Die Welt der Bücher

Eine Geschichte der Bibliothek

Die Welt der Bücher(emk). Matthew Battles, von Haus aus Bibliothekar, entführt den Leser in „Die Welt der Bücher“ und an die Orte, wo sie gesammelt werden. In sieben Kapiteln erzählt er von der untergegangenen Bibliothek in Alexandria, von der British Library, von mittelalterlichen Klosterbibliotheken oder der Privatbibliothek Jonathan Swifts, und immer wieder von seinem Arbeitsplatz, der „Widener Library“ in Harvard. Über sie schreibt der Autor: „Eine Bibliothek – besonders eine so umfassende – ist mehr als ein reines Kuriositätenkabinett; sie ist eine Welt für sich, vollständig, aber nie vollendet und immer voller Geheimnisse“ – eine Aussage, die für alle Bibliotheken gilt.

Das Buch ist jedoch keine „Geschichte der Bibliothek“, wie der Untertitel verspricht, sondern eher die Geschichte einzelner, von Matthew Battles ausgewählter berühmter Bibliotheken. Es enthält Schilderungen von verschiedenen Strömungen und Entwicklungen des Bibliothekswesens in einzelnen Epochen, angereichert mit zahlreichen Anekdoten.

Matthew Battles Stil wechselt zwischen Sachlichkeit und Unterhaltung und bedient sich dabei der bibliothekarischen Fachsprache. So ist die Rede von „Titelei“, „Zettelkatalog“ und „Erwerbungspolitik“, während die Übersetzerin aus dem Amerikanischen, Sophia Simon, eine ziemlich altertümliche Sprache benutzt: „ein Schwall von Büchern“, „Grünschnabel“ oder „platzt aus allen Nähten“.

„Die Welt der Bücher“ enthält manches Wissenswerte für Büchersammler und Literaturbegeisterte, denn Matthew Battles reichert seine Kapitel mit vielen Informationen an. Es gibt Exkursionen über die Erfindung des Papiers, über Tontäfelchen oder Erklärungen zu Deweys Dezimalklassifikation oder die „Ungeheuerlichkeit“ von Online-Katalogen. Leider springt der Autor häufig hin und her und bleibt nicht einheitlich bei einer Bibliothek, so dass der Leser schnell den Faden verliert.

Ganz unbibliothekarisch: Es fehlen ein Stichwortwortverzeichnis und ein Nachweis der erwähnten Bibliotheken. Die Quellenangaben sind, soweit nicht im laufenden Text angegeben, unübersichtlich im Anhang Kapitelweise zusammengestellt. Die Schwarzweiß-Abbildungen von Gemälden, die Menschen und Bücher zeigen, und Fotos von Bibliotheks-Lesesälen ergänzen diese – trotz der genannten Einwände – lesenswerte Aufsatzsammlung aus der „Welt der Bücher“.

Autorenportrait:
Matthew Battles ist Bibliothekar in der Bibliothek der Harvard University und schreibt Kolumnen für „Harper’s“. Der passionierte Büchersammler lebt in Jamaica, Plain, Massachusetts, USA. „Die Welt der Bücher“ ist sein erstes Buch.

Die Welt der Bücher

Matthew Battles

Die Welt der Bücher

Eine Geschichte der Bibliothek

Aus dem Amerikanischen von Sophia Simon

Artemis & Winkler Verlag, Düsseldorf

ISBN 978-3-491-69142-1

1. Auflage 2007, 256 Seiten, mit 20 s/w-Abbildungen, Broschur, Format 13 x 20,5 cm.

Unverbindliche Preisangabe: € 9,95 (D) / € 10,30 (A) / sFr 18.-

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