Gräber unsterblicher Komponisten
Grabsteine verstorbener Musiker in Europa
(pr).
„Mit Freuden eil ich dem Tode entgegen. Kömmt er früher,
als ich Gelegenheit gehabt habe, noch alle meine Kunstfähigkeiten zu entfalten,
so wird er mir trotz meinem harten Schicksal doch noch zu frühe kommen,
und ich würde ihn wohl später wünschen. Doch auch dann bin ich
zufrieden: befreit er mich nicht von einem endlosen, leidenden Zustande? Komm,
wann du willst: ich gehe dir mutig entgegen.“ – dies schrieb
Ludwig van Beethoven bereits 25 Jahre vor seinem Tod im Jahr 1802. Der Bildband
„Gräber unsterblicher Komponisten“ im handlichen Format, herausgegeben
von Michael Fischer, zeigt die Grabsteine und -male der berühmtesten europäischen
Komponisten der letzten Jahrhunderte, fotografiert von Peter Andreas. Dabei
gibt es zu jedem abgebildeten Grab Zitate, kleine Gedichte, Auszüge aus
Werken oder ähnliches. Bei Ludwig van Beethoven handelt es sich um einen
Auszug aus seinem Testament.
Ein Essay von Clemens Prokop fungiert als Vorwort für das Buch „Gräber
unsterblicher Komponisten“, das sonst ohne beschreibende Texte auskommt.
Der Essay beschreibt das Verhältnis von Komponisten zum Tod. Viele Komponisten
würden zum Ende ihres Lebens hin besondere Werke schaffen. Damit bezieht
Clemens Prokop sich auch auf Requien und andere Musikstücke, mit denen
Komponisten versuchten sich, aber auch anderen ein Denkmal zu setzen.
Der Bildband – hochwertig gedruckt im Duoton-Verfahren – zeigt so
nicht nur die Gräber selbst, sondern stellt auch das Verhältnis der
Komponisten zu Tod und Sterben dar, sowie deren Ängste und Hoffnungen.
Dabei gibt es zu keinem Foto eine Bildunterschrift im herkömmlichen Sinn,
stattdessen steht auf jeder Seite eine Überschrift, die den Namen des Komponisten
sowie den Ort seiner letzten Ruhestätte nennt. Alle berühmten Komponisten
sind in dem Bildband aufgeführt wie beispielsweise Johannes Brahms, Mozart,
Carl Friedrich Zelter und viele mehr. Zu Hans Pfitzner findet man einen Text
von seiner Ehefrau, die genau beschreibt, wie der Komponist gestorben ist. „Am
20. nachmittags streckte er sich etwas... er hatte das irdische Bewusstsein
verloren. Aber so hat er von seinem Sterben nichts mehr gefühlt (...) ehe
in der Frühe um 6.40 Uhr sein Atem stillstand. Von Montag, den 16. V. bis
Sonntag früh, den 22. hat sein leichtes sanftes Sterben gedauert.“
So sind die von Michael Fischer zusammengestellten Zitate sehr unterschiedlich
und vielfältig, genau passend zum jeweiligen Komponisten.
Die abgebildeten Gräber, atmosphärische, wirkungsvolle Bilder, stammen
von den verschiedensten und berühmtesten Friedhöfen Europas, so dem
„Cimitière du Père Lachaise“ in Paris, dem „Cimitero
San Michele“ in Venedig, dem „Zentralfriedhof“ in Wien und
vielen anderen. Dadurch gibt das Buch auch einen Überblick über die
Grabgestaltung verschiedener Länder und Zeiten.
„Gräber unsterblicher Komponisten“ ist ein außergewöhnlicher,
kleiner aber feiner Bildband, der einer interessanten Idee nachgeht und den
musikinteressierten Betrachter mit schönen, aber auch traurigen Bildern
einfängt!
Herausgeberportrait:
Michael Fischer, Historiker und Theologe, ist Herausgeber verschiedener Anthologien
zum Thema Musik.
Fotografenportrait:
Peter Andreas arbeitet als selbstständiger Werbeberater. Neben seiner beruflichen
Tätigkeit geht er auf Spurensuche, sammelt und konserviert Objekte mit
der Kamera. Seine Fotos, die in Zeitschriften veröffentlicht und auf Ausstellungen
gezeigt werden, illustrieren Bücher, die lebendige Kulturgeschichte erzählen.
Seit 1968 sind zahlreiche Publikationen von ihm erschienen.
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