Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur
Drei Essays
(emk).
Als Neuausgabe sind in dem Buch „Mutmaßungen über die Zukunft
der Literatur“ drei Essays versammelt, die Autor Siegfried Lenz schon
früher schrieb. Die Titelgeschichte, „Mutmaßungen über
die Zukunft der Literatur“, erschienen bereits 1999 in einer Festschrift
aus Anlass des 80. Geburtstages von Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Die im
Untertitel gestellte Frage nach dem „Ende des Gutenberg-Zeitalters“
im Hinblick auf elektronische und Hörbücher beantwortet der Autor
hier positiv. In dem Aufsatz „Aus der Nähe“ von 1999 erklärt
Siegfried Lenz, welchen Einfluss die nordamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts
auf sein schriftstellerisches Werk hatten.
Das dritte Essay, „Das Kunstwerk der Regierungserklärung“,
erschien zuerst 1979 als Einleitung zu dem Buch „Die Macht und die Phantasie“
von Thomas von Vegesack. Siegfried Lenz setzt sich nachdenklich und klug mit
der Frage des Zusammenhangs von Phantasie und Politik und der Rolle der Schriftsteller
dabei auseinander: „Sowie die Phantasie die Voraussetzung dafür
ist, eine schwerelose Welt, ohne jeden Zwang zu entwerfen, so ist Macht die
Voraussetzung dafür, durch angepassten Zwang ein „passendes“
Verhalten zu erzeugen.“ Und an anderer Stelle vermittelt Siegfried
Lenz die Erkenntnis: „Lesen ist offenbar eine riskante Tätigkeit:
Wir geben etwas von uns auf und erfinden uns neu (...) eine Erfahrung, an deren
Ende sich ein überraschendes Glücksgefühl einstellt.“
Bei der Lektüre von „Mutmaßungen über die Zukunft der
Literatur“ stellt sich dieses Glücksgefühl bei allen Literaturfreunden
und Anhängern von Siegfried Lenz sofort ein!
Autorenportrait:
Siegfried Lenz, 1926 in Lyck in Ostpreußen geboren, begann nach dem Krieg
in Hamburg das Studium der Literaturgeschichte, Anglistik und Philosophie. Danach
wurde er Redakteur und lebt seit 1951 als freier Schriftsteller in Hamburg.
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