die Worte die Bilder das Kind

Über Kinderliteratur

die Worte die Bilder das Kind(pr). In ihrem Vorwort zu „die Worte die Bilder das Kind“, einer Festschrift im Buchformat, anlässlich des 75. Geburtstags von Hans-Joachim Gelberg erschienen, würdigt die Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ihren Verleger: „Der Mann lebte einfach von früh bis spät für die Kinderliteratur und in der Nacht – nehme ich an – träumte er von ihr. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Dementsprechend zählt Hans-Joachim Gelberg zu einem der Experten im Bereich der Kinderliteratur, über die er sich zu verschiedenen Gelegenheiten geäußert hat. Zehn seiner Reden zur Kinderliteratur sind in „die Worte die Bilder das Kind“ enthalten und führen den Leser in die Welt der Kinderbücher ein, die „Kindern andere Augen einsetzen“ könne.

Hans-Joachim Gelberg lässt in seiner Rede „Als die blauen Elefanten geschlachtet wurden“ die Geschichte der Kinderliteratur Revue passieren. Vor allem beschreibt er den Einschnitt der Jahre 1968 bis 1970, als Kinder- und Jugendbücher zunehmend den Anspruch bekamen, die Welt realistisch darzustellen. Hans-Joachim Gelberg spricht sich dafür aus, Kinderbücher ernst zu nehmen. Denn Kinder würden Bücher, die Erwachsene „dumm und läppisch“ finden, auch selbst als zu wenig anspruchsvoll empfinden. So plädiert Hans-Joachim Gelberg dafür, immer für Kinder und Erwachsene zusammen zu schreiben.

Hans-Joachim Gelberg beschreibt außerdem das Verhältnis von Kinderliteratur und Illustrationen. Er selbst sei enttäuscht von der Entwicklung, dass Illustrationen nur zur Domäne der Kinderliteratur geworden sind. „die Worte die Bilder das Kind“ enthält zur Veranschaulichung der Möglichkeiten einige Sonderseiten, die Illustrationen zu bei „Beltz & Gelberg“ erschienenen Bücher zeigen. Darunter sind schöne, aber auch skurrile Bilder, die mit Sicherheit die Fantasie anregen.

„die Worte die Bilder das Kind“ ist ein Buch für alle, die sich auch für die Hintergründe der Literatur für Kinder interessieren und die nicht glauben, dass Kinderliteratur für Erwachsene ungeeignet sei. An manchen Stellen erläutert Hans-Joachim Gelberg fast philosophisch seine Sicht der Kinderliteratur und hat sich dabei einen kindlichen Blick bewahrt. Fast alle Aspekte dieses Themas werden von Hans-Joachim Gelberg angesprochen und geben deswegen einen ausführlichen Einblick in die Problematik der Verleger und Autoren: Was ist denn nun kindgerecht? Viele Beispiele helfen dem Leser, sich eine eigene Meinung zur Thematik zu verschaffen. Dabei spricht sich Hans-Jochim Gelberg klar gegen Bücher aus, die Kindern nur etwas beibringen sollen. Kinderliteratur solle vielmehr den Kindern die Welt zeigen, so wie der Autor sie erlebe. Denn: „Kinderliteratur ist im weitesten Sinn der geduldige Versuch, Kindern und damit auch uns selbst eine Antwort zu finden auf alle Fragen der Welt.

„die Worte die Bilder das Kind“ ist insgesamt ein interessanter Einblick in die Welt der Kinderliteratur und aufgrund der vielen Beispiele auch eine Anregung für Eltern!

Autorenportrait:
Hans-Joachim Gelberg, geboren 1930, gründete 1971 das Kinder- und Jugendbuchprogramm „Beltz & Gelberg“ in der Verlagsgruppe Beltz. Heute lebt er als freischaffender Autor und Herausgeber in Weinheim. Für sein „1. Jahrbuch der Kinderliteratur“ erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis; viele seiner Anthologien und Lyrik-Sammlungen wurden mit Preisen ausgezeichnet.

die Worte die Bilder das Kind

Hans-Joachim Gelberg
die Worte die Bilder das Kind
Über Kinderliteratur
Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim
ISBN 3-407-79904-7
1. Auflage 2005, 160 Seiten, mit 20 farbigen und zahlreichen s/w-Abbildungen, Hardcover gebunden.
Unverbindliche Preisangabe: € 12,90 (D) / € k. A. (A) / sFr 23,70

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