Eigentor
Thriller – Von Fans, Fouls und fiesen Machenschaften
(flk).
Olaf und sein bester Freund Hardy können nicht glauben: Die beiden Fußballfans
haben gerade eine Trainingseinheit ihres geliebten Hamburger FC. beobachtet,
als sie plötzlich miterleben müssen, wie der Tscheche Ivo Knofczyk
bei einem an sich harmlosen Foul zu Boden geht und erst nach sehr langer Zeit
mit schmerzverzerrtem Gesicht selbiges aus dem Grün stemmt. Die Diagnose
scheint klar: Fraktur der Schulter, mehrwöchige Pause und damit das Ende
aller Träumereien, wenigstens in dieser einen Saison den erfolgsverwöhnten
Roten aus Deutschlands Süden den Titel entreißen zu können.
Denn Ivo Knofczyk ist nicht irgendein Spieler; er ist Dreh- und Angelpunkt des
Hamburger Spiels, Flanken- und Ideengeber und in seiner ganzen Art zu spielen,
der Mehmet Scholl der Elbmetropole. Kurzum: Ivo glüht, er brennt geradezu
– zumindest bis zu besagtem verhängnisvollem Foul, das doch beim
ersten Hinsehen gar nicht so gefährlich aussah... .
Doch damit nicht genug der Aufregung für unsere beiden Steppkes. Olaf,
der selbst gern einmal seinen Vorbildern nacheifern würde, bekommt die
Chance bei einem kleineren Verein vorzuspielen. Der Durchbruch? Olaf wird es
nicht erfahren, denn kurz vor seiner Abreise erhält er einen mysteriösen
Anruf, der ihn veranlasst, in Hamburg zu bleiben – eine Entscheidung,
die Hardy letztendlich das Leben rettet. Olaf kommt gerade noch rechtzeitig,
um zu verhindern, dass dieser seinen schweren Verletzungen erliegt, die ihm
ein Einbrecher zugefügt hat. Irgendjemand, so wird schnell klar, hat es
auf die Jungs abgesehen, und er lässt nicht locker, bis er gefunden hat,
wonach er sucht.
Autor Ulli Schubert hat mit „Eigentor“ einen famosen Jugendthriller
für Leser ab zwölf Jahren aufwärts geschrieben, der sich –
Leserinnen werden es ihm danken – nicht nur auf 22 Kerle und ihr rundes
Spielzeug beschränkt, sondern im Gegenteil viele Elemente eines modernen
Jugendromans in sich vereint. Olaf und Hardy entsprechen nämlich eben so
gar nicht dem Stereotyp des gemeinen Fußballfans. Für sie gibt es
noch ein Leben neben dem Bolzplatz, und vor allem sind sie gerade im Begriff
zu entdecken, dass es auch noch andere fleischliche Reize neben beharrten O-Beinen
gibt; Schade nur, dass sie gerade in diesem aufregenden Moment in das größte
Abenteuer ihres Lebens schlittern und dass dabei wenig Zeit für Dates mit
verführerischen Krankenschwestern oder gar der kleinen Schwester des verschwundenen
Ivo Knofczyk bleibt.
„Eigentor“ von Ulli Schubert ist ein schönes Stück Fußball
gewürzt mit einer Prise pubertärem Herz-Schmerz und dank dieser Zutaten
eigentlich für junge Leser beider Geschlechts wärmstens zu empfehlen!
Autorenportrait:
Ulli Schubert lebt in Hamburg und ist Experte in Sachen Fußball. Als Kind
spielte er selber begeistert, heute ist er Anhänger des „FC St. Pauli“.
Bevor er Schriftsteller wurde, jobbte er in vielen Berufen: Er arbeitete als
LKW-Fahrer, als Liegewagenschaffner und als Sportreporter, bevor er schließlich
Erzieher wurde. Seit 1991 schreibt er sehr erfolgreich Kinder- und Jugendbücher.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg