Flügelspuren

Engel in der bildenden Kunst

Flügelspuren(mag). In der Malerei gibt es Heerscharen von Engeln, Erzengeln und Schutzengeln sowie Cherubime, Seraphime und natürliche gefallene Engel. Die Himmelsboten sind ein sehr beliebtes Motiv in der bildenden Kunst. Autorin Pia Massari hat in ihrem Bildband „Flügelspuren“ eine Auswahl von 35 Kunstwerken aller Epochen getroffen, die sie einzeln vorgestellt. Schon der poetische Titel „Flügelspuren“ zeigt, dass dieses Buch keine rein wissenschaftlich-kunsthistorische Abhandlung ist, sondern ein schönes Buch über faszinierende Himmelsgestalten.

Die ausgewählten Engel sind nach Gruppen zusammengefasst. Die Autorin unterscheidet unter anderem zwischen „Erzengeln“, „Engel als Himmelsboten“ und „Harte Arbeit, heitere Musik“ sowie „Auf seine Befehl“ und „Engel als Seelengeleiter“. Jeder Abbildung eines Gemäldes ist ein Text gegenüber gestellt. Pia Massari schreibt leicht verständliche Texte, die sehr informativ sind. Zunächst erfährt der Leser Wissenswertes über den Künstler oder die Umstände, unter denen das Bild entstand. Die folgende Bildbeschreibung macht den Betrachter auf den Aufbau des Bildes und interessante Details aufmerksam. Vielen Gemälde ist noch eine kurze Interpretation des Abgebildeten beigefügt. Die gut lesbaren Texte enthalten viele interessante Informationen, zeigen dem Betrachter aber vor allem die Schönheit der abgebildeten Kunstwerke.

Die Auswahl der Bilder erstreckt sich überwiegend auf die Zeit vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Es ist auch ein Bild aus dem 19. Jahrhundert dabei, der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem 15. und 16. Jahrhundert. Schade, dass keine „moderneren“ Engel in die Sammlung aufgenommen wurden, denn gerade die klassische Moderne hat wunderbare Engelsdarstellungen. Schön wäre es auch gewesen, wenn der Bildband etwas größer im Format wäre, da der Betrachter auf den Gemälden die Details dann besser erkennen könnte.

Im Anhang des Buches „Flügelspuren“ befindet sich ein Glossar, in dem überwiegend kunstgeschichtliche Begriffe einleuchtend erklärt werden. Alle Begriffe, die im Glossar aufgeführt werden, sind im Text des Buches mit einem kleinen Dreieck gekennzeichnet. Das ist sehr angenehm, da der Leser so sieht, ob es zu dem betreffenden Begriff weitere Informationen am Ende des Buches gibt. Des Weiteren werden im Anhang die Textquellen zu den jeweiligen Engelbildern genannt. Dies sind überwiegend die Bibel und die Heiligenlegenden von J. de Voragine, dessen Erscheinungsjahr mit 1997 angegeben ist. An dieser Stelle wäre der Hinweis, dass die erste Ausgabe dieses berühmten Buches im 13. Jahrhundert erschienen ist, sicher angebracht. Es folgen eine kurze Bibliographie und der Bildnachweis.

Der handliche Bildband fällt durch die liebevolle Gestaltung auf. Jede Seite ist mit einem Rahmen geschmückt, und auf dem Einband, der unter dem Schutzumschlag versteckt ist, winkt ein freundlich lächelnder Himmelsbote dem Betrachter entgegen. Und das Buch „Flügelspuren“ könnte mindestens doppelt so dick sein, da man Pia Massaris Portraits von Engeln am liebsten noch stundenlang weiterlesen könnte.

Der kleine aber feine Band „Flügelspuren“ ist ein wunderbares Buch für alle, die sich ein schönes Bild von Engeln machen möchten!

Flügelspuren

Pia Massari
Flügelspuren
Engel in der bildenden Kunst
Legat-Verlag, Tübingen
ISBN 3-932942-15-9
1. Auflage, 96 Seiten, mit 35 meist farbigen Abbildungen, Hardcover gebunden mit Schutzumschlag, Format 19 x 24 cm.
Unverbindliche Preisangabe: € 19,80 (D) / € 20,40 (A) / sFr 35,80

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