Seabiscuit

Mit dem Willen zum Erfolg

Seabiscuit(mkb). „Seabiscuit“ ist eine atemlose Biographie eines Rennpferdes, das mitten in die 1930er Jahre der amerikanischen Wirtschaftskrise eine unbeschreibliche Erfolgswelle durchläuft. Es ist die Geschichte eines krummbeinigen, untersetzten Hengstes mit einem unkonventionellen Lebenslauf. Eine Biographie in Teilbiographien unterteilt, bis schließlich der halbblinde Jockey Red Pollard, der wortkarge Trainer Tom Smith und der ehemalige Fahrradhändler Charles Howard im Kopfe des Lesers Konturen annehmen und als untrennbare Einheit mit Seabiscuit verschmelzen. Es ist die Geschichte einer unglaublichen aber wahren Erfolgsstory, die Amerika 1938 in Atem hielt und vor kurzem mit Tobey Maguire und Jeff Bridges für das Kino verfilmt wurde.

Man spricht vom „Aschenputtel der Rennbahn“ und meint damit Seabiscuit. Ein Hengst, dessen Erscheinung mehr von einem Klepper hat, als an ein Rennpferd erinnert. Im Vergleich verliert er: „War Admiral kam hoch erhobenen Hauptes, stolz und schön als Erster an den Tribünen vorbei. Der kompakte Seabiscuit schlurfte mit gesenktem Kopf hinterher (...) Ein Zuschauer verglich ihn mit einem trägen Brauereigaul.“ Dieser Brauereigaul jedoch ist voller Überraschungen: „Tief über dem Boden galoppierend, flog Seabiscuit in die Zielgerade, vor ihnen lag das schmale Band der Bahn (...) die Menschen ruderten mit den Armen und verfolgten mit offenem Mund ungläubig Seabiscuits Sturmlauf.“ Ein Klepper, der sämtliche Rekorde der Rennbahnen bricht.

Autorin Laura Hillenbrand, amerikanische Expertin für Galopprennsport, versteht etwas von ihrem Handwerk. Aus trockenem Biographiestoff verfasst sie mit sicherer Hand ein Werk, das ohne Umwege die Bestsellerlisten stürmt. Einfühlsam beschreibt sie die Leiden, die ein Jockey durchlaufen muss, um auf der Rennbahn bestehen zu können. In Zeiten, in denen der Begriff „sozial“ noch keinen Stellenwert einnimmt, darben die Jockeys über kargem Lohn. Red Pollard schläft im Pferdestall, lebt von der Hand in den Mund und durchläuft unvorstellbare Strapazen, um das offiziell geforderte Gewicht von 48 Kilo halten zu können. Die Autorin lässt den Leser am Werdegang eines Fahrradhändlers teilhaben, dessen Erfolgsleiter mit dem Verkauf von Autos ganz zufällig in den Pferderennsport rutscht, und das müde Leben Tom Smiths, eines alternden Cowboys, der mit Einfühlungsvermögen die Seele Seabiscuits berührt und ihm all das näher bringt, was ein erfolgreiches Rennpferd ausmacht. Dieses Trio schließlich wird zum Zentrum der nationalen Berichterstattung und Teil der unglaublichen Erfolgsgeschichte eines unscheinbaren Hengstes.


Die Mischung eingehender Recherchen und schriftstellerischen Fähigkeiten, gekonnt aus dem Amerikanischen von Gunter Blank übersetzt, machen „Seabiscuit“ zu einem Bestseller, der mit zahlreichen Abbildungen des Pferdes und seiner Betreuer illustriert ist.

„Seabiscuit“ ist ein spannendes Buch, das nicht nur Pferdebegeisterte in seinen Bann ziehen wird!

Autorenportrait:
Laura Hillenbrand, seit 1989 unter anderem für die renommierten „Magazine Equus“, „American Heritage“ oder „Turf and Sport Digest“ tätig, gilt als die amerikanische Expertin für Galopprennsport. Ihr „American Heritage“-Artikel über „Seabiscuit“ wurde mit dem „Eclipse Award“ geehrt, der höchsten Auszeichnung, die für Verdienste um den Vollblutrennsport verliehen wird. Ihr Buch über „Seabiscuit“ eroberte bereits die amerikanischen Bestsellerlisten im Sturm. Sie lebt und arbeitet derzeit in Washington, D.C.

Seabiscuit

Laura Hillenbrand
Seabiscuit
Mit dem Willen zum Erfolg
Aus dem Amerikanischen von Gunter Blank
Ullstein Verlag, München
ISBN 3-548-36482-9
1. Auflage, 446 Seiten, mit 23 s/w-Fotos, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 8,95 (D) / € 9,20 (A) / sFr 16,50

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