Die Ahnen von Avalon
Das Schlüsselwerk zum Avalon-Zyklus
(akg).
Was hat Stonehenge im Süden Englands mit dem rätselhaften Untergang
von Atlantis zu tun? Und wo ist die Verbindung zwischen der einst mystischen
Insel Avalon und dem Britannien der Gegenwart? Fantasy-Autorin Marion Zimmer
Bradley gibt Antwort auf diese Fragen, wenn sie ihre Protagonisten Morgaine
auf die Zeit zurück blicken lässt, als Atlantis im Meer versank und
sich zwei Liebende der schwersten Prüfung ihres Lebens unterziehen mussten.
Die Priesterin Tiriki und ihr Gefährte Prinz Micail gehören zu den
letzten Überlebenden von Atlantis, das in Folge eines Feuer speienden Berges
in seiner ganzen Pracht im Meer untergeht. Auf ihrer Flucht werden sie getrennt,
sodass sie ihr Leben auf dem rückständigen Avalon entfernt voneinander
meistern müssen. Bemüht darum, ihre Hochkultur mit all seinen magischen
Einflüssen und phantastischen Elementen zu retten, müssen sie bald
feststellen, dass Atlantis unwiederbringlich verloren ist und eine neue Zeitrechnung
angefangen hat. Nach Jahren der Trennung sind nicht nur die äußeren
Umstände andere, sondern auch die inneren Einstellungen von Priesterin
Tiriki und Prinz Micail haben sich verändert. Endlich wieder beisammen,
findet ein Kräftemessen statt, das nicht nur zahlreiche Menschenleben fordert,
sondern Auswirkungen bis in die Gegenwart besitzt… .
Der Wunsch der berühmten Fantasy-Autorin Marion Zimmer Bradley im letzten
Band der fünfteiligen Avalon-Saga zu berichten, wie die Geschichte auf
Avalon begann, ist ihr vor ihrem Tod nicht mehr selbst gelungen. Zum Glück
besaß sie zahlreiche Aufzeichnungen, an denen sich ihre engste Freundin
Diana L. Paxson orientierte, als sie das Fantasy-Epos beendete. Dabei bedient
sie sich aller Zutaten, die man in einem solchen Roman erwartet: Magie, Liebe,
Macht, Verrat und Religion finden einen Platz in der Geschichte um die junge
Frau, deren Bestimmung es ist, erste Hohepriesterin von Avalon zu werden. Nur
hätten weniger Ausführungen und detaillierte Beschreibungen dem Werk
auch nicht geschadet, besonders wenn die Sprache dabei vom Dramatischen ins
Schwülstige abzugleiten droht. Zum Glück fängt sich Autorin Diane
L. Paxson stets wieder, sodass die Leselust zwar an manchen Stellen gemildert,
keinesfalls aber getrübt wird.
Der Vergleich des aus dem Amerikanischen von Irene Holicki und Irene Bonhorst
übersetzten Werk „Die Ahnen von Avalon“ mit J. R. R. Tolkiens
„Der kleine Hobbit“ liegt nahe: So wie Tolkien dort die Geschehnisse
des „Herr der Ringe“ vorbereitete, kann man „Die Ahnen von
Avalon“ als Vorgeschichte zur folgenden Avalon-Saga lesen. Doch wenn Prinz
Micail nach einer von Energieströmen gezeichneten Schlacht über das
Mysterium Stonehenge redet, scheint er nicht nur die folgenden Avalon-Generationen
zu meinen, sondern erreicht uns bis in die Gegenwart: „Jetzt wird
der Ring (…) das Rad der Jahreszeiten kennzeichnen. Der Tag wird kommen,
an dem die Menschen alles vergessen haben werden. Sie werden vergessen haben,
welche Bedeutung das hier einst gehabt hat, und darin nichts anderes mehr sehen
als einen Ring aus alten Steinen.“ Ganz Recht hat er damit nicht.
Denn bis heute spüren wir den Mythos, der Stonehenge umgibt und durch „Die
Ahnen von Avalon“ noch bestärkt wird.
Autorenportrait:
Marion Zimmer Bradley wird als Marion Eleanor Zimmer am 3. Juni 1930 in Albany,
New York, geboren. Bereits als Elfjährige beginnt sie, historische Romane
zu schreiben. Von 1946 bis 1948 besucht sie ein Lehrerkolleg des New York State
College, bricht das Studium aber ab und heiratet den 30 Jahre älteren Eisenbahnangestellten
Robert Bradley. Mit ihm zieht sie nach Texas und nimmt erst viele Jahre später
ihr Studium wieder auf. Erst 1964, inzwischen ein zweites Mal verheiratet, macht
sie ihren Abschluss und studiert später an der University of Berkeley.
Ihre ersten Stories erscheinen 1953, aber Erfolg als Schriftstellerin hat sie
erst viele Jahre später. Mit „Die Nebel von Avalon“ gelingt
ihr der Durchbruch. Seit Jahren tritt sie nicht nur als Autorin in Erscheinung,
sondern auch als Herausgeberin und Förderin fantastischer Literatur. Marion
Zimmer Bradley starb 1999 an einem Herzanfall.
Diana L. Paxson, selbst erfolgreiche Fantasy-Autorin, hat als engste Vertraute
und Freundin Marion Zimmer Bradleys Arbeit immer begleitet und deren umfangreiche
Aufzeichnungen zu „Die Ahnen von Avalon“ im Auftrag der Autorin
zu einem neuen großen Roman werden lassen.
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