Ein letzter Sommer in Sa Costa
Familiensaga um eine Flutkatastrophe und die große Liebe auf Mallorca
(mkb/sl).
„Ein letzter Sommer in Sa Costa“ von Autorin Anna Freedman ist Liebesgeschichte,
Familiensaga und Abenteuerroman in einem.
Wir schreiben das Jahr 2003, die Malerin
Laurie begegnet ihrer Lebensliebe Sam. Das Ende ist wortlos und hinterlässt
in Laurie offene Wunden. Der Anruf, den Laurie im Elternhaus entgegen nimmt,
zerstört mit einem Satz den schützenden Alltagstrott, der sie bislang
vor weiteren Schmerzen bewahrt hatte: „Ich bin keine Freundin. (...)
Ich bin seine Schwester.“ Der Vater hat eine Schwester, Laurie hat
Familie; eine Tante, Cousins und Cousine. Gegen den Willen des Vaters lässt
sie sich auf eine Einladung ein und nimmt an einer Beerdigung teil, bei der
sie Sam wieder trifft. Sam, der mit ihrer Cousine Claire ein gemeinsames Kind
hat. Die Wiederbegegnung brennt auf beider Seelen, und als Laurie beschließt,
den Sommer auf Mallorca, im Haus ihrer Tante zu verbringen, ist der Eklat nicht
mehr aufzuhalten.
„Hier war die Strömung am schnellsten und hätte ihn beinahe
umgerissen. Einen Moment spürte er keinen Boden mehr unter den Füßen,
doch irgendwie gelang es ihm, sich aufrecht zu erhalten und wieder Tritt zu
fassen. (...) Er stemmte sich gegen die Kraft des Wassers und ging vorwärts.“
Anhaltende Regenfälle brechen das Flussbett, sprengen die Staumauer und
ergießen sich über einem Dorf mit ein paar Seelen. Anna Friedmann
hat in ihren Schilderungen um die Flut zum Teil auf eine wahre Begebenheit zurückgegriffen:
die Flutkatastrophe von Lynmouth in England im Jahr 1952. Ein Naturereignis,
das mit Tsunami wieder an Aktualität gewonnen hat.
1953: Rachel und Tony nähern sich vorsichtig ihrer Liebe. Vorsichtig, weil
verboten, denn Tony ist ein Geächteter der Familie. Nichts als Hass haben
Rachels Mutter und der Bruder für Tony übrig, dessen Bruder Keith
für den Mord an Rachels Vater im Gefängnis sitzt und die Mutter skrupellos
in den Rollstuhl schoss. Zu sehr schneidet die Tat in das Familienschicksal,
bedrängt die freie Entwicklung ihrer Zukunft. Die Flutkatastrophe, die
das Dorf heimsucht, und eine Schwangerschaft stellt Rachel vor eine folgenschwere
Entscheidung, die zu fällen in jedem Fall einen Bruch bedeutet.
„Ein letzter Sommer in Sa Costa“, aus dem Englischen von Gabriele
Gockel und Blanca Dahms übersetzt, springt zwischen 1953 und 2003 vor und
zurück, verwickelt den Leser in große Gefühle zweier Frauen,
die beide eines Tages vor die Entscheidung gedrängt werden: er oder die
Familie. Anna Freedman führt einfühlsam und spannend die Vergangenheit
und Gegenwart zusammen – bis die Leben von Rachel und Laurie auf die gleiche
Bühne gehoben werden, sie und ihre Geschichte sich Auge in Auge gegenüber
stehen und die Wende nicht mehr aufzuhalten ist.
„Ein letzter Sommer in Sa Costa“ ist ein packender Roman, der Spannung
und viel Gefühl vereint. Großartige Unterhaltungsliteratur!
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