Kunsthandwerk & Design
Stile, Techniken, Dekors von der Renaissance bis zur Gegenwart
(asp).
„Die wichtigsten Stile der dekorativen Künste über einen
Zeitraum von fünfhundert Jahren in systematischer Form vorzustellen –
ist ein ehrgeiziges Ziel.“ Das von Noël Riley herausgegebene,
reich bebilderte Nachschlagewerk „Kunsthandwerk & Design“ erfüllt
dieses, von ihr im Vorwort formulierte Ziel, mit Bravour. Erstmals stellt ein
Buch die 500-jährige Geschichte der Möbel-, Keramik-, Glas-, Silber-,
Metall- und Textilgestaltung geschlossen und in kompetenten Beiträgen von
Fachautoren vor.
Seit Jahrtausenden umgibt sich der Mensch mit schönen Dingen und versüßt
sich damit sein Leben. Dabei ist der Kreativität keine Grenze gesetzt,
was die verschiedenen Formen und Dekors von der Renaissance bis zur Gegenwart
bezeugen. Besticht die Art Nouveau (1890-1914) vor allem durch ihre organischen
und natürlichen Formen sowie aufgelegten Dekorationen, wendet sich die
Moderne (1920-1945) bewusst ab vom Ornamentalen und betont in ihrer Schlichtheit
vor allem das Material und den Herstellungsprozess.
Thematisch gegliedert in Kapitel über Stile und Strömungen wie Barock,
Klassizismus, Arts and Crafts oder Postmoderne, führt das Naschlagewerk
im Bildbandformat den Leser durch die Traditionen der verschiedenen Epochen.
Dabei wird ausgesprochen viel Wert auf die Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts
gelegt, so dass sich die Zeitskala im Laufe des Buches verbreitert. Die ersten
Kapitel behandeln verhältnismäßig lange Zeiträume wie Barock
oder Renaissance mit einer Dauer von rund zwei Jahrhunderten, während die
Epochen des 20. Jahrhunderts lediglich zehn bis zwanzig Jahre umfassen.
Jedes Kapitel beginnt mit einer allgemeinen Einführung und geht dann gesondert
auf Möbel, Keramik, Glas, Metallarbeiten und Textilien ein. Dabei werden
die einzelnen Stile nicht isoliert voneinander betrachtet, sondern in ihren
Zusammenhang zur Vergangenheit gestellt. Auf diese Weise schafft es „Kunsthandwerk
& Design“, übergreifende Entwicklungen oder Rückgriffe bestimmter
Stile auf längst vergangene Epochen konsequent und nachvollziehbar zu vermitteln.
So findet sich beispielsweise der für den Art Nouveau typische Naturalismus
bereits im Rokkoko des 18. Jahrhunderts und die klarlinige Eleganz des Biedermeier
spiegelt sich im Art Déco der 1920er Jahre wider. Die aus dem Englischen
von Elisabeth Reschat übersetzten Texte der verschiedenen Fachautoren sind
trotz ihres wissenschaftlichen Anspruchs verständlich und gut lesbar.
Die 3.000 überwiegend farbigen Abbildungen machen gemeinsam mit ihren Erläuterungen
den besonderen Reiz der Chronik aus und bieten umfangreiches Anschauungsmaterial.
Ergänzend stellen ein Glossar der Fachbegriffe, eine Liste zeitgenössischer
Musterbücher und eine Vorstellung der mitwirkenden Fachautoren im Anhang
zusätzliche Informationen zur Verfügung. Wer gezielt eine Stilrichtung,
ein bestimmtes Land oder einen Künstler sucht, kann im Index schnell fündig
werden.
Das knapp drei Kilo (!) schwere Buch „Kunsthandwerk & Design“
bietet jedem, der sich für dekorative Künste interessiert, aber auch
für Kunsthistoriker, Antiquitätenhändler, Innenarchitekten und
Sammler ein unverzichtbares Nachschlagewerk. Wenn einen auch nicht alle Stile
überzeugen mögen – bereits das Durchblättern macht Spaß
und macht schnell klar, welche Epoche einem die Liebste ist.
„Kunsthandwerk & Design“ ist die umfassende Chronik
verschiedener Stile, Techniken und Dekors – ein echtes Standardwerk!
Herausgeberportrait:
Noël Riley ist Fachautorin und Dozentin für dekorative Künste.
Sie leitet Kurse am „Sotheby’s Institute of Art“ in London,
hält Vorlesungen bei der „Worker’s Educational Association“
und hat eine regelmäßige Kolumne im „Historic House“,
der Zeitschrift der „Historic Houses Association“.
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