Mensch und Pferd

Tradition, Reitkunst, Pferdemenschen in einem opulenten Bildband

Mensch und Pferd(flk). Seit 20 Jahren schon durchquert der italienische Autor und Fotograf Fulvio Cinquini die entlegensten Ecken unseres Planeten. Was er sucht? Es ist die Liebe zum Pferd, der Wunsch, die stolzen Tiere zusammen mit ihrer Umgebung, im Wechselspiel zwischen ungebändigter Natur oder menschlicher Zivilisation, auf Fotopapier zu bannen.

Der opulente Bildband „Mensch und Pferd“ ist eine Fundgrube zahlloser Impressionen der unterschiedlichsten Landschaften und Kulturen, Zeiten und Traditionen. Es sind aber nicht allein die wirklich grandiosen Aufnahmen von Nomadenvölkern vor den schneebedeckten Himalaja Hochebenen oder der Gauchos in Argentiniens endlos scheinender Pampa, sondern vor allem der einfühlsame Blick des Fotografen auf das Leben der Pferde mit den Menschen.

Fulvio Cinquini, selbst ein passionierter Reiter, hat sein Werk thematisch in sechs Kapitel untergliedert, die das Leben der Reitervölker ebenso behandeln, wie die bunten Feste und Märkte, zu denen sich die Bevölkerung der Dörfer und Städte von Kamerun bis Sardinien trifft, um im Zeichen jahrhundertealter Traditionen Pferderennen oder -schauen zu veranstalten. Es sind besonders diese Abschnitte, diese Bilder, die „Mensch und Pferd“ auszeichnen, die dem Leser einen Eindruck vermitteln von der Würde und dem Ansehen, das Pferd und Reiter in diesen Kulturen innehaben.

Untermalt werden diese Eindrücke durch zahlreiche Detailaufnahmen des bunten und kunstvoll gearbeiteten Zaumzeugs, wie etwa des mit Glöckchen und Glückssymbolen verzierten tibetischen Halfters, die den Stolz ihrer Besitzer ausdrücken. Die Bilder von Fulvio Cinquini sind mal majestätisch, wenn sich etwa die morgendlichen Nebel lichten und den Blick auf die weidenden Mustangs freigeben, oder von einer solchen Zärtlichkeit, wenn ein alter Araber den Kopf seines Tieres behutsam gegen sein zerfurchtes Gesicht drückt. Die Dynamik mittelalterlich anmutender Pferderennen in den engen Gassen mediterraner Altstädte ist auf den zum Teil doppelseitig gedruckten Aufnahmen ebenso scheinbar mit den Händen zu greifen, wie bei der Attacke mit gezogenem Degen einer italienischen Carabinieri-Einheit im gestreckten Galopp.

Die aus dem Französischen von Cornelia Panzacchi übersetzten ausführlichen Begleittexte und übersichtlich angeordnete Bildunterschriften verstärken den positiven Gesamteindruck des Bildbandes im Überformat noch. Einziger kleiner Wehrmutstropfen dieses ansonsten atemberaubend schönen Buches ist das Fehlen eines Registers, welches das Finden bestimmter Bilder und/oder Regionen aus dieser Fülle ungemein erleichtern würde.

Der Bildband „Mensch und Pferd“ besticht durch feine Poesie und Melancholie und ist ein Muss für Pferdenarren, Naturliebhaber und ethnologisch Interessierte!

Autorenportrait:
Fulvio Cinquini, geboren 1955, arbeitet als Fotograf rund um den Globus. Sein leidenschaftliches Interesse gilt den Pferden, ohne die er sich diese Welt nicht vorstellen könnte.

Mensch und Pferd

Fulvio Cinquini
Mensch und Pferd
Aus dem Französischen von Cornelia Panzacchi
Gerstenberg Verlag, Hildesheim
ISBN 3-8067-2912-3
1. Auflage, 304 Seiten, mit 374 Farbfotos, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 34 x 29 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 29,95 (D) / € 30,80 (A) / sFr 51.-

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