Golf

Die große Enzyklopädie

Golf(law). Spätestens seit dem Phänomen des Superstars Tiger Woods ist Golf auch in Deutschland absolut angesagt. Überall entstehen neue, für jedermann erschwingliche Golfplätze, und viele entdecken den Reiz dieser ebenso einzigartigen wie attraktiven Sportart. „Golf ist ein wunderschönes Spiel – für mich mehr als ein Spiel. Es ist eine Lebensaufgabe, eine Karriere, eine Berufung“, wird ein Golfprofi schon in der Einleitung des wunderbaren Bildbandes „Golf – Die große Enzyklopädie“ von Malcolm Campbell zitiert. Auf fast 400 Seiten mit über 800 großartigen Farbfotografien finden sich darin die 100 schönsten und aufregendsten Golfplätze der Welt, die 100 größten Golfer aller Zeiten sowie die faszinierende Geschichte und Tradition des Golfsports. Die Texte sind spannend geschrieben, auch für den absoluten Neuling leicht verständlich und ihre Übersetzung aus dem Englischen von Dieter Praun, Hella Praun und Jörg Savelsberg makellos.

Das erste Kapitel „Das frühe Spiel“ erzählt von den Anfängen des Golfsports, die bis ins alte Rom zurückreichen, und seinem allmählichen weltweiten Siegeszug. Der Leser erfährt Wissenswertes etwa über die Handwerker, die in tagelanger Arbeit Schläger und Bälle herstellten, und wie einst Schafe und Kaninchen zum Abgrasen der Golfplätze benutzt wurden. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts sind Ausrüstung und Spielbedingungen vergleichbar mit den heutigen Maßstäben, Golf entwickelt sich zum Breitensport, die ersten großen Turniere werden ausgerichtet, und das Kapitel „Das moderne Spiel“ beginnt. Neben der Geschichte der großen Golfstars von Bobby Jones bis Tiger Woods finden sich auch immer wieder herrliche kleine Anekdoten aus der neueren Golfgeschichte. Wussten Sie etwa, dass Golf die einzige Sportart ist, die im All gespielt wurde? Ein Apollo-Astronaut schlug 1971 einen Golfball auf dem Mond schwerelose 180 Meter weit. Dem Thema „Frauen und Golf“, die bislang im Golfsport eher zu kurz kamen, ist löblicherweise ebenfalls ein eigener Abschnitt gewidmet.

Nach dem historischen Teil beginnt die umfassende Sammlung der schönsten und berühmtesten „Meisterschaftsplätze der Welt“. Die ersten 53 Plätze werden von unzähligen wunderschönen Panoramafotos, einem interessanten Text mit Geschichte und Besonderheiten des Platzes, detaillierten Informationen zu einzelnen Löchern und einer großen Übersichtskarte der gesamten Anlage begleitet. Schade ist, dass sich die tolle Weltkarte mit einer Übersicht aller internationalen Golfplätze ganz unscheinbar in der Mitte des Kapitels befindet – das hätte sich am Anfang viel besser gemacht, zumal darin die Seitenzahlen aller besprochenen Plätze vermerkt sind. Die 50 weiteren Meisterschaftsplätze werden anschließend weniger ausführlich und ohne Fotos, aber immer mit einer grafischen Platzübersicht und den wichtigsten Spieldaten vorgestellt.

Das vierte Kapitel präsentiert die größten „Golfpersönlichkeiten“ aller Zeiten, also nicht nur berühmte Champions, sondern auch andere Personen, die eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Golfsports gespielt haben, etwa große Platzarchitekten. Mindestens ein Foto gibt es zu jedem Golfstar, oft sogar vier oder fünf. Neben klassischen Ansichten beim Schwung mit dem Schläger sind auch Privatfotos oder Momente größter Triumphe darunter. In den Texten wird auf die Karriere der Golfpersönlichkeiten, historische Momente und ihre größten Stärken eingegangen. So lernt man den Mann mit dem besten Schwung aller Zeiten, den besten Linkshänder oder den besten Putter kennen. Frauen sind hier eindeutig in der Minderheit, was aber der bisherigen Situation im Golfsport entspricht. Unterhalb der Texte findet sich immer eine Zusammenfassung der größten Erfolge des jeweiligen Golfstars.

In „Champions und Rekorde“ werden die größten Golfturniere und all ihre Gewinner mit Vorsprung und Punkten tabellarisch und übersichtlich aufgelistet. Dazu kommen interessante Daten wie „Die meisten Siege in Folge“, „Jüngster Sieger“ oder „Niedrigste Runde“ – Statistikfreunde kommen hier also voll auf ihre Kosten. Wer mit den „Greens“, „Fairways“ und „Roughs“ der Golfwelt noch nicht vertraut ist, findet eine Erklärung der wichtigsten Fachbegriffe im informativen Glossar. Das abschließende Register ist lückenlos und listet alle Golfprofis, Themen, Begriffe, Meisterschaften und Plätze noch einmal zum schnellen Nachschlagen auf.

Ein fantastischer Schlag ist der Layouterin Sonia Charbonnier mit der Gestaltung des Bildbandes gelungen. Während die Umschlagseite im dezenten Rasengrün daherkommt, entfaltet sich beim Aufschlagen des Bildbandes ein wahres Feuerwerk an bunten Abbildungen, Infokästen und Fotos. Nicht übersehen sollte man dabei die exzellent recherchierten Haupttexte, die vor allem im historischen Teil auch den Golfmuffel begeistern werden.

Golf ist ein wunderschönes Spiel“ – und der hervorragende Bildband „Golf – Die große Enzyklopädie“ ein faszinierender Lesespaß!

Autorenportrait:
Malcolm Campbell stammt aus Schottland, der Heimat des Golfsports. Er arbeitete als Sportredakteur, Profigolfer und Golfclub-Manager. 1981 wurde er Chefredakteur der Zeitschrift „Golf Monthly“, die zur meistgelesenen Golfzeitschrift Europas wurde. Zehn Jahre lang berichtete Malcolm Campbell für „Golf Monthly“ von allen großen Turnieren und interviewte die Elite des internationalen Golfsports. Im Zuge dieser Tätigkeit hatte er Gelegenheit, auf vielen weltberühmten Meisterschaftsplätzen zu spielen. Seit 1990 ist Malcolm Campbell freiberuflich als Golfjournalist tätig.

Golf

Malcolm Campbell
Golf
Die große Enzyklopädie
Aus dem Englischen von Dieter Praun, Hella Praun und Jörg Savelsberg
Dorling Kindersley Verlag, Starnberg
ISBN 3-8310-0771-3
1. Auflage 2005, 384 Seiten, mit über 800 meist farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 29 x 24,6 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 49,90 (D) / € 51,30 (A) / sFr 85,50

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