Schiller, Tod und Teufel

Rede des Herrn von G. vor einem Totenschädel

Schiller, Tod und Teufel(tep). Das Schockierendste vorweg: Vielleicht war Goethe schuld an Schillers Tod. Durch sein intensives Farbstudium wusste er, dass Grün, Schillers Lieblingsfarbe, mit Arsen angemischt wurde. Und es war Goethe, der Friedrich Schiller vorschlug, sein Arbeitszimmer in Grün zu streichen. Zur Aufhellung seiner Stimmung. Friedrich Schiller war Zeit seines Lebens krank und konnte ein wenig Farbe in seinem Leben gut gebrauchen. Hat der Rat seines Freundes ihn das Leben gekostet?


Autor Peter Braun lässt den Leser in „Schiller, Tod und Teufel“ an den möglichen Gedanken Goethes teilhaben. Dieser war alles andere als erfreut, als Friedrich Schiller seine ersten Schriftsteller-Erfolge erntete. Noch weniger mochte er die Tatsache, dass Friedrich Schiller seine Nähe in Weimar suchte. Doch der etablierte Johann Wolfgang von Goethe verfügte über exzellente Kontakte und hielt sich Friedrich Schiller immer wieder vom Leib, indem er ihm Anstellungen in anderen Städten verschaffte. Gleichzeitig mochte er den jungen, stürmischen und revolutionären Geist Schillers. Peter Braun lässt den großen Johann Wolfgang von Goethe wie ein eitles, berechnendes Kind erscheinen, das nicht bereit ist zu teilen – zum Vergnügen des Lesers.


Geradezu irrwitzig mutet die (historische) Verwirrung um Schillers Beerdigung im zweiten Teil des Buches „Schiller, Tod und Teufel“ an: Zunächst wird Friedrich Schiller in einer Gruft für verarmte Adelige beigesetzt. 25 Jahre später wird den Verantwortlichen bewusst, wie wenig diese Grabstätte dem großen Dichter würdig ist. Das Grab wird geöffnet. Die Verwesung hat ihr Werk getan: Schillers Identität ist bloß anhand von Knochen rekonstruierbar. Allerdings lag er nicht allein in der Gruft, und so wird aus der Suche nach dem echten Schädel ein makabrer Reigen, der noch viele Jahre andauert. Die Gebeine werden mal hier, mal dort beigesetzt, sogar neben Johann Wolfgang von Goethe. Insgesamt sechs Mal wurde Friedrich Schiller bestattet. Warum nur erging es ihm so viel schlechter als dem großen Goethe?


Für „Schiller, Tod und Teufel“ sind Werkkenntnisse nicht erforderlich. Sehr unterhaltend, einmal die Rivalität zwischen zwei großen Künstlern zu betrachten, die zu gleicher Zeit gelebt haben!

Autorenportrait:
Peter Braun, Jahrgang 1960, lebt als freier Autor und Journalist in Bamberg, mehrere Buchveröffentlichungen, darunter „Komponisten und ihre Häuser“ und „Von Taugenichts bis Steppenwolf“.

Schiller, Tod und Teufel

Peter Braun
Schiller, Tod und Teufel
Rede des Herrn von G. vor einem Totenschädel
Artemis & Winkler im Patmos Verlag, Düsseldorf
ISBN 3-538-07198-5
1. Auflage, 100 Seiten, mit 6 s/w-Abbildungen, Hardcover gebunden mit Lesebändchen, Format 11,5 x 19 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 9,90 (D) / € 10,20 (A) / sFr 18.-

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