Hexen & Zauberer
Die faszinierende Welt der Magie
(flk).
Jedes Jahr zur Walpurgisnacht – so will es die Legende – treffen
sich Hexen und allerlei anderes geisterhaftes Gesindel zu einer großen
Zusammenkunft auf dem Brocken und feiern ein Fest, das außer dem alten
Dr. Faust kein Sterblicher je zu Gesicht bekam. Derlei okkultes Unwesen wird
aber nicht nur in unseren Gefilden getrieben. Überall auf der Welt, von
den Indianerstämmen Amerikas bis zu den Inselvölkchen im Pazifik,
finden sich uralte Rituale, die der Beschwörung dunkler Mächte dienten
oder auch noch heute tun. Autor Douglas Hill hat nun in seinem Sachbilderbuch
„Hexen & Zauberer“ zusammengetragen, was es aus dem Reich der
Magie zu berichten gibt. Herausgekommen ist ein spannender Überblick für
Kinder ab zehn Jahren über die Geschichte der schwarzen Kunst, ihre Verbreitung
in der Welt und den Stellenwert, den sie in unserer aufgeklärten heutigen
Gesellschaft einnimmt.
Das Buch aus der Reihe „Sehen – Staunen – Wissen“ leitet
in das Thema ein, indem es einen kurzen Abriss der berühmtesten Vertreter
der zaubernden Zunft darlegt. Neben dem wohl berühmtesten Hellseher aller
Zeiten, Nostradamus nämlich, der im 16. Jahrhundert schon Napoleons und
Hitlers Niederlagen vorhergesehen haben soll, finden sich hier zahlreiche Persönlichkeiten
des damaligen öffentlichen Lebens. Vielen von ihnen, so auch der englischen
Königin Anna Boleyn, wurde allerdings ihr Ruf, Zauberkräfte zu besitzen,
zum Verhängnis: Sie wurde von ihrem Gatten, Heinrich dem VIII., zum Tode
verurteilt und hingerichtet. Überhaupt war es bis ins 18. Jahrhundert sehr
gefährlich, sich dem Verdacht auszusetzen, in Naturheilkunde oder gar Zauberei
bewandert zu sein. Die katholische Kirche betrachtete dies als Teufelswerk und
verfolgte es mit äußerster Härte. So widmet sich auch ein kurzer
Abschnitt in „Hexen & Zauberer“ dem grausamen Kapitel der Hexenverfolgung.
„Hexerei in der Literatur“ ist ein weiteres Thema des Buches. Douglas
Hill zieht hier einen weiten Bogen von den Hexen der griechischen Sagenwelt
bis zum legendären Zauberer Merlin, der als Ratgeber in Arthus’ Tafelrunde
fungierte, lässt aber auch zum Beispiel Chers Auftritt im Spielfilm „Die
Hexen von Eastwick“ kurz Revue passieren.
Der zweite Teil des von Elisabeth Erpf aus dem Englischen übersetzten Buches
handelt dann von den Zauberbräuchen in den unterschiedlichsten Kulturen
der Welt. In den gewohnt kompakten und informativen Bilderläuterungen wird
hier ebenso auf die ostasiatische Gegensatzphilosophie des Yin und Yang eingegangen
wie auch auf afrikanische Voodoopuppen, denen Schmerzen zugefügt werden,
die dann das eigentliche Opfer erleiden soll.
Typisch sind für das Sachbilderbuch „Hexen & Zauberer“
wie auch die anderen Bücher dieser Reihe die vielen anschaulichen Fotos,
die das jeweilige Thema bunt illustrieren. Die Aufnahmen von Alex Wilson zeigen
in aller Detailfülle Schnitzwerk und Masken, kleine Steinskulpturen und
reich verzierte Ritualwerkzeuge, die bei besonders festlichen Anlässen
Verwendung fanden. Viele historische Abbildungen aus zeitgenössischer Literatur,
aber auch Szenen noch heute praktizierter Zeremonien und Riten runden das Thema
gelungen ab. Damit sich der jugendliche Leser in dieser Detailfülle nicht
verliert, fehlt ein ausführliches Wortregister ebenso wenig wie ein Bildnachweis.
„Hexen & Zauberer“ ist ein kurzweiliger Lesespaß, der
sicherlich nicht nur kleine Brockenhexen begeistern wird!
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