The New Yorker – Die besten Golf Cartoons

Golfsport aus einem amüsanten Blickwinkel

The New Yorker – Die besten Golf Cartoons(flk). Golf zu spielen hat durchaus reizvolle Seiten: eine Platzrunde weit unter par zum Beispiel, oder gar ein Hole in One vor den Augen der Clubkonkurrenz. An manchen Tagen aber, da will einem so gar nichts gelingen, Bälle landen im Bunker oder Wasser, und man möchte sich gar nicht vorstellen, welch böse Zoten der Caddie des Abends über diese Missgeschicke reißen wird. Der Golfsport mit all seinen Skurrilitäten und den liebenswerten Originalen und Stereotypen, die sich auf dem Green so finden, ist auch Thema des Geschenkbuches „The New Yorker – Die besten Golf Cartoons“.

Das Buch, herausgegeben von Robert Mankoff, ist eine Sammlung zahlreicher Karikaturen verschiedenster Zeichner, die sich dem Golfsport von den unterschiedlichsten Seiten her angenähert haben und deren Cartoons vormals in der großen amerikanischen Zeitschrift „The New Yorker“ erschienen sind. Mal süffisant, mal bissig ziehen sie alle durch den Kakao: den Golfprofi und den Hobbysportler, die testosteronsprühenden Platzhirsche ebenso wie die gemütliche Frauenrunde. So vereinbaren zwei Freundinnen in der realistischen Einschätzung ihrer Fähigkeiten, dass sie das Spiel nicht „durch Zählen verderben“ wollen, und ein Familienvater verabschiedet sich zum Golfsport mit folgenden Worten von seiner Frau: „Übrigens, das war wirklich eine fabelhafte Leistung, wie du die Kinder großgezogen hast.

Politisch korrekt ist das natürlich nicht, was das von Kolja Steinrötter aus dem Amerikanischen übersetzte Buch so bietet. Jeder bekommt hier sein Fett weg, Selbstironie ist beim Lesen also erste Bürgerpflicht. Besonders die Fanatiker auf dem Platz haben es den Karikaturisten angetan. Da hacken sich Spieler auf der Suche nach verschlagenen Bällen durch ganze Wälder, und ein besonders verbissener Vertreter dieser Sportlerspezies versucht das kleine weiße Spielgerät aus dem Maul eines Krokodils zu bergen. Allzu menschlich dagegen die Reaktion des Spielers, der nach scheinbar völlig vermurksten 18 Löchern im Clubheim zusammengesunken ins Leere starrt. Die Bediensteten, die solche Anblicke zur Genüge zu kennen scheinen, sehen es locker: „Frag sie nie wie ihre Runde war. Wenn sie es dir erzählen wollen, erzählen sie es dir“, schärfen sie dem neuen Mitarbeiter ein.

Die Bilder in „The New Yorker – Die besten Golf Cartoons“ spiegeln allesamt die unterschiedlichen Zeichenstile der Karikaturisten wieder. Einige sind von skizzenhafter Lässigkeit und mit grober Strichführung, andere dagegen klar und nüchtern oder strotzend vor Details. Ein Manko stellen sicherlich die fehlenden Zusatzinformationen über die Zeichner dar, und auch einige einleitende Worte über die Entstehungsgeschichte des Buches sucht man leider vergeblich.

Was dieses Buch dafür auszeichnet, ist neben seiner hochwertigen Ausstattung mit Halbleineneinband sein respektloser und zugleich liebevoll-augenzwinkernder Umgang mit den elitären Werten, die dieser Sport für viele immer noch verkörpert, wenn die nach außen hin so strahlenden Helden des Sports von ihren allzu menschlichen Seiten gezeigt werden.

Das Geschenkbuch „The New Yorker – Die besten Golf Cartoons“ ist eine freche Parodie, die auch weniger sportbegeisterten Lesern Vergnügen bereiten wird!

The New Yorker – Die besten Golf Cartoons

Robert Mankoff (Hrsg.)
The New Yorker – Die besten Golf Cartoons
Aus dem Amerikanischen von Kolja Steinrötter
Coppenrath Verlag, Münster
ISBN 3-8157-2903-3
1. Auflage, 102 Seiten, mit zahlreichen s/w-Abbildungen, Halbleinen gebunden, Format 20,3 x 21,8 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 16,95 (D) / € 17,40 (A) / sFr 29,50

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