Die Liebenden von Son Rafal
Der große Mallorca-Roman
(dsz). Es sollte die schönste Hochzeit des Jahres werden. Felipe Ramón Sureda, Sohn des einflussreichsten Mannes Mallorcas, und Ysabel Pilar de Villalonga y Duquesa de Sa Carrotxa, die einer alteingesessenen Familie des Landadels entstammt, sind das Traumpaar schlechthin. Jung, hübsch und wohlhabend wollen sie ihre Liebeshochzeit mit den 250 engsten Verwandten in der kleinen Kapelle auf dem Anwesen der Villalongas feiern. Die wochenlangen Vorbereitungen und die unerschöpfbaren Geldmittel der Eltern versprechen eine Traumhochzeit.
Was aber hat der alte Alonso, der allein und verbittert in einer kleinen Straße im La-Lonja-Viertel wohnt, mit den vermögenden Familien zu tun? Und welche verborgene Geschichte hat Maria-Magdalena zu berichten, die in den 1930er Jahren, zurzeit des Bürgerkrieges ihr erstes Kind zur Welt brachte?
Der Roman „Die Liebenden von Son Rafal“ von Autorin Brigitte Blobel zeigt das Drama einer Familie, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Durch die Tagebucheinträge Maria-Magdalenas wird die Geschichte Mallorcas, das Leiden der Menschen unter dem Bürgerkrieg, die Beziehungen der Generäle zum Rest Europas und der allgegenwärtige Faschismus aus der Sicht einer werdenden Mutter geschildert. Die Auswirkungen des Bürgerkrieges, der sich sehr schnell zu einem Bruderkrieg entwickelt hat, scheinen noch immer Einfluss auf die Menschen der Insel zu haben.
„Dieses Haus ist wie eine uralte Geschichte. Wenn ich die Augen schließe, ist es, als höre ich ein Summen von Stimmen, höre Lieder, höre das Wasser in der Zisterne, wie es gurgelt und mir ein altes Geheimnis verrät. Aber wenn ich die Augen öffne, habe ich das Geheimnis wieder verloren.“
Brigitte Blobel verknüpft die Vergangenheit mit aktuellen Schilderungen der Ferieninsel, die hier einmal aus einheimischer Sicht bewundert werden kann. Überfüllte Strände und Urlaubsliebeleien werden nicht erwähnt; viel mehr geht es um die Schönheit der Natur, der Fincas und des einfachen Lebens – in äußerst exklusiven Villen. Viele Andeutungen ziehen sich durch diese verstrickte Familiengeschichte, doch erst gegen Ende von „Die Liebenden von Son Rafal“ werden die einzelnen Beziehungsstränge endgültig aufgelöst. Es ist ein Roman über die Liebe – über die Liebe zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern; und über die Liebe zur Heimat.
„Die Liebenden von Son Rafal“ ist eine mitreißende Familiensaga, die auf einem Fleckchen Mallorcas spielt, das von den Touristen noch weitgehend unberührt ist. Nicht nur wegen des geschichtlichen Hintergrundes ist dieser Roman für all jene lesenswert, die das Leben der Reichen und Schönen – und die damit verbundenen Familienfehden – auf der Baleareninsel näher kennen lernen wollen.
Autorenportrait:
Brigitte Blobel, 1942 in Hamburg geboren und aufgewachsen, studierte Theaterwissenschaft und Politik. Neben ihren Bestsellerromanen, wie „Der andere Sohn“, schreibt sie Jugendbücher, die mehrfach ausgezeichnet und in 14 Sprachen übersetzt wurden, sowie Drehbücher für Film und Fernsehen.
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