In den Gärten der Impressionisten

Opulenter Bildband über die Zauberwelten zwischen Natur und Lyrik

In den Gärten der Impressionisten(bhs). Sonnendurchflutete Felder, schimmernde Flüsse, glänzende Natur in satten Farben: Im vorvergangenen Jahrhundert gelang es den impressionistischen Maler, allen voran Claude Monet, in ihren Gemälden die vollkommenen Idyllen von Schönheit und Ruhe nicht nur einzufangen, sondern auch gekonnt bildlich darzustellen. Denkt man an diesen frühen Impressionismus, entstehen vor dem geistigen Auge bezauberndste Bilder der Natur, des Innehaltens in selbiger – oder von vergnügten städtischen Treffpunkten voller Harmonie: Cafés voller Lebendigkeit, Ausflügler inmitten von Parks oder auf Flüssen, belebte Plätze – in jedem Fall die Inkarnation der vermeintlich idealen Welt.


Ein Höhepunkt dieser Kunstrichtung findet sich in den Gärten: Leuchtende Farben, sommerliches Ambiente, Lichtspiele. Der Betrachter verspürt die laue Luft, den zarten Duft und die sanften Naturgeräusche von allein. „In den Gärten der Impressionisten“ sind gerade diese lichten Gärten gefühlvoll und sinnlich wiedergegeben. Das opulente Werk von Clare Willsdon lädt zum optischen Flanieren ein, zum Verweilen auf gemalten Parkbänken, zum Schwelgen im Übermaß satter Natur.


Die Autorin ist Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Glasgow mit dem Schwerpunkt Kunst ab 1800. Das kann sie nicht verhehlen, gelingt es ihr doch als Expertin für Wandmalerei im 19. Jahrhundert und die Kunst des Impressionismus, ein Zusammenspiel zwischen Kunst, Kultur und Geschichte darzustellen. Zahlreiche Fachveröffentlichungen mögen Interesse wecken – doch „In den Gärten der Impressionisten“ wird das ganze Kunstwerk geeint: Faszinierend die Bilder, die sensible Zusammenstellung der Texte, aus dem Englischen von Erwin Tivig übersetzt, gibt die ganze Bewegung der kulturellen Landschaft jener Zeiten wieder. Zitate und Quellenschriften von Zola bis Flaubert treffen den Nerv des schöngeistigen Lesers und Betrachters, und die Gedichte Baudelaires wecken auch den kritischen Sinn angesichts der Zeitkulturen des Impressionismus. Blumen werden als Symbolik aufgeführt, dargestellt und Briefwechsel der Künstler erlauben das tiefere Verständnis in ihre Charaktere.


Auch zeitgenössische Fotografen finden sich. Clare Willsdons Werk „In den Gärten der Impressionisten“ wird aber auch Geschichte, nicht allein Kunstgeschichte, sondern Kunst im sozialen, politischen, kulturellen und auch gartenbaulichen Kontext erläutert. Zauberwelten, Sinneswahrnehmungen der ganz besonderen Art geraten in Einklang mit Hintergründen zur Geburt des Impressionismus, dem Aufschwung der urbanen Gartenkultur. Von den Tuilerien geht es nach Giverny, in die privaten Gärten vor 1970, in die urbanen Idyllen von Paris, die geselligen Gärten, Arbeitsgärten und auch jene im Schatten der Religion.


Gartenbau und die dazugehörige Malereien werden „In den Gärten der Impressionisten“ genauso bedacht wie kulturelle Bewegungen dieser Zeit. Das gepaart mit unterhaltsamen Texten, zahlreichen Zitaten und einer Bibliographie, einem ergänzenden Verzeichnis der Abbildungen und einem ausführlichen Register im Anhang, lassen „In den Gärten der Impressionisten“ zu einem prachtvollen Bild- und Leseband geraten!

Autorenportrait:
Clare Willsdon ist Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Glasgow mit dem Schwerpunkt Kunst ab 1800. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher und Expertin für Wandmalerei im 19. Jahrhundert und die Kunst des Impressionismus.

In den Gärten der Impressionisten

Clare Willsdon
In den Gärten der Impressionisten
Aus dem Englischen von Erwin Tivig
Belser Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-7630-2432-2
1. Auflage, 288 Seiten, mit 261 meist farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 24 x 31 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 19,95 (D) / € 20,60 (A) / sFr 36,90

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