Gustaf Gründgens – Das komplette Schallarchiv
Theaterstücke – Hörspiele – Monologe – Reden – Chansons auf 20 CDs
(emk).
„Ich könnte mich Stunden und Stunden mit Ihnen unterhalten“,
schrieb Romy Schneider in einem Brief an Gustaf Gründgens. Und so wird
es auch dem Hörer des kompletten Schallarchivs gehen, wenn er Stunden um
Stunden Gustaf Gründgens anhört, genauer: 1.200 Minuten.
Die „Deutsche Grammophon“ hat zum 50-jährigen Jubiläum
ihres Literaturprogramms sämtliche noch erhaltene Originalaufnahmen des
großen Schauspielers zu einer wahren Schatzkammer zusammengestellt. Die
Box „Gustaf Gründgens – Das komplette Schallarchiv“ enthält
20 farblich abgestimmte CDs und ein lesenswertes Booklet mit vielen Fotos.
Zu hören ist Gustav Gründgens in seiner Rolle als Hamlet, Sir Henry,
Marcus Antonius, als Tasso und natürlich als unvergessener Mephisto. Der
Bühnenmitschnitt von „Faust I.“ in Düsseldorf und „Faust
II.“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, beide Male in der schon legendären
Inszenierung von Gustav Gründgens, erschien 1954 als erste deutsche Sprechplatten-Kassette
bei der „Deutschen Grammophon“ und ist das erste Stück dieser
Sammlung von Hörspielen, vollständigen Theateraufführungen, klassischen
Monologen, Reden und Chansons. Die letzte Aufnahme der Sprechzeugnisse bildet
eine Pressekonferenz, die Gustaf Gründgens 1951 wie einen Schauprozess
gegen die Stadt Düsseldorf inszenierte und deren Mitschnitt bisher unbeachtet
im Archiv des WDR gelegen hatte. „Ich muß leider ein bisschen
unfein werden“, hört man da von ihm und: „Ich bin
ein Intendant und bereit, kein Schauspieler mehr zu sein“.
Gustaf Gründgens hat im Laufe seines Schauspieler-, Regisseur- und Intendantenlebens
viele Attribute erhalten: Primadonna, leichter Held, Epochenfigur, Ausnahmekünstler,
das Genie… – von jedem dieser Attribute ist in den verschiedenen
Teilen des Schallarchivs etwas zu hören. Seine Stimme und Modulation wechselt,
er kann einfach alles.
Das Booklet zu der Kassette „Gustav Gründgens – Das komplette
Schallarchiv“ enthält neben vielen Informationen zur Entstehung der
Edition eine Fülle von Zitaten über und von Gustav Gründgens.
Außerdem haben die Herausgeber des Booklets, Peter Geyer und Florian Fickel,
zu jeder der einzelnen Aufnahmen einen vollständigen „Theaterzettel“
hinzugefügt. Das liebevoll aufbereitete Büchlein zur CD-Sammlung wird
ergänzt durch ein Interview mit Lola Müthel und ein Portrait der Gustav-Gründgens-Fotografin
Rosemarie Clausen.
Mit Lola Müthel und Theo Lingen ist „G.G.“ in „Hans Sonnenstößers
Höllenfahrt“ zu hören, einem frühen Musical von 1937, mit
Marianne Hoppe und Heinz Reincke in „Das Konzert“, mit Hilde Krahl
in „Das Glas Wasser“, mit Günther Lüders in „Die
Cocktailparty“ – lauter große Namen des Theaters aus den 1930-
bis 60er Jahren, die in „Gustav Gründgens – Das komplette Schallarchiv“
auf der neuen Medienform CD dokumentiert und erhalten sind.
„Gustav Gründgens – Das komplette Schallarchiv“ ist eine
lohnenswerte Anschaffung für alle Theaterfreunde!
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