Tauchgang in die Vergangenheit
Unterwasserarchäologie in Nord- und Ostsee
(mkb).
Die Weltmeere: Fundgrube archäologischer Schätze – neben gesunkenen
Schiffen lagern in den Tiefen auch Siedlungen, die im Zuge der globalen Erwärmung
und dem daraufhin ansteigenden Meeresspiegel über die letzten Jahrtausende
dort begraben worden sind. In „Tauchgang in die Vergangenheit“ begleiten
die Herausgeber Friedrich Lüth, Thijs J. Maarleveld und Flemming Rieck
den Leser durch die bunte Unterwasserwelt unserer Vergangenheit.
Faszination Tauchen in wissenschaftlichem Auftrag, auf der Fährte unserer
Ahnen. „Tauchgang in die Vergangenheit“ taucht ab und erforscht
die Unterwasserarchäologie der Nord- und Ostsee. Spuren Jahrtausender befinden
sich in den Meeren, die Geschichte um die Entstehung der Nord- und Ostsee konnte
mit Hilfe der Unterwasserfunde genau rekonstruiert werden: „Die heutige
Nordsee ist zwischen 8000 und 6000 v. Chr. entstanden, als nach der letzten
Eiszeit das Landeis zum großen Teil geschmolzen war (...) das niedrig
gelegene Gebiet zwischen dem heutigen England und dem europäischen Festland
überschwemmt.“ Der Blick in die Vergangenheit ist gleichzeitig
das Fernrohr in die Zukunft, lässt erahnen, was auf uns zukommen könnte.
Mit dem Wissen können in der Gegenwart entsprechende Maßnahmen ergriffen
werden, die das Ausmaß der Konsequenzen eines veränderten Landschaftsbildes
lindern oder gar verhindern können.
Die Seefahrt, ein wichtiges Rädchen im Regelwerk vergangener Jahrzehnte.
In ihren Wracks lagerten Bronze- und Zinnbarren, Skelettreste und Werkzeug,
konnte aufgrund der Bauweise Rückschlüsse auf die Herkunft gezogen,
Kriege und Handelsreisen nachkonstruieren werden. Die Unterwasserschätze
hüten viele Geheimnisse unsere Vergangenheit, die noch bis heute unerforscht
sind. Fachlich präzise und mit zahlreichen Bildern und Zeichnungen haben
die Autoren von Tauchtechniken bis zur Bergung und Konservierung der Funde,
die Rückschlüsse und Zusammenhänge dargestellt und niedergeschrieben.
„Ein Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft: Die nicht leichte
archäologische Arbeit unter Wasser ist ein wichtiger Faktor im Rahmen des
Schutzes und der Erhaltung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes.“
Auch unter Wasser droht Raubbau an Kulturgut, und den Schutz jener streben die
Autoren an. Sie plädieren für ein „internationales Regelwerk“,
welches die Funde in den Weltmeeren für uns und unsere Nachfahren schützen
soll, und sie fordern die Gleichsetzung der Denkmalpflege auf Land und im Wasser.
Das Fachbuch im Bildbandformat ist mit einem Glossar, Adressen von Tauchklubs
und archäologischen Tauchstellen im Anhang versehen.
„Tauchgang in die Vergangenheit“ hat unsere Vergangenheit aus der
Unterwasserwelt der Nord- und Ostsee gezogen. Ein spannendes Buch für alle,
die mehr über sich und die Welt, die uns bewirtet, erfahren wollen!
Herausgeberportrait:
Friedrich Lüth ist Landeskonservator von Mecklenburg-Vorpommern.
Thijs J. Maarleveld ist Leiter der Maritim-archäologischen Denkmalpflege
in den Niederlanden und Dozent für Maritime Archäologie an der Universität
Leiden.
Flemming Rieck, Dänemarks führender Unterwasserarchäologe, forscht
für das Dänische Nationalmuseum.
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