Der Freizeitreiterkurs
Grundausbildung für entspanntes Reiten
(asp).
Reiten ist nach Ansicht vieler Experten nicht gleich Reiten. Englisch- oder
Dressurreiten, Western- oder Barockreiten – die Liste der verschiedenen
Arten ein Pferd zu bewegen, könnte noch um einiges verlängert werden.
Dabei wollen 80 Prozent aller Reiter einfach nur mit ihrem Pferd durch die Natur
reiten und zwar so harmonisch wie möglich. Dem Pferd selbst ist es ziemlich
egal, ob derjenige, der auf seinem Rücken sitzt, meint, einen klassischen
englischen Reitstil oder einen Westernstil zu repräsentieren. Sie unterscheiden
nur zwischen angenehmen und unangenehmen Situationen, fühlen, ob ihnen
der Rücken schmerzt oder das Maul brennt.
Autor Peter Kreinberg stellt in seinem reich bebilderten Ratgeber „Der
Freizeitreiterkurs“ ganz grundsätzliche Prinzipien für Mensch
und Pferd vor, deren konsequente Befolgung zu einem harmonischen und glücklichen
Miteinander von Reiter und Pferd führen soll. Er verspricht keine Wunder
und stellt ausdrücklich klar, dass ein entspanntes und sicheres Reiten
die Bereitschaft erfordert, „das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen,
sich selbst ein Stück weit zurückzunehmen und die Bedürfnisse
des Tieres, das zur eigenen Freizeitgestaltung herangezogen wird, angemessen
zu beachten.“ Seine jahrelangen Beobachtungen in der Reiterszene
haben ihm klar gemacht, dass viele Freizeitreiter mit dem vorherrschenden Lehrsystem,
das für Leistungsportreiter und Anhänger der klassischen Reitkunst
konzipiert ist, schlicht und einfach überfordert sind. Diese Beobachtungen
motivierten ihn, einen Ratgeber zu schreiben, der Pferdebesitzern, die zwar
reiten aber noch häufig Missverständnisse mit ihren Pferden haben,
praktische Übungen zu zeigen, die er selbst in Kursen und Seminaren erprobt
hat. Sie sind hervorragend für autodidaktisch arbeitende Reiter geeignet
und ergeben ein Konzept, dem Schritt für Schritt gefolgt werden kann.
Im ersten Kapitel des Ratgebers „Freizeitreiten heute – so war es
früher“ stellt Peter Kreinberg verschiedene Reitansätze vor
und geht insbesondere auf die Inhalte bewährter Gebrauchsreitweisen –
der Kampagnerreitweise und der Western-Horsemanship Methode – ein, die
sehr gute Ansätze für eine Ausbildung von Freizeitreitern und -pferden
bieten. In den beiden folgenden Kapiteln „Mit der richtigen Einstellung
zur Harmonie“ und „Mit guter Reittechnik geht es besser“ vermittelt
er ganz grundsätzliche Dinge zum Umgang mit Pferden am Boden und im Sattel,
die dem Reiter zeigen sollen, welche Gefühle ein Pferd mit welchem menschlichem
Fehlverhalten verbindet. Dabei unterstützen Fotografien, meist von Edith
Schreiber-Kreinberg gemacht, und Farbillustrationen von Cornelia Koller die
Vermittlung der Inhalte. Besonderen Wert legen die beiden Kapitel darauf, den
Lesern das natürliche Verhalten der Tiere nahe zu bringen. Sehr eindringlich
führen die Fotografien zur Reittechnik vor, wie wichtig die richtige Haltung
des Reiters ist.
Nachdem dem Leser die theoretischen Grundlagen nahe gebracht wurden, gehen die
Kapitel „Übungen an der Hand“ und „Übungen im Sattel“
zum praktischen Teil über. Die „Übungen an der Hand“ untergliedern
sich in folgende Disziplinen: „Druck und Nachgiebigkeit“, „Lenken
und Leiten“, „Rückendehnung“, „Gebissverständnis“
und „Körperbewusstsein“. Alle Aufgaben sollen der Verständigungsgrundlage
zwischen Mensch und Pferd dienen und sind nach dem Grundsatz zusammengestellt:
„Fordere Deinem Pferd unter dem Sattel nichts ab, was es nicht an
der Hand schon gelernt hat und beherrscht.“ Auch hier fehlt es nicht
an Anschauungsmaterial, das die Umsetzung der Übungen erheblich erleichtert.
Erfreulich ist zudem, dass es zu jeder praktischen Anleitung einen „Tipp“
gibt, der klar stellt, was diese Aufgabe für den Menschen und für
das Pferd bringt.
Übungen zur „Zügelnachgiebigkeit“, zu „Wendungen“
und „Seitengänge“, zur „Tempokontrolle“ und zu
„Schreckhindernisse“ sind Bestandteil der Arbeit im Sattel. Viele
Übungen wie Wendungen um die Vorhand und Hinterhand, Schenkelweichen oder
Viereck verkleinern und vergrößern, sind dem klassischen Reitunterricht
entnommen, was sie jedoch keinesfalls abwerten soll. Es soll nur verdeutlichen,
dass Peter Kreinberg mit seinen Übungen das Rad nicht neu erfunden hat
und keinesfalls wahre Wunder erwartet werden sollten. „Der Freizeitreiterkurs“
allein wird die Probleme zwischen Mensch und Pferd selten lösen können,
aber um mit Peter Kreinbergs eigenen Worten zu sprechen: „Doch viele
der Anregungen und praktischen Anleitungen können in vorhandene Trainings-
und Unterrichtseinheiten integriert werden.“
„Der Freizeitreiterkurs“ ist ein Reitratgeber der etwas anderen
Art: Er konzentriert sich auf das Wesentliche und überzeugt neben den hervorragenden
Fotografien und Farbillustrationen vor allem durch praktische Übungen und
ihre logischen und konsequenten Begründungen!
Autorenportrait:
Peter Kreinberg hat sich als hervorragender Trainer, Westernreiter und Buchautor
einen Namen gemacht. Seine Reitkurse richten sich seit über 25 Jahren vor
allem an freizeitorientierte Pferdefreunde aller Reitweisen. Auch auf allen
wichtigen Pferdemessen ist er mit seinen beeindruckenden Auftritten präsent
und pflegt einen intensiven Kontakt insbesondere zur Freizeitreiter-Szene, deren
Bedürfnisse und Probleme er sehr genau kennt.
© Copyright by: Public Dialog Hamburg