Gebrauchsanweisung für Paris

Die Enthüllung einer Stadt für Kenner und solche, die es werden wollen

Gebrauchsanweisung für Paris(bhs). Paris: Faszination für jene, die es lieben, wie jene, die es noch nicht kennen. Stadt der Romantik, der verschwiegenen Gassen, der Kultur und der Vergangenheit, des Zeitgeistes und der Multikulturellen. Doch das ist noch lange nicht alles. Neben den bekannten Plätzen hat die Hauptstadt Frankreichs noch sehr viel mehr zu bieten. Das vermittelt Autor Edmund White in seiner „Gebrauchsanweisung für Paris“.


Von Montparnasse über Sacré Cœur bis zum Montmartre, vom Triumphbogen bis zur Bastille lädt Edmund White den Leser zu einem Spaziergang durch schmale Straßen, elegante Parks, über lebhafte Boulevards mit verschwiegenen Bistros und in versteckte Museen jenseits der großen Touristenattraktionen ein. Besuche auf den großen, zum Verweilen einladenden, romantisch bis nachdenklich stimmenden Friedhöfen der Stadt werden von geschichtlichen Hintergrundinformationen untermalt, die die berühmten Könige von Einst, die Künstler und Kreativen zum Leben erwecken. Edmund White führt den Leser in „Gebrauchsanweisung für Paris“ an die Grüfte und Gräber der Berühmten, zu den sagenumwobenen Katakomben und lässt auch fast den Glöckner von Notre Dame auferstehen.


Wahlweise wird man versetzt in die Zeiten Baudelaires, der im verwegen-geheimnisvollen Hotel de Lauzun auf der Ile St-Louis ein- und ausging. Auch die vergangenen und zeitgenössischen Künstler kommen in der „Gebrauchsanweisung für Paris“ nicht zu kurz. Edmund White folgt den Spuren der großen Pariser Akteure wie Honoré de Balzac, Ernest Hemingway und Rainer Maria Rilke, über die Bohème von gestern wie auch über die Dynamik, das energiereiche Lebensgefühl einer multikulturellen Gesellschaft von heute. Der Leser flaniert in „Gebrauchsanweisung für Paris“ mit dem Autor die Rive Gauche entlang, durch die Tuileries, über den Markt von Clignancourt und im arabischen Viertel von Belleville ist er Zeuge des Jetzt und Heute einer toleranten Stadt. Die edlen Boutiquen des Marais stehen im Kontrast zu den ärmlichen Malern von Montmartre, der wirklichen Armut der Vorstädte. Zeitgeist umarmt Geschichte.


Apropos: Um jedem Leser zugänglich zu werden, zeigt sich homosexuelle Edmund White auch der männlichen Gleichgeschlechtlichkeit gegenüber äußerst tolerant – vielleicht partiell etwas übertrieben. Umso interessanter wirklich die geschichtlichen Hintergründe, die in einer Form beschrieben werden, dass auch der Nicht-Historiker auf angenehme Weise Zugang zur „Gebrauchsanweisung für Paris“, aus dem Amerikanischen von Heinz Vrochta übersetzt, findet.


Edmund Whites Pariser Impressionen zeigen die Menschen, die unbekannten Seiten einer Stadt, die jeder von uns zu kennen glaubt und innerhalb weniger Kapitel von der „Gebrauchsanweisung für Paris“ schon weiß, wie sehr er doch irrte. Gegensätze werden genauso wenig vernachlässigt wie die Idyllen, die Atmosphäre und auch touristische Anziehungspunkte werden aufgeführt. Dies gepaart mit dem eleganten, anspruchsvollen – teils schon fast lyrischen – Sprachstil des amerikanischen Romanciers wird diese Gebrauchsanweisung zu einer faszinierenden literarischen Annäherung an Paris, einer versteckten Liebeserklärung – und einer kleinen Verführung durch eine große Stadt der Liebe.

Autorenportrait:
Edmund White wurde 1940 in Cincinnati, Ohio geboren. Er hat lange Jahre in Paris gelebt, zahlreiche Romane und Biographien veröffentlicht und lehrt heute an der Princeton University, Rhode Island.

Gebrauchsanweisung für Paris

Edmund White
Gebrauchsanweisung für Paris
Aus dem Amerikanischen von Heinz Vrchota
Piper Verlag, München
ISBN 3-492-27521-4
Deutsche Erstausgabe, 2. Auflage, 187 Seiten, Klappenbroschur.
Unverbindliche Preisangabe: € 12,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 23,50

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