Gespensterlied

Eine Zeitreise inmitten von Gespenstern und Unheimlichem

Gespensterlied(bhs). Wer glaubt mit zwölf Jahren schon an Gespenster? Malte ist zwölf Jahre alt, und aus seiner Sicht wird diese Geschichte erzählt. Eine Schreiberseele, die alles, was ihm wiederfährt in drei Schulheften festhält. Auch diese Geschichte. Ja, diese Geschichte – eigentlich ein Kinderbuch ab zehn Jahren. Doch auch der Erwachsene kann sich der Historie, die sich in diesem Jugendkrimi findet, nur schwerlich entziehen. Somit hat Autor Wieland Freud mit „Gespensterlied“ ein Buch geschaffen, welches für jedes Lesealter das Richtige ist.


Malte kann vom Fenster seines Zimmers im „Grünen Frosch“, dem Wirtshaus seiner Eltern, über die Mauer hinweg den Friedhof überblicken. So sieht er eines Tages, wie eine Trauergemeinde von 18 Personen in sechs dunklen Limousinen an der Friedhofsmauer vorfährt, um dabei zu sein, wie einer der ihren in einem schmucklosen Sarg von Feldeisen, dem Totengräber, ohne Pfarrer, Blumen oder Trauerreden in ein frisches Grab förmlich hinab geworfen wird. Etwas, was scheinbar niemandem auffällt. Außer Malte, der dann beim Leichenschmaus im „Grünen Frosch“ die seltsame Familie von Quast kennen lernt. Malte freundet sich mit dem gleichaltrigen Gottfried von Quast an. Von Gottfried erfährt Malte nun, dass dessen Familie von einem Fluch belastet sei, und dass Totengräber Feldeisen irgendetwas damit zu tun haben scheint. Malte, viel zu neugierig und allzu hilfsbereit, macht sich mit Gottfried auf, das Geheimnis zu ergründen.


Erste Station der langen Reise ist der Friedhof, auf dem seit Jahrhunderten nur Mitglieder der Familie von Quast beerdigt werden, und der vom seltsamen Friedhofswärter Feldeisen verwaltet wird. Dieser ist ein Mann unbestimmten Alters, der in einem „geduckten Gebäude am äußersten Rand des Friedhofs“ wohnt, sich im Dorf nie blicken lässt. Und er weckt die Neugierde noch ein mal mehr. Doch Feldeisen ist nicht das einzige Merkwürdige auf dem alten Friedhof, denn Malte und Gottfried treffen auf den gestaltwandelnden Stein Baldanders.


Baldanders gibt den Jungen einige rätselhafte Mahnungen und einen alten Stuhl mit auf den Weg: „Ich bin das A und das O. Der Anfang und das Ende. Ich komme aus dem Paradies und bleibe so oder anders, solange die Welt sich dreht. Nehmt euch in Acht. Feldeisen, der Narr, wird euch auf den Fersen sein. Schlagt ihm ein Schnippchen. Dreht die Uhr zurück. Die Zeit vergeht im Sitzen.“ Die Neugier der Jungen ist mit diesen Aussagen nun endgültig geweckt, und eine aufregende Zeitreise nimmt ihren Anfang, die die beiden in Goethes Weimar und in das Magdeburg zurzeit des Dreißigjährigen Krieges führt. Malte weiß, dass vieles von dem, was er erlebt, nicht unbekannt ist: Er kennt es aus dem Geschichtsunterricht. Ein Grund mehr, dass er es aufschreibt... .


Wie schon bei „Lisas Buch“ stammen die Illustrationen zum Buch von Regina Kehn.


Wieland Freund schafft es mit „Gespensterlied“ – im wahrsten Sinne des Wortes – spielend, seinen jungen (und alten) Lesern nicht nur ein paar geschichtliche Fakten zu vermitteln, sondern auch ein äußerst spannendes, geheimnisvolles Abenteuer zu erzählen. Seine Schreibe birgt in kurzen, prägnanten und doch bildlich umschreibenden Sätzen dermaßen viel Spannung, dass nicht nur Gänsehaut sondern auch ein Suchtfaktor vorprogrammiert ist!

Autorenportrait:
Wieland Freund, geboren 1969, ist Journalist und schreibt vorwiegend für die Tageszeitung „Die Welt“. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in der Nähe von München. Sein erster Kinderroman „Lisas Buch“ wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur ausgezeichnet.

Illustratorenportrait:
Regina Kehn, 1962 in Hamburg geboren, hat an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg Illustrationen studiert. Seit 1988 arbeitet sie freiberuflich für verschiedene Verlage und Zeitschriften. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Hamburg.

Gespensterlied

Wieland Freund
Gespensterlied
Mit Illustrationen von Regina Kehn
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek
ISBN 3-499-21268-4
Originalausgabe, 1. Auflage 2004, 300 Seiten, mit zahlreichen s/w-Illustrationen, Taschenbuch.
Unverbindliche Preisangabe: € 7,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 14,60

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