Mein Italien, kreuz und quer
80 amüsante und nachdenkliche Geschichten von italienischen Autoren
(fkl).
Italiener sind klein, reden laut und essen den ganzen Tag Pizza. Sie leben in
einem Land, in dem Zitronen und Wein im Überfluss wachsen, das auf der
Landkarte aussieht wie ein Stiefel und von der Mafia regiert wird. Diese Klischees
werden jedem einfallen, wenn er an Italien denkt. Aber wie nehmen Italiener
sich eigentlich selbst wahr?
Auf seinen zahlreichen Reisen durch Italien hat Klaus Wagenbach literarische
Dokumente aus alter und neuer Zeit zusammengetragen, in denen sich italienische
Autoren mit den Eigenarten ihres Landes auseinandersetzen, und in seinem Buch
„Mein Italien, kreuz und quer“ eine Auswahl zusammengestellt. Enthalten
sind mehr als 80 Kurzgeschichten, unter anderem von so bekannten Autoren wie
Umberto Eco, Dario Fo und Primo Levi.
Die Geschichten sind acht verschiedenen Themengebieten zugeordnet – so
erfährt der Leser unter anderem über „Sitten und Gebräuche“,
„Lebens- und Liebesgeschichten“, „Landschaften und Orte“.
An vielen Stellen sind ergänzende Fußnoten eingefügt, bei denen
es sich um kurze Zitate verschiedener Schriftsteller handelt, die inhaltlich
zu der jeweiligen Geschichte passen und deren Thema kritisch oder zustimmend
aufgreifen. Als einziges Manko ist zu vermerken, dass die Fußnoten an
einigen Stellen etwas zusammenhanglos erscheinen und ihr Sinn nicht ganz deutlich
wird. Das ist jedoch auch der einzige Kritikpunkt an der im Übrigen sehr
gelungenen Zusammenstellung von Klaus Wagenbach.
An „Mein Italien, kreuz und quer“ fällt besonders positiv auf,
dass die Geschichten aus ganz unterschiedlichen Zeiten des 20. Jahrhunderts
stammen und deshalb ein sehr kontrastreiches und spannendes Bild von Italien
liefern. Da das Land aus Sicht seiner Einwohner charakterisiert wird, erfährt
der Leser viel Neues und vor allem Dinge, die über die üblichen Klischees
von Spaghetti und Dolce Vita hinausgehen.
Die kurzen Geschichten sind teils amüsant, teils nachdenklich, vielfach
auch mit einer gehörigen Portion Sarkasmus aber immer mit viel Liebe zum
eigenen Land geschrieben und bieten demnach eine bunte Mischung. Aus den zahlreichen
kleinen Fragmenten entsteht nach und nach ein ganz besonderes Bild von Italien,
das vermutlich jeder Leser anders wahrnehmen wird.
„Mein Italien, kreuz und quer“ ist ein literarischer Reiseführer,
der viele interessante und eigentümliche Eindrücke von Land und Leuten
vermittelt. Das Buch ist genau das Richtige, um an lauen Sommerabenden gemütlich
ein Stündchen zu schmökern, und wird jeden Italien-Liebhaber begeistern.
Autorenportrait:
Klaus Wagenbach, geboren 1930 in Berlin und dort aufgewachsen. Ab 1949 absolvierte
er eine Lehre in den Verlagen Suhrkamp und S. Fischer; neben seinem Studium
der Germanistik, Kunstgeschichte und Archäologie in München und Frankfurt
am Main war er Hersteller im S. Fischer Verlag. Nach der Promotion wurde Klaus
Wagenbach 1957 Lektor im „Modernen Buch-Club Darmstadt“, ab Ende
1959 Lektor für deutsche Literatur im S. Fischer Verlag. Im Herbst 1964
gründete er in Berlin den bis heute unabhängigen Verlag Klaus Wagenbach.
Honorarprofessor für Neuere deutsche Literatur an der „Freien Universität
Berlin“. Zahlreiche, insbesondere italienische Ehrungen.
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