Hexenbesen Zauberkraut
Die Grundlagen der Magie
(dsz).
Von A wie „Abrakadabra“ bis Z wie „Zauberkraut“ –
Luisa Francias „Hexenbesen Zauberkraut“ ist ein Magie-ABC, das keine
Lücken aufweist. Es beschäftigt sich, wie es schon der Untertitel
andeutet, mit den „Grundlagen der Magie“, und stellt diese dem Leser
differenziert dar. Luisa Francias Anliegen ist es dabei besonders, auf das Zusammenspiel
der Elemente aufmerksam und die Leser für ihre Umwelt aufnahmefähig
zu machen.
In Anekdoten erzählt die weitgereiste Autorin von ihrer Arbeit, erwähnt
ungewöhnliche Ereignisse, die ein Zeichen von Magie sind und will so den
Leser von den Kräften der Dinge überzeugen. Sie erläutert die
Beziehungen von Bäumen, Steinen und Himmelskörpern zum Menschen, geht
in Kapiteln wie „Christentum“, „Fetisch“ oder „Wetterzauber“
auf grundlegende Dinge ein.
Am Ende einiger Kapitel sind Hinweise zur eigenen Anwendung zu finden. Darunter
sind Tipps, die nur in gewissem Maße mit Magie verbunden zu sein scheinen,
wie beispielsweise: „Wer die Toten ehren will, stellt Fotos auf, zündet
gelegentlich eine Kerze an und denkt liebevoll an sie.“ Aber auch
außergewöhnliche Ratschläge werden gegeben, wie dieses alte
Bannzauberritual: „Man stellt sich auf eine Wiese oder einen Acker
so, dass man den eigenen Schatten vor sich sehen kann. Dann nimmt man einen
Stock, spricht das, was man bannen will, laut aus und steckt den Stock in den
Schatten. Da der Schatten als Teil des Menschen gilt, ist nun das Unerwünschte
im Schatten festgehalten. Dann geht man weiter, nun bleibt das Gebannte in der
Erde, während der Schatten sich mit dem Körper entfernt. Nach einiger
Zeit wird der Regen, ein Tier oder ein Mensch unbeabsichtigt den Stock wieder
lösen, das ist eine natürliche Lösung eines Zaubers.“
Luisa Francia gibt Tipps, wie man sich den Geistern öffnet und wie man
mit ihnen Kontakt aufnehmen kann. „Das Wesen der Magie besteht in
der Kommunikation mit Bäumen, Steinen, Pflanzen, Tieren und Geistern.“
Das ist auch das Fazit, das aus „Hexenbesen Zauberkraut“ gezogen
werden kann. Das Verstehen der sichtbaren und unsichtbaren Umwelt und das Verhalten
des Einzelnen auf eben diese stellt die Grundlage der Magie dar.
„Hexenbesen Zauberkraut“ erläutert Rituale und geht auf die
Geschichte der Magie ein – vermittelt also grundlegendes Wissen über
ein umstrittenes Gebiet. Zeichnungen und Fotos, die von der Autorin selbst angefertigt
wurden, schaffen ein Ensemble aus Text und Bild, das die magische Stimmung der
Kapitel einfängt.
Luisa Francias Buch ist auch gerade für all jene interessant, die sich
bisher nicht mit Magie und Zauberei beschäftigt haben. Es stellt eine Einführung
in das Thema dar, ist leicht und verständlich geschrieben und durch Anekdoten
aufgelockert. Wie viel Wahrheitsgehalt diesen Ausführungen zugeschrieben
werden kann, oder ob sich die beschriebenen Phänomene auch durch andere
Theorien erklären lassen, das bleibt jedem Leser selbst überlassen.
Auf jeden Fall ist „Hexenbesen Zauberkraut“ jedem zu empfehlen,
der einmal mehr über dieses Thema erfahren möchte – und zwar
von einer praktizierenden Hexe höchstpersönlich.
Autorenportrait:
Luisa Francia macht Filme und schrieb Drehbücher, unter anderem mit Margarethe
von Trotta und Herbert Achternbusch, schrieb Theaterstücke, inszenierte
eins davon am Werkraum der Kammerspiele München und arbeitet als freiberufliche
Journalistin für Zeitungen und Zeitschriften. Seit Anfang der 1980er Jahre
schreibt sie Bücher, macht Seminare, hält Lesungen und Vorträge,
die sich hauptsächlich mit Magie als Kommunikation, als Weg zum tieferen
Verständnis spiritueller Energien beschäftigen. Reisen nach Westafrika,
in die Sahara, nach Indien, Tibet und Nepal brachten ihr volkskundliche Heilweisen,
Magie, schamanische Traditionen und magische Rituale nahe.
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