Insel-Almanach auf das Jahr 2005
Friedrich Schiller – Zum 200. Todestag
(mkb).
Am 9. Mai 2005 jährt sich der Todestag Friedrich Schillers zum 200ten Mal.
Ein willkommene Anlass, um einen ausgiebigen Blick auf einen Schriftsteller
und Dichter zu werfen, der die deutschsprachige Literatur maßgeblich beeinflusst
hat. Der „Insel-Almanach auf das Jahr 2005“, herausgegeben von Hans-Joachim
Simm, öffnet die Tür zu Friedrich Schiller, dem Menschen, zu seinen
Werken und deren Interpretation; Kapitel für Kapitel eine Seite seines
Lebens und Schaffens aufschlagend, baut sich kontinuierlich vor dem Leser ein
nüchternes, stimmiges Bild eines begnadeten Künstlers auf.
Die ersten Seiten prägt Siegfried Unseld, der auf die Copyright-Frage in
dem veröffentlichten Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe eingeht.
Friedrich Schiller und sein Alltag steht im Mittelpunkt von Sigrid Damms „Die
Eltern des Dichters“. Abgedruckt sind Auszüge des regen Briefaustausches
zwischen Vater, Mutter, den Schwestern und Friedrich Schiller selbst. Besorgte
Worte dem Sohne, der mit seiner Schriftstellerei nicht so richtig auf die Füße
fallen will. Zahlreich enthaltene Hinweise auf die zarte Gesundheit des Dichters
lassen vermuten, wie dicht Friedrich Schiller zeitlebens an der Grenze der Krankheit
entlang gekrochen sein muss.
Wenn Jochen Schmidt mit „Freiheit, schöner Götterfunken“
den Freiheitsgedanken Schillers aufgreift, wird deutlich, wie stark die Französische
Revolution Friedrich Schiller geprägt hat. Als feurigerer Bewunderer der
Revolution macht ihn die offensichtlich werdende Brutalität des Aufstandes
schon bald zum Kritiker. In „Wilhelm Tell“ hat Friedrich Schiller
den Schweizer Mythos aufgegriffen, scheint damit die „perfekte“
Revolution im Sinne gehabt zu haben – ausgerechnet dieses Werk um Unabhängigkeit
haben sich Hitler und seine Nationalsozialisten zu eigen gemacht und zu ihren
Zwecken missbraucht, unter anderem in ihm die Rechtfertigung für Mord und
Totschlag gesucht.
Der „Insel-Almanach auf das Jahr 2005“ betrachtet nicht nur die
literarische Seite des Schriftstellers. Dieter Borchmeyer widmet „Schiller
ist der Verdi Wagners“ dem Einfluss der Musik auf Friedrich Schiller.
Aber nicht nur in Verdi und Wagner weckten die Werke Schillers das Verlangen,
Gelesenes musikalisch zu untermalen. Man bezeichnete den Schriftsteller gar
als „unseren größten Dichter in einem gewissen Sinne (...)
als Vorarbeiter für die Oper.“
Die im Anhang beschriebene Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte von
„Tausendundeiner Nacht“ und dem abschließenden Einblick in
Kultur, Politik und Wirtschaft Indiens sorgen für ein rundes Ende.
Der „Insel-Almanach auf das Jahr 2005“ ist das facettenreiche Andenken
an einen begnadeten Schriftsteller und Dichter. Spannend zu lesen und ein aufschlussreiches
Nachschlagewerk, das jederzeit griffbereit im Bücherregal bereit liegen
sollte!
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