Des Hexenmeisters Zaubersprüche
Eine Reise in die Welt der Magie
(pr).
„Ich will so werden wie der liebe Gott“, forderte die machthungrige
Ehefrau in dem Märchen „Von dem Fischer und seiner Frau“. Doch
den Status gottähnlicher Wesen erreichten bis heute nur Zauberer. So jedenfalls
beschreibt Beatrice Phillpotts in ihrem Buch „Des Hexenmeisters Zaubersprüche“
die Urgestalten der magischen Welt.
Die Einführung in die Geheimnisse der Magie besteht aus drei Teilen, durch
die sich die „Galerie der Zauberer“ wie ein roter Faden zieht. Der
erste Teil gibt dem Leser einen Überblick über die Geschichte der
Zauberei. Von den alten Pyramiden bis hin zu den modernen Zauberern wie Gandalf
aus J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ oder auch J. K. Rowlings
Zauberschüler „Harry Potter“ wird in diesem Teil alles vorgestellt,
was in der Zauberwelt Rang und Namen hat. Im zweiten Teil, in dem es um angewandte
Magie geht, wird des Zauberers Equipment und dessen funktionale Eigenschaften
beschrieben. Welche Energien der Zauberstab freisetzt und warum der Zauberer
einen Mantel trägt, sind nur zwei von vielen Fragen, die in diesem Kapitel
beantwortet werden.
Im dritten Teil des Buches werden dann schließlich Zaubersprüche
für unterschiedliche Anlässe genannt. Als Beispiel diene an dieser
Stelle ein „Rezept“ für liebeshungrige Singles: „Essen
Sie einen Apfel um Mitternacht an Halloween und blicken Sie, ohne hinter sich
zu schauen, in einen Spiegel. Sie werden das Gesicht Ihres zukünftigen
Ehemanns oder Ihrer zukünftigen Ehefrau darin sehen.“
Das Buch „Des Hexenmeisters Zaubersprüche“, das sowohl theoretisches
Wissen als auch praktische Anleitungen für den privaten Eigenbedarf enthält,
ist für eingefleischte Fans der Fantasy-Literatur oder für jene, die
es noch werden möchten, sehr lesenswert. Zur Aneignung von Grund- beziehungsweise
Hintergrundwissen zum Thema „Magie und Zauber“ ist dieses von Bernd
Perplies aus dem Englischen übersetzte Buch jedenfalls bestens geeignet.
Doch nicht nur das Geschriebene lädt zum Lesen ein. Auch zahlreiche historische
Abbildungen und die wunderbar vielfältigen Illustrationen von Robert Ingpen
machen das Buch „Des Hexenmeisters Zaubersprüche“ interessant.
Die zum Teil düster, schattig und unheimlich wirkenden Zeichnungen, die
oftmals zwei Seiten des Buches einnehmen, ziehen jeden Betrachter in den Bann.
Die mal mehr, mal weniger farbigen Illustrationen überzeugen durch viele,
sauber herausgearbeitete Feinheiten, die etwa bei der Abbildung eines Handrückens
hervorragend zum Ausdruck kommen. Robert Ingpen, der es versteht, die Magie
der Farben so einzusetzen, dass der Leser in eine Zauberwelt geführt wird,
stellt in diesem Buch sein vielseitiges künstlerisches Können unter
Beweis.
„Des Hexenmeisters Zaubersprüche“ ist ein Buch über die
hohe Kunst der Magie, das den Leser nach nur wenigen Seiten zum kontinuierlichen
Weiterlesen verhexen wird. Beatrice Phillpotts gelingt es, das scheinbar Unfassbare
greifbar und begreiflich darzustellen. Ihr umfangreiches Wissen zu diesem Thema
verzaubert den Leser. Die Lektüre dieses Buches gleicht einem imaginären
Besuch einer Zauberschule, der sich lohnt.
Illustratorenportrait:
Robert Ingpen wurde 1936 in Geelong, Australien geboren. Seit 1970 schreibt
und illustriert er Bücher für Menschen mit Fantasie und hat bereits
über 100 Bücher veröffentlicht. Er lebt mit seiner Frau in Anglesea,
Australien.
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