Gaumenfreuden & Kunstgenuss
Meine Art zu leben – Von Bruno Bruni
(pr/sl).
Dieses Buch zu beschreiben, ist eine schwierige Aufgabe. Denn „Gaumenfreunden
& Kunstgenuss – Meine Art zu leben“ von Bruno Bruni, einem der
bekanntesten zeitgenössischen Künstler, ist alles auf einmal: Es ist
ein künstlerischer Bildband, eine Autobiographie, aber auch ein Kochbuch.
In mehreren Kapiteln wird das Leben des bekannten Künstlers beschrieben,
von ihm selbst, aber auch von seinem Bruder, von seinen zwei Ehefrauen und von
Freunden. Und dies geschieht nicht im Rahmen einer klassischen Biographie, nein,
die Texte haben ihren ganz eigenen Stil. Dabei ist auch die Schrift künstlerisch
gestaltet, in verschiedenen Größen und Farben.
Zunächst beschreibt Bruno Brunis Bruder Emidio die Kindheit in Italien
während des Krieges. Dabei geht er nicht nur auf das Leben ein, ein besonderes
Augenmerk legt er auf das Essen in dieser Zeit – ganz getreu dem Motto
des Buches „Gaumenfreuden & Kunstgenuss“. Bruno Bruni selbst
erzählt, wie er mit einem billigen One-Way-Ticket nach London flog und
in einer Fish-and-Chips-Bude jobbte. Dort aber stellte eine Galerie seine ersten
Bilder aus.
Aus einer Laune heraus ging Bruno Bruni nach Hamburg, wo er in einem Zimmer
ohne Bad lebte und an der Kunsthochschule aufgenommen wurde. Er machte dort
nie einen Abschluss, gewann aber 1967 den „Lichtwark-Preis“, zusammen
mit Otto Dix und Edgar Augustin. Aufgrund seiner ärmlichen Erscheinung,
wollte man Bruno Bruni zunächst nicht zur Preisverleihung lassen. Diese
und viele andere Anekdoten sowie seinen Aufstieg zu einem der gefeiertsten zeitgenössischen
Künstler beschreibt Bruno Bruni in einer abwechslungsreichen und unorthodoxen
Sprache. Sich selbst bezeichnet er als „nur ein Künstler, der
gerne isst und erfahren hat, dass er, um das zu können, sich selber an
den Herd stellen muss. Und der das gerne tut.“
Dem Text sind viele Fotos aus Bruno Brunis privatem Album beigefügt, aber
auch einige, die sein Freund Christian von Alvensleben fotografiert hat. Ebenso
sind viele Lithographen und Gemälde von Bruno Bruni abgedruckt, auch zum
Thema Essen. Denn das Buch enthält immerhin 16 Rezepte aus der italienischen
beziehungsweise aus Bruno Brunis eigener Küche, jeweils am Ende eines Kapitels.
Da gibt es den einfachen „Insalata“, aber auch aufwendigere Gerichte
wie „Risotto con funghi e tartufo bianco“ – Pilzrisotto mit
weißen Trüffeln. Ebenso wie die Texte sind auch die Rezepte nicht
wie in einem gewöhnlichen Kochbuch geschrieben. Viele italienische Begriffe
sind eingeschoben und viele Anweisungen sind von einem „vielleicht“
begleitet. Die Frage ist, ob diese Rezepte sich so gut zum Nachkochen eignen.
Ein amüsantes Lesevergnügen sind sie auf jeden Fall. Außerdem
sind auch sie farbig gestaltet, in den meisten Fällen tragen Namen und
Zutaten Bruno Brunis Handschrift. Außerdem sind sie mit Fotos oder Zeichnungen
vom jeweiligen Essen bestückt und sind somit nicht nur eine Freude für
den Gaumen sondern auch fürs Auge.
„Gaumenfreuden & Kunstgenuss – Meine Art zu leben“ ist
ein Buch, das sich ebenso wenig wie der Künstler Bruno Bruni in eine Schublade
pressen lässt. Auf jeder Seite kommt der Charakter des Künstlers zum
Ausdruck. Die aufwändige Gestaltung des Bandes ist auf jeden Fall eine
Freude fürs Auge und dabei erfährt man noch vieles über den Hamburger
Künstler. Ein schönes und aufregendes Buch – nicht nur für
Fans!
Autorenportrait:
Bruno Bruni wurde am 23. November 1935 in Gradara bei Pesaro (Italien) geboren.
In den Jahren 1953 bis 1959 besuchte er das „Istituto dell’Arte
di Pesaro“. Nach einem Aufenthalt in London studierte er bei Gresko und
Wunderlich an der „Staatlichen Hochschule für Bildende Künste“
in Hamburg. 1967 erhielt er das Stipendium des „Lichtwark-Preises der
Freien und Hansestadt Hamburg“ und wurde nach zahlreichen weltweiten Einzelausstellungen
1977 mit dem „Internationalen Senefelder-Preis für Lithographie“
ausgezeichnet. Mit seinen Lithographien, Gemälden und Skulpturen ist er
einer der bekanntesten Gegenwartskünstler.
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