Möglichst Schiller

Ein Lesebuch

Möglichst Schiller(gjk). Friedrich Schiller lebte zwar schon vor über 200 Jahren, doch an Aktualität haben seine Stücke immer noch nicht verloren. Mit ihrem sehr aufschlussreichen und interessanten Lesebuch „Möglichst Schiller“ öffnen die Autorinnen Christiana Engelmann und Claudia Kaiser einen neuen Zugang zum Schaffenswerk und Leben des Dichters.


In elf ausführlichen Kapiteln geht das Buch für Jugendliche ab 14 Jahren auf die interessantesten Werke und wichtigsten Stationen in Schillers Leben ein. Von seinen Jugendjahren in der „Militärischen Pflanz-Schule“, in welcher er in heimlicher Zurückgezogenheit schreiben musste, über seine Dramen, Balladen und Gedichte, die ihm Erfolg und Ruhm einbrachten, bis hin zu dem einseitigen Umgang mit seinen Werken im Nationalsozialismus – das Lesebuch „Möglichst Schiller“ deckt diese Gefilde flächendeckend ab und geht sogar noch darüber hinaus, indem es dem heutigen Leser eine Welt und Gesellschaft erschließt, die ihm weitgehend fremd erscheint.


Was im Deutschunterricht einst theoretisch rekonstruiert wurde, wird hier lebendig: Der tiefgründige Freundschaftsbegriff zu damaliger Zeit, die biografischen und gesellschaftlichen Hintergründe, die den Marquis von Posa in Schillers „Don Carlos“ nach Gedankenfreiheit riefen ließen, die andauernden finanziellen Nöte des Dichters und seine schwache Gesundheit, seine Liebe zu Charlotte von Kalb und später zu Charlotte von Lengefeld, die seine Frau wurde.


Einfach ist sein Leben offenbar nicht gewesen, was bei seinem heutigen Ruhm und der Verbreitung seines Werkes leicht vergessen wird. Der große Schiller war der erste „freie Autor“ gewesen und hätte es wohl kaum unter solchen Bedingungen geschafft, wenn er nicht eine Menge Freunde und Bekannte gehabt hätte, die ihm wohlgesinnt waren.


In zahlreichen Auszügen aus seinen Briefen kommt der Dichter selbst zu Wort. Wie eine leise Stimme „aus dem Off“ folgen dem Originalton die erläuternden, leicht verständlichen Kommentare der Autorinnen Christiana Engelmann und Christa Kaiser. Dadurch werden all diese Situationen und Momentaufnahmen, in die der Leser Einblick erhält, mit einem Mal lebendig und unversehens findet er sich im 18. Jahrhundert wieder, an Schillers Seite, als bestritte er dessen Leben noch einmal.


Zahlreiche Abbildungen aus damaliger Zeit, ob zeitgenössische Illustrationen zu Schillers Publikationen oder Zeichnungen wichtiger Ortschaften und Stätten, ergänzen die spannenden Ausführungen. Jedem Kapitel ist außerdem eine Illustration von Peter Schössow vorangestellt, die den Dichter in verschiedenen Situationen zeigt: Mal beim Plausch mit seinem Freund Goethe oder wie er gerade mit der Feder in der Hand beim Schein einer Kerze an einem seiner Werke sitzt. Die schwarz-weißen Bilder mit scharfen, schwarzen Konturen wirken sehr plastisch und stimmungsvoll.


„Möglichst Schiller“ ist nicht nur für Jugendliche ein spannendes Lesebuch, sondern für jeden, der dem Dichter deutscher Klassik einmal so persönlich wie möglich begegnen möchte. Mit dieser einnehmenden Lektüre haben die Autorinnen Christiana Engelmann und Claudia Kaiser selbst ein kleines Meisterwerk geschaffen, das die zeitliche Distanz zwischen Friedrich Schiller und dem heutigen Leser weitgehend überbrücken kann!

Autorenportrait:
Christiana Engelmann studierte Germanistik und Anglistik in München und Manchester. Sie arbeitet als Literaturkritikerin für den Hörfunk, für Zeitungen und Zeitschriften, ist in der Erwachsenenbildung tätig und lebt mit ihrer Familie in München.
Claudia Kaiser, geboren 1957, studierte in Paris, Wien und München Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Nach ihrer Promotion schrieb sie für Fachzeitschriften und ist Mitautorin einer französischen Literaturgeschichte. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

Illustratorenportrait:
Peter Schössow, geboren 1953 in Hamburg, wo er an der Hochschule für Gestaltung studiert hat. Er ist Umschlaggestalter für Bücher und einer der großen deutschen Bilderbuchkünstler.

Möglichst Schiller

Christiana Engelmann und Claudia Kaiser
Möglichst Schiller
Ein Lesebuch
Mit Illustrationen von Peter Schössow
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ISBN 3-423-62196-6
Originalausgabe, 1. Auflage, 380 Seiten, mit zahlreichen s/w-Abbildungen, Broschur.
Unverbindliche Preisangabe: € 7,50 (D) / € 7,80 (A) / sFr 13,50

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