Friedrich Schiller
Portrait eines Klassikers
(pr).
„Über die Werke eines Dichters zu sprechen ist eine
Sache, über den Menschen, der ein großer Dichter war, eine
andere.“ Friedrich Schiller zählt zu den bedeutendsten deutschen
Dichtern und hat zahlreiche Werke verfasst, die allgemein bekannt sind. Dramen
wie „Die Räuber“ und „Wilhelm Tell“ oder Gedichte
wie „Das Lied von der Glocke“ entstammen seiner Feder. Aber wer
war der Mensch, der sie geschaffen hat?
Dem Autor Kurt Wölfel gelingt es in seinem Buch „Friedrich Schiller“
das Portrait eines Mannes zu zeichnen, der nachdrücklich die deutsche Literatur
geprägt hat. Im Vordergrund steht hier die Person Friedrich Schiller, seine
Entwicklung, sein Werdegang und wie er schon zu Lebzeiten an Bedeutung gewann.
Friedrich Schiller wird im Rahmen seiner Werke und Weggefährten gezeigt
sowie als moderner Denker seiner Zeit. Die wichtigen Stationen seines Lebens
spiegeln sich in kulturellen Städten wie Leipzig, Dresden, Weimar und Jena,
anhand derer sich auch die Kapitel orientieren. „Weimar, wo Schiller
am 21. Juli 1787 eintrifft, war mit Dresden verglichen ein halb ländliches
Residenzstädtchen, und doch scheint es, als wäre er aus einer Abgeschiedenheit
in die „große Welt“ gekommen, die das freilich nur
in einem sehr spezifischen Sinne ist: durch die hier lebenden „Geistesgrößen“.“
Dem fundierten Werk merkt man an, dass es von einem Professor der Neueren Deutschen
Literatur geschrieben wurde. Sehr analytisch und wissenschaftlich beschreibt
Kurt Wölfel den Werdegang Friedrich Schillers in chronologischer Abfolge
und geht intensiv auf dessen philosophischen Exkurse ein. „Schillers
kantischem Grundsatz, die Erfahrung des schönen als interesseloses Wohlgefallen
vom moralischen wie vom sinnlichen Interesse abstrahiert zu denken, korrespondiert
in der poetischen Praxis die Tendenz, das höchste Schöne vornehmlich
mit Licht, weniger mit Körpern zu assoziieren.“
Die langen Textpassagen machen ein kurzes Überfliegen schwierig. Viele
Zitate von Friedrich Schiller und seinen Zeitgenossen lockern den Textfluss
auf, verleihen Authentizität und erhöhen die Lesbarkeit. Ein ausführliches
Personenregister und eine Übersicht über die Werke erleichtern wiederum
die Orientierung. Eine Zeittafel am Ende des Buches fasst die wichtigsten Ereignisse
aus Schillers Leben auf zwei Seiten zusammen. Zusätzlich ist das Buch „Friedrich
Schiller“ mit zahlreichen Abbildungen von Schiller, seinen Mitmenschen
und derzeitigen Dokumenten illustriert.
Kurt Wölfels ist mit „Friedrich Schiller“ ein kundiges Portrait
über einen vielseitigen Mann gelungen!
Autorenportrait:
Kurt Wölfel ist Professor em. für Neuere Deutsche Literatur der Universität
Bonn. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt und ist einer der
besten Schiller-Experten.
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