelpunkt. Eine explosive wie interessante Mischung, die die Spannung von Satz zu Satz erhöht, aus dem Englischen von Karin Dufner übersetzt. Die Handlung ändert zudem so oft unerwartet ihre Richtung, dass die atemberaubende Faszination das ganze Buch hinweg aufrechterhalten bleibt.


„Tödlicher Gegenwind“ ist ein sehr kurzweiliges und spannendes Buch mit Suchtfaktor!

Autorenportrait:
John J. Nance, geboren 1943, Reservepilot der US-Air-Force und Flugkapitän auf kommerziellen Fluglinien mit über 10 000 Flugstunden, ist heute ein international bekannter Sicherheitsexperte für den Luftverkehr. Er ist Autor verschiedener Bestseller-Romane und Sachbücher, die alle das Thema Luftverkehr und Flugzeuge behandeln. Er lebt in Tacoma, Washington.

Tödlicher Gegenwind

John J. Nance
Tödlicher Gegenwind
Aus dem Englischen von Karin Dufner
Knaur Verlag, München
ISBN 3-426-62682-9
Vollständige Taschenbuchausgabe, 1. Auflage 2004, 554 Seiten, Taschenbuch, Format 11,5 x 18 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 8,90 (D) / € 9,20 (A) / sFr 15,90

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