Paris

Literarische Spaziergänge

Paris – Literarische Spaziergänge(mkb). Das Herz Frankreichs schlägt in Paris, dort, wo die Muße ein Zuhause gefunden hat, Liebe und Sünde Hand in Hand gehen. Maler, Bildhauer, Architekten und Schriftsteller ließen sich von der Stadt inspirieren, sind ihrer fast mystische Anziehungskraft verfallen, unter deren Einfluss kulturelle Kunstwerke entstanden sind. „Paris – Literarische Spaziergänge“ lässt Literaten unter der Federführung von Uwe Schultz zu Wort kommen; in Briefen, Gedichten, Buchauszügen oder Berichten zeichnen verschiedene Charakter das vielschichtige Bild einer Weltstadt, wie man es selbst nicht zu zeichnen vermag.

Henry Miller hatte sich vorgenommen, an jenem Ort Sünde und Laster zu studieren, hinterließ seinen Fingerabdruck auf einem Wohnviertel: „Die Rue de la Gaité war und ist eine jener traditionsreichen Straßen, wo sich Volk und Theater aufs engste vereinigen – heute weiter „popularisiert“ durch eine Reihe von Sex-Shops, als gelte es, Henry Millers Obsessionen wachzuhalten.“ Victor Hugo schenkte mit „Der Glöckner von Notre Dame“ einem Gebäude ein Gesicht, zeichnete mit Quasimodo die Hässlichkeit der Furchen und Brocken einer nachlässig gewarteten Kirche, während die Schönheit Esmeralda innere Werte der Kirche wiederspiegelt: „Quasimodo war also Glöckner von Notre-Dame. Mit der Zeit hatte sich ein inniges, mir selbst und anderen unerklärliches Band zwischen dem Glöckner und seiner Kirche geknüpft....Man könnte fast sagen, dass er von dem Gebäude die Gestalt genommen hatte, wie die Schnecke die Gestalt ihrer Schale annimmt.

Paris, eine Verbindung von Schönheit und Reinheit, Hässlichkeit und Niedertracht, geliebt und gehasst. An ihr scheiden sich die Geister, und doch kommt man nicht umhin, ihrem Charme auf die eine oder andere Weise zu verfallen. So haben zum Beispiel Stefan Zweig, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke und Ernest Hemingway die Stadt der Liebe, der Sünde, der Schönen und Reichen, der Diebe und Säufer literarisch begangen, sich ihrer Anziehungskraft mit unterschiedlichster Wirkung hingegeben.

Theodor Fontane beschrieb seine Gastgeberin in einem Brief an Luise von Zenge mit „enge, krumme, stinkende Straßen, in welchen oft an einem Tage Kot mit Staub und Staub mit Kot abwechseln, denken Sie sich endlich einen Strom, der, wie mancher fremde Jüngling, rein und klar in diese Stadt tritt, aber schmutzig und mit tausend Unrat geschwängert, sie verlässt... – denken Sie sich alle diese Züge in einem Bilde, und Sie haben ohngefähr das Bild von einer Stadt, deren Aufenthalt Ihnen so reizend scheint.“, während der Deutsche Friedrich Hebbel in ihr den „Mittelpunkt seiner Wünsche“ gefunden zu haben glaubt: „Es ist wie ein Traum! Heute Nachmittag um fünf reise ich... Paris wird immer der Mittelpunkt aller meiner Wünsche bleiben. Lebewohl, du schöne, herrliche Stadt.

Die einzelnen Kapitel von „Paris – Literarischer Spaziergänge“ sind nach Stadtvierteln geordnet und mit den eindrücklichen Fotografien von Angelika Dacqmine bebildert. Uwe Schultz führt in berühmte Gebäude, Gassen und Parks, berichtet aus dem Blickwinkel einzelner Literaten, die einst einen Lebensabschnitt in der Stadt der Liebe verbracht hatten.

Im Anhang findet der Leser Kontaktadressen, Öffnungszeiten und Kurzbeschreibungen der Sehenswürdigkeiten, die der Besucher nach dem Genuss dieser Lektüre sicherlich mit neuen Augen betrachten wird.

„Paris – Literarische Führung“ wirkt wie ein besonders ausgefallener Reiseführer, der jedem Besucher, Kenner und Verehrer dieser Stadt wärmstens ans Herz gelegt werden kann!

Autorenportrait:
Uwe Schultz, Dr. phil., war von 1976 bis 1994 Leiter der Hauptabteilung Kulturelles Wort beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. Er arbeitet heute freiberuflich in Paris.

Paris – Literarische Spaziergänge

Uwe Schultz
Paris
Literarische Spaziergänge
Mit Fotos von Angelika Dacqmine
Insel Verlag, Frankfurt am Main
ISBN 3-458-34584-1
Originalausgabe, 1. Auflage, 261 Seiten, mit zahlreichen Farbfotos, Broschur.
Unverbindliche Preisangabe: € 10.- (D) / € k. A. (A) / sFr k. A.

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