Schwäbisches Kinderliederbüchle
Kinderlieder, Spieltänze, Kniereiter- und Abzählverse
(dsz).
„Auf der Do-nau bin i g’fahre, und a Schiff-le han i g’seh,
und des Schiff-le heißt Lo-re, und die Lo-re soll sich drehn!“
– Dieses Kinderlied, das ursprünglich aus Stuttgart stammt, kennt
fast jeder Schwabe noch aus seiner Kindheit – und gibt es möglicherweise
auch an die eigenen Töchter und Söhne weiter. Das „Schwäbische
Kinderliederbüchle“ regt auf jeden Fall dazu an. Dagmar Held und
Wulf Wager haben hier viele Kinderlieder zusammengestellt, die in der Region
Schwaben und Württemberg gesungen werden können. Die meisten davon
sind im Dialekt aufgezeichnet, einige jedoch auch in der Hochsprache, so dass
sie auch von Nicht-Schwaben verstanden werden können.
Neben altbekannten – „Kommt ein Vöglein geflogen“ wird
hier beispielsweise im schwäbischen Dialekt wiedergegeben – sind
auch einige neue Kinderlieder zu finden, die zum Teil an dieser Stelle zum ersten
Mal veröffentlicht wurden. Doch selbst die unbekannten Lieder können
von singfreudigen Eltern oder Lehrern ohne Probleme nachgesungen werden, da
alle 88 Melodien musikalisch notiert und mit Akkordbezifferungen versehen sind.
Deshalb eignen sie sich auch zur Wiedergabe auf Klavier, Keyboard oder Gitarre.
Spieltänze wie „Laurentia“ oder „Vater Abraham“
sind im „Schwäbischen Kinderliederbüchle“ ebenfalls festgehalten;
sogar eine Anleitung und Vorschlägen zum Tanz werden gegeben. Und Fuß-
und Handspiele sowie Kniereiter und Abzählverse vervollständigen das
Angebot an schwäbischen Mundart Kinderreimen: „Heul a bissle,
lach a bissle, / morge kommt dei Bäslw, / hat a lange Wurscht em Sack /
ond a zuckrichs Häsle.“
Die wundeschönen schwarzweißen Illustrationen von Sepp Buchegger
können von Kindern auch ausgemalt werden.
Jeder, der mit der schwäbischen Mundart aufgewachsen ist, wird sich über
das „Schwäbische Kinderliederbüchle“ freuen. Gerade für
die Beibehaltung des Dialektes ist es sicherlich von Vorteil, mit Kindern diese
Lieder zu singen – und sich dabei selbst an die vergangenen Zeiten zurück
zu erinnern!
Autorenportrait:
Dagmar Held leitet die „Forschungsstelle für Volksmusik in Schwaben“
in Krumbach. Sie ist singende Mutter und natürlich fleißige Sammlerin
von Liedern, vor allem im bayerischen Schwaben. Seit 1985 forscht die Musikerin
nach überlieferten Liedern und vermittelt diese auch auf Seminaren und
bei Singstunden.
Wulf Wager, 1962 in Stuttgart geboren, ist freiberuflicher Werbefachwirt, Verlagsbuchhändler
und Redakteur. Seit frühester Jugend beschäftigt er sich mit der traditionellen
Volksmusik Badens und Württembergs. Er ist im Arbeitskreis Volksmusik des
Landesmusikrats Baden-Württemberg die treibende Kraft und leitet alljährlich
den „Volksmusiktag Baden-Württemberg“ im Freilichtmuseum Neuhausen
ob Eck. Mit seinen „Stäffelesgeigern“ versteht er es, mit Wirtshausliedern,
-witz und -musik zu unterhalten. Viele kennen ihn als Moderator von Fernsehsendungen
des SWR zu Bräuchen und zu musikalischen Themen.
Illustratorenportrait:
Sepp Buchegger, geboren 1948, lebt in Tübingen und arbeitet seit 1973 als
Karikaturist für das „Schwäbische Tageblatt“, seit 1976
für den Südwestfunk.
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