Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy
Auf Kriegsfuß mit der Bibliothekarin
(pr).
Bücher sind so langweilig! Wer das behauptet, ist mit den Brüdern
Tim und Marty einer Meinung, liegt aber total daneben. Autor Eoin Colfer schafft
es mit seinem Buch „Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy“, seine
jungen Leser ab acht Jahren für das geschriebene Wort zu begeistern. Das
Buch ist der erste Band einer neuen Serie und verspricht viele lustige Abenteuer.
Auf humorvolle und abenteuerliche Art erzählt der Jugendbuchautor die Geschichte
von Tim und Marty, die als die beiden ältesten von fünf Kindern es
wahrlich nicht einfach haben. Während die „Jüngeren“ von
ihren Eltern in Schutz genommen werden, werden Tim und Marty bei jeder noch
so kleinen Dummheit, die sie anstellen, zur Verantwortung gezogen. Weil die
beiden erneut für Ärger gesorgt haben, überlegen sich die Eltern
dieses Mal eine nach Ansicht von Tim und Marty miese Strafe: Sie müssen
in den Ferien dreimal pro Woche jeweils zwei Stunden die örtliche Bibliothek
besuchen und etwas für ihre Bildung tun. Ein echter Horror für die
Brüder, zumal in den dortigen Räumlichkeiten nicht nur jede Menge
Bücher auf die beiden lauern, sondern auch „Knolle Murphy“.
Diese heißt mit bürgerlichem Namen eigentlich Mrs. Angela Murphy,
hat aber wegen ihrer überall bekannten Kartoffelknollenknarre diesen eigenartigen
Spitznamen erhalten: „„Sie hat ein Luftgewehr unter ihrem Schreibtisch“,
fügt Marty hinzu. „Ein Luftgewehr, in dessen Lauf eine ganze Kartoffelknolle
passt. Damit schießt sie auf Kinder, wenn sie Lärm in der Bücherei
machen. Deswegen sagen wir auch Knolle Murphy zu ihr.““
Vielleicht würde der Aufenthalt in der Bibliothek erträglicher sein,
wenn diese „Ich-beobachte-dich-auf-Schritt-und-Tritt“-Bibliothekarin
nicht dauernd ihren strafenden Blick auf die beiden Jungen gerichtet hätte.
Zunächst wenig von ihr eingeschüchtert, versucht zumindest Marty verbotener
Weise den Kinderbuchbereich zu verlassen, um ein wenig Unordnung in die Bücherregale
zu bringen. Dabei wird er allerdings von Knolle Murphy gesehen und bestraft.
Eigentlich scheint es ganz natürlich zu sein, dass sich die neun und zehn
Jahre alten Brüder wenig aus Büchern machen, da es in ihrem Alter
doch so viele andere interessante Sachen zu entdecken gibt. Das Buch „Tim
und das Geheimnis von Knolle Murphy“, von Brigitte Jakobeit aus dem Englischen
übersetzt, beschreibt auf unterhaltsame und humorvolle Art alltägliche
Schwierigkeiten zwischen Eltern und ihren Kindern. Erstere wollen nur das Beste
für ihre Kleinen, während die sich durch derartige Erziehungsmaßnahmen,
die auch Tim und Marty zu spüren bekommen, total missverstanden und bestraft
fühlen. Autor Eoin Colfer zeigt mit seiner überaus amüsanten
Geschichte, dass es auch anders geht und dass auch Kinder hin und wieder ein
Einsehen haben und ihre Ansichten ändern.
In diesem Fall bezieht sich die Einsicht auf das Thema „Lesen“.
Wer liest schon gerne, wenn er lesen muss? Ist es nicht viel reizvoller, wenn
man aus freien Stücken zu einem Buch greift und sich in die dort erzählte
Geschichte vertieft? Diese Erfahrungen machen zumindest Tim und Marty, die am
Ende gar nicht mehr genug von Büchern bekommen können. Mit dieser
neu entdeckten Vorliebe überraschen sie nicht nur sich selbst, sondern
auch Knolle Murphy. Die Bibliothekarin, die mit ihrer Strenge und Disziplin
beim Militär besser aufgehoben wäre als zwischen Bücherregalen,
muss schließlich feststellen, dass nicht jedes Kind ein Satansbraten ist
und gesteht sich ein, dass ihr bisheriges Bild von Kindern nicht immer der Realität
entsprach.
Wenig realitätsnah sind auch die Illustrationen von Tony Ross – und
genau das zeichnet seine Illustrationen aus. Die markant eckige Gestalt der
Mrs. Murphy untermalt ihren in der Geschichte beschriebenen Charakter. Die mit
Fingerspitzengefühl angefertigten Schwarzweißzeichnungen runden die
Geschichte ab und lassen „Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy“
lebendiger erscheinen. Illustrator Tony Ross, der mit seinen Darstellungen dem
Betrachter ein Lächeln abgewinnt, beweist, dass „bunte“ Bilder
nicht immer farbig sein müssen.
Das witzig und heiter geschriebene Buch von Eoin Colfer beschreibt die Faszination,
die von Büchern ausgeht und wird Kindern – und dabei insbesondere
Jungen! – zu der Einsicht verhelfen, dass Lesen mehr Spaß bereitet,
als sie zunächst annehmen. Bücher öffnen dem Leser das Tor in
ihm neue, unbekannte Welten und versprechen jede Menge Abenteuer, Spannung und
Abwechslung. Das Buch „Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy“
schafft das, was sich manche Eltern verzweifelt wünschen: Ein Griff der
Kinderhand zum Bücherregal.
Autorenportrait:
Eoin Colfer, Träger des „Deutschen Bücherpreises“ in der
Kategorie Kinder- und Jugendbuch, ist Lehrer und lebt mit Frau und Sohn in Wexford,
Irland. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet.
Mit seinen Romanen um „Artemis
Fowl“ gelang ihm der große internationale Durchbruch.
Der zweite Band von Tim heißt „Tim
und das Geheimnis von Captain Crow“.
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