Paris
Geschichte – Architektur – Kunst – Lebensart – Promenade
(pr).
Viele Mythen und Geschichten ranken sich um Paris. Was es in dieser Stadt alles
zu entdecken gibt und wie sie sich dem erstaunten Betrachter präsentiert,
das zeigen Herausgeber Gilles Plazy und sein Autorenteam in dem rund vier Kilo
schweren Standardwerk „Paris“.
„Geschichte – Architektur – Kunst – Lebensart –
Promenade“ lautet der Untertitel dieses Bildbandes, und nach diesem Schema
ist es auch aufgebaut. Jeder Punkt stellt ein großes Kapitel dar, das
manchmal noch in Unterpunkte gegliedert ist. Gilles Plazy verfasste das Vorwort
und „Paris, eine Biographie“, den ersten Teil des Kapitels „Geschichte“.
Wie sich Paris vom keltischen Dorf bis zur Millionenstadt entwickelte, erzählt
er in dieser kompletten Zusammenfassung sowie von vielen Ereignissen und wichtigen
Personen.
Im anschließenden „Streifzug durch die Jahrhunderte“ schreibt
Pierre Enckell in amüsanten und launischen Anekdoten und Überlieferungen,
die sich durch alle Zeiten ziehen, von Paris. Eine gut zu lesende Sammlung von
Erzählungen, die die Stimmung in der Stadt und die Mentalität ihrer
Bewohner widerspiegelt.
„Architektur“ ist der nächste Aspekt, der von Francis Rambert
in „Paris ist Paris ist Paris“ behandelt wird. Sein historischer
Streifzug führt ihn durch die Stadt der Museen, Chalets und Paläste,
und er berichtet von allen Spielarten der Baukunst und Stilrichtungen, von den
ersten überlieferten Zeichnungen bis zu modernsten Entwürfen und Projekten.
Der künstlerischen Seite der „Stadt der Liebe“ widmet sich
Bruno Girveau im Kapitel „Die Stadt der hundert Museen“. Dabei geht
der Autor historisch vor, ordnet die Ausstellung nach Epochen, Künstlern
und Schulen, berichtet vom Bau der Räumlichkeiten und anderen mannigfaltigen
Aspekten. Ein schöner Überblick über die abwechslungsreiche Museenlandschaft
ist hier gelungen, illustriert mit einer Vielfalt an Bildern, Skulpturen und
sonstigen Ausstellungstücken.
„Ein Fest fürs Leben“ heißt der Beitrag zum Thema „Lebensart“
von Gilles Kerhouin. Kultur, Mode, Cafés und Bars, die schöne Seite
des Daseins, durch die Straßen und Boulevards zu flanieren – das
alles sind dem Pariser Herzensangelegenheiten. Von all dem und noch viel mehr
erzählt dieses Kapitel. Die Geschichte und Tradition des Pariser Lebensgefühls
geht der Autor auf den Grund und erzählt sehr ansprechend von der Teilung
der Stadt durch die Seine und vielem anderen.
„Promenade“ heißt die Überschrift des letzten Kapitels,
das sich aus verschiedenen Abschnitten zusammen setzt: „Die Magie der
Seine“ von Colette Fellous, Chantal Pelletiers „Die Schatten der
Statuen“, „Die Gärten“ und „Das surrealistische
Paris“ von Gilles Plazy, „Jazz Time“ verfasst von Michel Boujut
und François Guérifs „Paris Cinéma“ beschreiben
Paris aus vielschichtigen Blickwinkeln und befassen sich dabei sehr intensiv
mit ihrem jeweiligen Thema.
Sämtliche Texte, aus dem Französischen von Martina Georg, Gisela Sturm
und Matthias Wolf übersetzt, sind sehr einfühlsam und oftmals sehr
persönlich geschrieben. Der Leser bemerkt die Liebe, die viele der Autoren
für diese Stadt empfinden und die ihre Abhandlungen in „Paris“
so besonders macht. Dabei sorgt der wunderbar leichte und lockere, aber auch
anspruchsvolle Stil der Autoren dafür, dass der Leser von dieser schier
unüberschaubaren Informationsflut nicht erschlagen wird. Es sind keine
expliziten Geschichts- oder Kunstkenntnisse von Nöten, um durch alle Kapitel
folgen zu können und so ist dieses Buch etwas für jedermann.
Zum anderen sorgt die durchdachte Einteilung für höchste Übersicht,
und die im Anhang angeführte Chronologie, Bibliografie und das Register
helfen beim Nachschlagen, so dass dieses umfangreiche Buch auch wie ein Nachschlagewerk
benutzt werden kann.
Die ausgewählten Bilder verstärken den positiven Eindruck, den das
opulent bebilderte Standardwerk „Paris“ hinterlässt. Fotografien
aus allen Zeiten, aber auch historische Dokumente und Gemälde illustrieren
die Texte sowohl ansprechend als auch passend. Viele doppelseitige Ansichten
und manche Fotos aus ungewöhnlicher Perspektive versprechen auch optische
interessante Ansichten.
„Paris“ ist ein Buch, das sein sehr komplexes Thema äußerst
kompetent und sehr weitreichend behandelt. Dabei bleiben keine Wünsche
offen, und auch Experten für Geschichte und das Leben der französischen
Hauptstadt werden noch einiges Neues entdecken können. So umfangreich wurde
noch nie von einer Stadt erzählt, und so dürfte dieses einmalige Werk
alle anderen Paris-Bücher ersetzten!
Autorenportrait:
Gilles Plazy, Schriftsteller und Fotograf. Lange Zeit journalistische Tätigkeit
für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften sowie für den Radiosender
„France Culture“. Autor von rund 30 Büchern.
Michel Boujut, Filmkritiker, Filmhistoriker und Autor zahlreicher Bücher.
Pierre Enckell war Journalist bei den „Nouvelles littéraires“,
dann bei „L’Evénement du jeudi“, Autor zahlreicher
lexikalischer Werke.
Colette Fellous, Schriftstellerin und Produzentin beim Radiosender „France
Culture“. Autorin zahlreicher Romane und Essays.
Bruno Girveau, Kunsthistoriker und Fachmann für Architektur. Konservator
am „Musée d’Orsay“ und bei der „Réunion
des Musée Nationaux“. Kurator mehrere Ausstellungen.
François Guérif, Filmkritiker und Herausgeber einer Krimi-Reihe.
Autor von Büchern über Claude Chabrol und viele andere.
Gilles Kerhouin, nach der Tätigkeit bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften
freier Journalist. Schreibt vor allem über das Paris von heute und gestern.
Chantal Pelletier, Autorin von mehr als zehn Romanen sowie von Essays und Dokumentationen.
Francis Rambert, Journalist und Architekturkritiker. Autor von Büchern
über Architektur, Kurator mehrerer großer Ausstellungen.
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